„Ein echtes Privileg“: Die neue HSV-Chefin Kathleen Krüger schreibt Geschichte
Schon in der vergangenen Woche hatte Eric Huwer seine neue Partnerin Kathleen Krüger beim HSV willkommen geheißen. Am Montag verriet der Finanzboss dann gegenüber dem NDR, dass er bereits mit der neuen Sportvorständin gesprochen habe. Und am Dienstagnachmittag folgte die offizielle Mitteilung: Die 40-Jährige kommt vom FC Bayern in den Volkspark und tritt ihren Dienst zum 1. Juli an.
„Mit Kathleen Krüger gewinnt der HSV eine profilierte Persönlichkeit, die über viele Jahre hinweg beim FC Bayern München auf höchstem internationalen Niveau gearbeitet hat“, sagt Aufsichtsratschef Michael Papenfuß und hebt die bisherigen Leistungen der neuen Chefin hervor: „In 17 Jahren hat sie in einem teils emotionalen Umfeld eines Spitzenklubs Erfahrungen gesammelt, Abläufe mitgestaltet und dabei außergewöhnliche Organisations- und Führungsfähigkeiten bewiesen. Sie vereint sportliche Kompetenz, strategisches Denken und eine hohe Kommunikationsfähigkeit.“
Krüger wird die erste Sportvorständin der Bundesliga-Geschichte, ihr Vertrag im Volkspark soll laut „Abendblatt“ bis 2030 laufen. Eine Frau auf einem Vorstandsposten des HSV ist allerdings kein Novum: Katja Kraus hatte von 2003 bis 2011 der Führungsetage des Vereins angehört, damals als Marketingchefin.
Kathleen Krüger will die HSV-Zukunft „aktiv mitgestalten“
Krüger war zuletzt seit Sommer 2024 bei den Bayern als Leiterin für Sportstrategie und Entwicklung tätig. Zuvor hatte sie zwölf Jahre lang als Teammanagerin für den Rekordmeister gearbeitet – an der Seite von Trainerlegenden wie Pep Guardiola oder Carlo Ancelotti. Nun sieht sie die Zeit gekommen für eine Rolle in noch verantwortungsvollerer Position. „Ich freue mich sehr über das Vertrauen. Es ist ein echtes Privileg, den HSV, einen der ganz großen Namen im deutschen Fußball, künftig auf sportlicher Ebene entscheidend mitprägen zu dürfen“, sagt Krüger.
Die neue starke HSV-Frau führt aus: „Ich habe die positive Entwicklung des Klubs in den vergangenen Jahren mit großer Aufmerksamkeit und hoher Anerkennung für das zuletzt Erreichte verfolgt. Umso mehr freue ich mich darauf, gemeinsam mit Eric Huwer, allen Verantwortlichen, Mitarbeitenden und den Teams im Männer- und Frauenfußball sowie in der Nachwuchsentwicklung diesen Weg weiter fortzuführen und die Zukunft des Klubs aktiv mitzugestalten.“ Krüger soll die sportliche Strategie vorgeben, den Talente-Bereich wirtschaftlich stärken – und sie wird auch in Krisenzeiten öffentlich Stellung beziehen müssen.
HSV-Präsident Köncke lobt „klares Konzept“ der Managerin
Die Kontrolleure sind sich sicher, dass die gebürtige Bayerin diese Fähigkeiten mitbringt. „Wir haben uns bewusst die nötige Zeit und Ruhe gegeben, um die Vorstandsposition bestmöglich im Sinne der Ziele und Werte des HSV zu besetzen“, sagt Präsident Henrik Köncke, der auch im Aufsichtsrat sitzt. Das Gremium hatte die Firma Pedersen & Partners um den Headhunbter Henrik Mook mit der Suche nach einem Nachfolger für den Anfang des Jahres freigestellten Stefan Kuntz beauftragt. Der Prozess lief über mehrere Wochen, ehe die finale Entscheidung vor rund 14 Tagen fiel – auf Krüger.
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„Kathleen Krüger hat in diesem Verfahren menschlich und fachlich überzeugt und mit einem klaren Konzept herausgestochen“, lobt Köncke. Die neue Sportvorständin kennt Claus Costa bereits aus dem Manager-Lehrgang des DFB und meldete sich kürzlich proaktiv beim HSV‑Sportdirektor. Krüger wird künftig die Richtung des Vereins vorgeben und sicherlich auch in Hinblick auf Transfers ihre Vorstellungen äußern – den Kader werden aber weiterhin Costa sowie das Team um Chefscout Sebastian Dirscherl planen. Offiziell beginnt Krügers Amtszeit erst im Juli. Sie wird aber schon vorher viele Gespräche führen – und erste Entscheidungen treffen.