Einen Tag nach Bremen: HSV-Talent bejubelt Derbysieg vorm TV
Neben den verletzten Luka Vuskovic, Yussuf Poulsen und Jean-Luc Dompé wollte sich auch Alexander Røssing-Lelesiit den Vor-Ort-Besuch beim Nordderby nicht entgehen lassen. Der 19-Jährige war am Samstag im Weserstadion, fieberte mit und klatschte nach der 1:3-Pleite des HSV schließlich enttäuscht in die Hände, als er mit seinen Kollegen vor die Gästekurve schritt. Eine schönere Derby-Nachricht gab es für ihn einen Tag später.
Auf den Frust über die Niederlage in Bremen folgte bei Røssing-Lelesiit die Freude über einen Sieg seines Ex-Klubs. Lillestrøm SK, für das er bis zu seinem HSV-Wechsel vor 14,5 Monaten 22 Profi-Pflichtspiele absolviert hatte, gewann in der norwegischen Eliteserien mit 2:0 beim in Oslo ansässigen Klub Vålerenga Fotball. Und es war nicht irgendein Spiel, sondern ein Derby: Die Stadien von Lillestrøm und Vålerenga liegen lediglich rund 20 Kilometer voneinander entfernt. Røssing-Lelesiits ehemaliger Verein ist am nordöstlichen Stadtrand von Oslo beheimatet.
Lillestrøm SK: Ex-Klub von Røssing-Lelesiit gewinnt Derby
Am Sonntagnachmittag gab der HSV-Youngster in seiner Instagram-Story preis, dass er das norwegische Rivalen-Duell vor dem TV in seiner Hamburger Wohnung verfolgte. „Derby seier!!!!!!“, zu Deutsch „Derbysieger!!!!!!“, schrieb er zu einem Foto seines Fernsehers, auf dem zu erkennen ist, wie die Lillestrøm-Profis den Auswärtserfolg bejubeln.

Ein weiteres Bild versah Røssing-Lelesiit mit den Worten: „Heimspiel!!!!“ Der Auswärtssupport der Lillestrøm-Fans beeindruckte ihn offensichtlich. Dank des Derby-Dreiers sprang das Team von Trainer Hans Erik Ødegaard in der ersten Liga auf den zweiten Tabellenplatz. Wobei erst sechs Spieltage absolviert wurden: In Norwegen läuft die Saison, anders als in Deutschland, vom Frühjahr bis zum Jahresende. Lillestrøm ist bislang noch ungeschlagen.

Røssing-Lelesiit hofft, dass er zeitnah auch mit dem HSV etwas zu feiern hat. Die Pleite gegen Werder war ein Rückschlag im Abstiegskampf, allerdings beträgt der Vorsprung auf den Relegationsrang vier Partien vor dem Saisonende weiterhin komfortable fünf Punkte. Røssing-Lelesiit fehlt seiner Mannschaft seit dem Stadtderby gegen den FC St. Pauli (0:0) mit einer schweren Syndesmoseverletzung. Dass er im Endspurt noch einmal zum Einsatz kommen wird, ist unwahrscheinlich. Zumindest gab es zuletzt positive Reha-Nachrichten vom jungen Flügelspieler.
Auch Poulsen will ins HSV-Teamtraining zurückkehren
In den vergangenen beiden Wochen stand Røssing-Lelesiit wieder mit Fußballschuhen auf dem Platz und konnte individuell schuften. Vor dem Nordderby tat er es am Mittwoch mit dem am Fuß verletzten Dompé. Der nächste Schritt ist die (teilweise) Rückkehr ins Mannschaftstraining. Angesichts der Schwere der Verletzung, wegen der das Talent zunächst auf Krücken und einen Spezialschuh angewiesen war, bleibt ein Kaderplatz zunächst aber noch in etwas größerer Ferne. Realistischer ist im Saisonfinale ein Comeback von Kapitän Poulsen, den es vergleichsweise nicht ganz so schlimm erwischt hatte. Auch der Stürmer war am Samstag zur Unterstützung mit im Weserstadion. Eine Rolle als Einwechselspieler war gut fünf Wochen nach seinem Muskelfaserriss im Oberschenkel noch nicht drin.

Vorab hatte Poulsen in der MOPO angekündigt: „Ich liege gut in der Zeit und hoffe, dass es so weiterläuft wie bisher, ohne Rückschlag. Ich habe mir vorgenommen, in dieser Saison noch auf dem Platz zu stehen.“ In der Derbywoche wollte der Däne noch keine Prognose abgeben, für wie viele Einsätze es vor der Sommerpause noch reichen könnte.
HSV übt vor Hoffenheim-Heimspiel nur einmal öffentlich
Er wusste aber bereits: „Die Zeit wird leider nicht reichen, um wieder bei 100 Prozent zu sein und 90 Minuten spielen zu können. Aber ich brenne auch auf 15, 20 oder 30 Minuten Spielzeit.“ Dass er als Joker treffen kann, hatte er beim Nordderby-Hinspiel im Dezember (3:2) bewiesen. Da war er als Matchwinner gefeiert worden. An diesem Samstag kamen die Helden jedoch aus Bremen – und Poulsen musste Aufbauarbeit für seine Mitspieler leisten.
Beim Auftakt in die Trainingswoche vor dem Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim (Samstag, 18.30 Uhr, Liveticker auf MOPO.de) wollen der Angreifer und Røssing-Lelesiit wieder auf dem Rasen stehen. Welches Programm das Duo am Dienstag absolvieren wird, ist noch unklar. Die Teameinheit im Volkspark beginnt um 15 Uhr und ist die einzige öffentliche in dieser Woche.
Das könnte Sie auch interessieren: Nach Rot-Flut für den HSV: Magath greift deutsche Schiris an
Am Mittwoch, Donnerstag und Freitag lässt Coach Merlin Polzin geheim trainieren. Am Montag kamen nur einzelne Profis ins Stadion, um sich behandeln zu lassen oder locker individuell zu schuften – darunter die angeschlagenen Albert Sambi Lokonga und Vuskovic. Miro Muheim, der sich in Bremen hatte auswechseln lassen müssen, wurde derweil noch einmal genauer untersucht. Eine Diagnose teilte der HSV zunächst aber nicht mit.
Anmerkungen oder Fehler gefunden? Schreiben Sie uns gern.