Kleines Fußball-Märchen: Ex-HSV-Profi steht vor Erfüllung seines größten Traums
Längst hat sich sein Abgang für den HSV ausgezahlt. Im Sommer 2019 verließ Douglas Santos den HSV in Richtung Zenit St. Petersburg, satte 14 Millionen Euro sackten die Hamburger an Ablöse und Bonuszahlungen für den Brasilianer ein. Heimlich, still und leise steht der mittlerweile 31-Jährige nun vor der Erfüllung seines größten sportlichen Traumes.
Die Sonne lacht ihm aus dem Herzen, daran hat sich nichts geändert. Schon während seiner HSV-Zeit gab es kaum einen Tag, an dem der Linksverteidiger nicht mit einem Lächeln zur Arbeit in den Volkspark kam. Auch dieser Tage präsentierten sich Santos und seine Familie in den sozialen Medien bestens gelaunt, als sie in João Pessoa die Weihnachtsfeiertage genossen. In Kürze geht es dann wieder zurück in die russische Kälte.
Ex-HSV-Profi Douglas Santos spielt seit 2019 bei Zenit St. Petersburg
Nach wie vor ist St. Petersburg die sportliche Heimat des Linksfußes, der 2016 zum HSV kam und nach dem Bundesliga-Abstieg 2018 zunächst noch eine Saison blieb, ehe er sich eine neue Herausforderung suchte. Sein Engagement in Russland ist allerdings auch der entscheidende Grund dafür, warum er in den vergangenen Jahren sportlich aus dem Fokus der Weltöffentlichkeit verschwand. Wegen des Ukraine-Krieges ist die russische Liga weitestgehend isoliert, zudem dürfen die Klubs des Landes seit Anfang 2022 nicht mehr in den Europapokal-Wettbewerben mitwirken. Schlecht für Santos. Einer schaute ihm aus der Ferne dennoch ganz genau auf die Füße: Brasiliens Nationaltrainer Carlo Ancelotti.

Neun lange Jahre lang wartete Santos auf seine Rückkehr in die „Seleção“, für die er im Mai 2016 ein Mal auflief. Vor wenigen Wochen dann war es überraschend so weit. Obwohl der Defensivmann mittlerweile auch die russische Staatsbürgerschaft angenommen hat, meldete sich Ancelotti bei ihm. Hintergrund: Der 66-Jährige, der nach seinem Abgang bei Real Madrid die Brasilianer übernahm, wollte den einen oder anderen Spieler testen, der den Kader für die anstehende WM bereichern könnte.
Santos feierte kürzlich sein Comeback für Brasilien
Eine Maßnahme, die sich für Santos auszahlte. Nach seinen guten Auftritten in der WM-Qualifikation gegen Chile (3:0) und im Test gegen Südkorea (5:0) werden dem Ex-HSV-Profi in seiner Heimat gute Chancen für den Sprung in den WM-Kader eingeräumt. „Gottes Timing ist perfekt“, sagte Santos nach seinem Debüt. „Darauf habe ich lange gewartet. Ich habe bei Zenit und auch schon beim HSV sehr hart dafür gearbeitet.“ Schon zu Hamburger Zeiten bezeichnete er eine WM-Teilnahme als seinen größten sportlichen Traum.

Nun ist der Olympiasieger von 2016 seinem Ziel plötzlich ganz nahe. Zwölf Titel fuhr er seit Sommer 2020 mit Zenit ein, darunter fünf Meisterschaften. Mittlerweile ist Santos sogar Kapitän des russischen Teams. Und dennoch: An ein Comeback in der „Seleção“ schien er zwischenzeitlich selbst nicht mehr so ganz zu glauben. In Russland wurde nach seiner Einbürgerung sogar spekuliert, Santos könne künftig die Farben wechseln und für das eigene Nationalteam spielen.
Das könnte Sie auch interessieren: Bricht der HSV Stanges Leihe ab? Die Entscheidung scheint gefallen zu sein
Daraus wird nichts werden. Und sollte der frühere Hamburger im Sommer wirklich bei der WM auflaufen, dürfte auch dem einen oder anderen HSV-Fan ein Lächeln über das Gesicht huschen. Es wäre sportliches ein Happy End, von dessen Entstehung auch wegen des Krieges bislang kaum jemand Notiz nahm.
Anmerkungen oder Fehler gefunden? Schreiben Sie uns gern.