HSV-Frauen schwören sich im Derby gegen Werder Bremen ein

Zusammenhalt: Die HSV-Frauen erkämpften sich im Derby gegen Werder ein 1:1. Foto: WITTERS

HSV-Frauen mit Fan-Rekord in hitzigem Derby: „Das war eine Schlacht“

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„Was für ein Abend“, hatte Männer-Trainer Merlin Polzin nach dem 1:1 des HSV in Mainz am Freitag gesagt. Ungefähr so könnte man auch das Derby der Frauen tags darauf gegen Werder Bremen zusammenfassen. Drei Elfmeter, ein Platzverweis, viele harte Zweikämpfe – es war alles drin bei dem heißen Duell im Volksparkstadion, das mit einem leistungsgerechten 1:1 (1:0) endete. Und ganz nebenbei gab’s auch noch einen neuen Fan-Rekord für die HSV-Frauen.

Die frühere HSV-Spielerin Larissa Mühlhaus, die inzwischen für den Rivalen aus Bremen aufläuft, brachte es auf den Punkt. „Das war eine Schlacht“, fasste sie die Partie zusammen. „Es war ein hitziges Spiel, von Anfang an chaotisch, jede Mannschaft hat gekämpft. Das führte zu vielen Fouls und vielen Zweikämpfen.“ Am Ende waren es acht Gelbe Karten, die Schiedsrichterin Karoline Wacker (Großerlach) verteilen musste – plus eine Gelb-Rote gegen die bereits ausgewechselte Bremerin Lina Hausicke, die sich auf der Bank zu sehr beschwerte.

Drei Elfmeter bei HSV-Frauen-Derby gegen Werder

Im Fokus stand die Unparteiische damit zwangsläufig. Und das hatte nicht nur mit den Verwarnungen zu tun, sondern auch mit gleich drei (!) Elfmeter-Pfiffen. Sophie Hillebrand verwandelte erst zur Führung (18.) und verschoss dann (42.), Mühlhaus sorgte auf der Gegenseite – wie schon beim 2:0 im Hinspiel, als sie beide Treffer vom Punkt erzielt hatte – mit ihrem Strafstoß für den Ausgleich (63.).

Sophie Hillebrand feiert mit Melanie Brunnthaler und Camilla Linberg (v.l.) ihr Führungstor für den HSV. WITTERS
Sophie Hillebrand, Melanie Brunnthaler und Camilla Linberg bejubeln ein HSV-Tor
Sophie Hillebrand feiert mit Melanie Brunnthaler und Camilla Linberg (v.l.) ihr Führungstor für den HSV.

Vor allem den Bremerinnen jedoch war die Schiedsrichterin ein Dorn im Auge. „Viele ihrer Entscheidungen kann ich nicht verstehen“, haderte Mühlhaus. „Wenn sie Elfmeter beim HSV pfeift, kann sie auf unserer Seite auch ein paar geben. Da waren einige Aktionen dabei, mit denen ich nicht einverstanden bin.“ Was sie anspricht, ist ein Zweikampf von Lotta Wrede kurz vor dem Seitenwechsel gegen Maja Sternad, als Wacker gut stand, sich aber nicht für einen Pfiff entschied. Fragwürdig.

Während der erste Elfmeter für den HSV unstrittig war (Verursacherin Michelle Ulbrich: „Das war der klarste von allen und sehr, sehr dumm von mir“), ärgerte sich Werder auch über den zweiten Pfiff gegen sich. „Das muss man wirklich nicht pfeifen. Ganz im Gegenteil“, schimpfte Ulbrich. „Auf unserer Seite bekommen wir von drei Situation nur einen. Dann ist das in meinen Augen auch kein Elfmeter. Aber das müssen wir jetzt eben so hinnehmen.“

Hillebrand: „Im Derby sind Zweikämpfe und Fouls normal“

Beim HSV, der mit dem Remis im Abstiegskampf gut leben kann, sieht man das naturgemäß ein bisschen entspannter. „Für ein Derby ist es normal, dass es viele Zweikämpfe und viele Fouls gibt“, sagte Hillebrand. „Im Derby gehört das eben dazu.“ Mit dem Punkt kann die Torschützin sehr gut leben: „Das hätte heute in beide Richtungen ausgehen können. Für uns ist es aber sehr positiv, dass wir hier einen wichtigen Punkt holen.“

HSV-Profi Camilla Linberg (l.) im Zweikampf mit Chiara D'Angelo von Werder Bremen WITTERS
HSV-Profi Camilla Linberg im Zweikampf mit Chiara D'Angelo von Werder Bremen
HSV-Profi Camilla Linberg (l.) im Zweikampf mit Chiara D’Angelo von Werder Bremen

Und ganz nebenbei gab’s für den HSV nicht nur einen Punkt, sondern auch eine Mega-Kulisse im Volksparkstadion. 12.276 Fans waren live dabei – ein neuer Bundesliga-Rekord für die HSV-Frauen. „Das ist das schönste Spiel, was man sich hier vorstellen kann“, schwärmte Victoria Schulz hinterher. „Es war viel Action drin in diesem Derby, aber so will man es ja auch. So habe ich es als Fan geliebt und als Spielerin noch mehr. Damit konnten wir den Fans auch viel zurückgeben.“

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Auch Hillebrand dankte den Fans für die neue Rekord-Kulisse, die nach dem Rekordspiel gegen Werder vor einem Jahr im DFB-Pokal (57.000 Zuschauer) die zweitgrößte aller Zeiten für die HSV-Frauen war. „Die Kulisse war einfach unglaublich“, jubelte sie. „Dadurch war es für uns ein richtig geiles Derby.“

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