„Eindruck kann ich nachvollziehen“: HSV-Boss über Nervosität und die Trainer-Frage
Ein ruhiges und sorgenfreies Saisonfinale scheint beim HSV unmöglich zu sein. So war es in der Zweiten Liga, so war es in den Jahren vor dem Abstieg – und so sieht es jetzt auch nach der Rückkehr in die Bundesliga wieder aus. Ein Nervenspiel, bei dem immer stärker die Frage in den Vordergrund rückt, ob der HSV am Ende sogar noch komplett die Nerven verliert. Alarmsignale gibt es einige.
Der Blick auf die Tabelle ist für den HSV weiterhin nicht dramatisch. Mit fünf Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz liegen die Hamburger vier Spieltage vor dem Saisonende voll im Soll. Ein Zwischenergebnis, das vor dieser Spielzeit sofort unterschrieben worden wäre. Das Problem: Die Tendenz zeigt seit einigen Wochen in die falsche Richtung.
Nur ein HSV-Sieg aus den vergangenen neun Spielen
Aus den vergangenen neun Spielen hat der HSV lediglich einen Sieg und insgesamt sechs Punkte geholt. Klar, da waren auch Auftritte gegen Topteams wie Leipzig, Dortmund oder Stuttgart dabei. Doch auch die eigene Undiszipliniertheit spielte eine Rolle. Schon zehn Elfmeter, fünf davon in den vergangenen neun Spielen, haben die Hamburger in dieser Saison verursacht. So viele waren es für den HSV in einer kompletten Bundesliga-Spielzeit noch nie. Dazu kommen acht Platzverweise der Profis und die wildeste Trainerbank der Liga.

„Wir bekommen zu viele Elfmeter gegen uns, wir bekommen zu viele Rote Karten gegen uns. Da müssen wir ansetzen, dass wir da resilienter werden und auch wieder unbequemer, wie wir es schon waren“, sagt HSV-Boss Eric Huwer, der bislang noch weit davon entfernt ist, den Panikknopf zu drücken. Er verweist darauf, dass es im Laufe der Saison bereits mehrfach Rückschläge gab, die Mannschaft sich aber immer wieder zurückgekämpft hat.

Damit das auch diesmal wieder passiert, nimmt der HSV-Vorstand alle in die Pflicht. „Rückschläge gibt es. Die Frage ist, was haben wir für eine mentale Power, wie gehen wir damit um, wie stehen wir wieder auf?“, so Huwer, der grundsätzlich überzeugt ist, dass noch genug Punkte für den Klassenerhalt gesammelt werden.
Trainerteam bekommt die volle Rückendeckung
Auch die Gefahr, dass das sehr junge Trainerteam in der hitzigen Schlussphase der Saison die Nerven verlieren könnte, sieht er nicht. Huwer: „Ich nehme keine Nervosität wahr, aber dass der Eindruck nach den Bildern in Bremen entsteht, kann ich nachvollziehen. Ich habe mir die Szenen genau angesehen und einige Gespräche geführt. Wir sprechen das intern an. Aber die Frage stellt sich für mich gar nicht, ob ich das dem Trainerteam zutraue. Sie arbeiten zu 100 Prozent akribisch und energetisch.“
Der HSV setzt jetzt voll auf Geschlossenheit
Für den Endspurt setzt der HSV vor allem auf Geschlossenheit. Als passendes Zeichen waren am Sonntag, einen Tag nach der Derby-Pleite, auch Huwer und Sportdirektor Claus beim Training im Volkspark dabei. Entscheidend wird jetzt allerdings das Bild auf dem Platz an den noch verbleibenden vier Spieltagen sein. Dann sind vor allem die Profis gefragt.
Das könnte Sie auch interessieren: „Ein absolutes No-Go“: HSV-Bosse reagieren auf Fan-Skandal von Bremen
Von einer „Challenge“ sprach Nicolai Remberg nach der Derby-Pleite in Bremen. „Da müssen wir herauskommen. Jetzt zusammenzuhalten, ist eine große Kunst.“ Am Samstag (18.30 Uhr, Liveticker auf MOPO.de) kommt der Tabellenfünfte Hoffenheim in den Volkspark. Für den HSV ist es das nächste Nervenspiel – passend zum Saisonfinale der Hamburger.
Anmerkungen oder Fehler gefunden? Schreiben Sie uns gern.