Victoria Schulz, Svea Stoldt, Daniel Peretz und Inga Schuldt lächeln mit Bällen in ihren Händen

Auch Victoria Schulz, Svea Stoldt, Daniel Peretz und Inga Schuldt (v.l.) waren beim HSV-Weihnachtstag im Stadion dabei. Foto: WITTERS

Drückt die Angst vor dem Abstieg? HSV-Talent bezieht Stellung

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Klar, der Achtelfinal-Erfolg gegen Bayer Leverkusen im DFB-Pokal (4:2 i.E.) war zwischenzeitlich ein großer Mutmacher, setzte neue Energie frei. In der Bundesliga aber sind die HSV-Frauen seit nunmehr zweieinhalb Monaten sieglos. Das 1:4 gegen den 1. FC Köln am Montagabend im Volkspark bedeutete die achte Partie in Folge ohne dreifachen Punktgewinn. Aufgrund der seit Ende September nur zwei eingefahrenen Zähler sind die Hamburgerinnen auf den ersten Abstiegsplatz abgerutscht. Drückt die Angst vor der Rückkehr in die 2. Liga?

Svea Stoldt geht mit dieser Frage um, als würde sie schon seit Jahren in der Bundesliga kicken. „Die Saison ist noch lang“, sagte sie am Dienstag, bevor sie mit den Kolleginnen den Weihnachtstag der HSV-Stiftung besuchte. Und mit Blick auf die Frage nach der Abstiegsfurcht: „Im Moment eigentlich gar nicht.“ Stoldt ist 20 Jahre alt und absolviert wie viele ihrer HSV-Kolleginnen ihre Debütsaison im deutschen Fußball-Oberhaus. Die Defensiv-Allrounderin gilt für Trainerin Liése Brancao aber als unverzichtbar, an den ersten zwölf Spieltagen verpasste sie keine einzige Minute.

Svea Stoldt erklärt die Pleite: „Wir waren nicht drin“

Auch zu Wochenbeginn gegen die Kölnerinnen spielte Stoldt durch – und ging mit unter. „Es war ein ärgerliches Spiel, wir haben viele Fehler gemacht“, sagt sie rückblickend. „Es ging schon sehr schwierig los für uns.“ Bereits nach zehn Minuten hieß es 0:1, nach 36 dann 0:2. „Wir waren irgendwie nicht drin und einfach zu langsam. Köln hatte einen guten Tag und wir nicht. Deswegen war es am Ende ein 1:4 gegen uns“, analysiert Stoldt und verspricht: „Wir lernen daraus und machen weiter.“ Zu viel Nachdenken über die siebte Saisonpleite bringe nichts, meint sie.

Svea Stoldt (r.), hier im Duell mit Kölns Laura Feiersinger, stand auch am Montag über 90 Minuten für den HSV auf dem Platz. WITTERS
Svea Stoldt im Duell um den Ball mit Laura Feiersinger
Svea Stoldt (r.), hier im Duell mit Kölns Laura Feiersinger, stand auch am Montag über 90 Minuten für den HSV auf dem Platz.

Der „Effzeh“ war ein Kontrahent, gegen den der HSV vor heimischer Kulisse eigentlich punkten sollte, will er sich der Abstiegssorgen entledigen. Zumal das Restprogramm in diesem Jahr nicht viel Hoffnung macht: Am Sonntag (14 Uhr) reisen die Hamburgerinnen zum Tabellenführer FC Bayern München, vor Weihnachten geht es zum Zweiten VfL Wolfsburg (Sonntag, 21. Dezember, 18.30 Uhr). Immerhin: Am ersten Spieltag hatten die HSV-Aufsteigerinnen den „Wölfinnen“ im Volkspark ein 3:3 abgerungen. Der Saisonstart war vielversprechend – danach holten Stoldt und Co. aber nur noch sechs weitere Punkte (drei Remis, ein Sieg). Und jetzt zog auch die SGS Essen in der Tabelle vorbei.

Müssen die HSV-Frauen ihren Kader im Winter verstärken?

Dennoch bewertet Stoldt die Gesamtsituation des HSV als „eigentlich echt gut“. Sie erklärt: „Als Aufsteiger ist es immer schwierig, in die Bundesliga reinzukommen. Das Tempo und die Athletik sind ganz anders. Aber wir machen es meiner Meinung nach echt gut. Es ist schwierig, aber wir versuchen, das Beste herauszuholen.“ Gleichzeitig weiß die talentierte U-Nationalspielerin: „Am Ende zählen die Punkte. Wenn wir keine Tore schießen, wird es nichts. Die nächsten Spiele kommen – und da müssen wir einfach punkten.“ Doch in München und Wolfsburg wird es schwierig.

Ob die HSV-Verantwortlichen um Koordinatorin Saskia Breuer das Aufgebot im Winter verstärken sollten, um die Chancen auf den Klassenerhalt zu erhöhen, vermag Stoldt nicht zu beurteilen: „Mal schauen, was kommt. Dazu kann ich nicht viel sagen. Ich finde den Kader gut, wie er ist.“ Mit einem Durchschnittsalter von knapp 22 Jahren haben die HSV-Frauen eines der jüngsten Teams der Liga. Stoldt glaubt nicht, dass dies ein Nachteil ist, weil ihnen Erfahrung fehlt. „Es könnte auch ein Vorteil sein“, sagt sie vielmehr und erklärt: „Wir spielen mit einer unglaublichen Spielfreude, weil wir einfach jung sind, Spaß haben und den Fußball so spielen, wie wir es von klein auf gelernt haben.“ Für die gebürtige Hamburgerin wird immer noch an jedem Fußball-Wochenende ein kleiner Traum wahr.

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„Es ist unglaublich, in der Bundesliga jedes Spiel 90 Minuten spielen zu können. Ich bin stolz und sehr dankbar“, betont Stoldt. „Es macht unglaublich Spaß mit dem Team.“ Mit mehr Punkten wäre die Freude aber noch größer.

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