Polizisten vor dem Signal Iduna Park

Polizisten vor dem Signal Iduna Park (Archivbild) Foto: imago images/Eibner

Drohungen schon vor Anpfiff: Neue Details zur Gewalt zwischen HSV- und BVB-Fans

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Nach den unschönen Szenen rund um das Auswärtsspiel des HSV bei Borussia Dortmund (2:3) werden mehr Details bekannt. Sie zeichnen ein Bild davon, wie brisant die Lage war. Nach der Partie war es im Umfeld des Stadions zu massiven Auseinandersetzungen und einer vermeintlich verabredeten Prügelei zwischen Anhängern beider Lager gekommen. Neue Schilderungen der Polizei Dortmund besagen nun, dass Gewalt schon deutlich früher angedrohte wurde – und sie sich zumindest in Teilen gezielt gegen HSV-Fans richtete.

So kam es bereits rund viereinhalb Stunden vor dem Anpfiff, also gegen 14 Uhr, in der Innenstadt auf dem Alten Markt und im Bereich Kuckelke zu zwei Raubdelikten: Laut der Polizei Dortmund sollen rund zehn BVB-Fans „unter Androhung von Gewalt“ zwei HSV-Anhängern Fan-Utensilien abgenommen haben. Im Signal Iduna Park selbst blieb die Lage während des Spiels überwiegend ruhig – abgesehen von Pyrotechnik, die von beiden Lagern gezündet wurde. Die Mehrheit der Zuschauer verhielt sich der Polizei zufolge friedlich, „sodass die Veranstaltung weitestgehend störungsfrei verlief“.

300 „gewaltbereite“ BVB-Fans attackierten HSV-Busse

Richtig boshaft wurde es nach dem Topspiel der Bundesliga. Die Polizei beschreibt, dass die HSV-Fans das Stadion zunächst ruhig verlassen und per Bus die organisierte Heimreise angetreten hätten. Im Bereich Klönnestraße/Güntherstraße seien diese Busse jedoch von einer rund 300 Personen starken, überwiegend vermummten und „augenscheinlich gewaltbereiten“ Gruppe aus der Dortmunder Szene gestoppt worden. Die Angreifer bewarfen die Busse demnach „unter anderem mit Warnbarken und Glasflaschen und versuchten, die Türen gewaltsam aufzureißen“. Die Konsequenz: gegenseitige Körperverletzungen und Landfriedensbrüche.


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Die Massenschlägerei fand auf offener Straße statt und wurde durch die Beamten gestoppt. „Die Dortmunder Fans flüchteten daraufhin in unterschiedliche Richtungen“, schreibt die Polizei – aber: „Im Umfeld gelang es den Einsatzkräften, insgesamt 16 Tatverdächtige vorläufig festzunehmen.“ Dabei handelte es sich ausschließlich um BVB-Sympathisanten. Später seien dann zwei Busse mit 136 HSV-Fans im Bereich der Walther-Kohlmann-Straße gestoppt worden. Dabei wurde die Identität sämtlicher Insassen festgestellt.

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Die insgesamt 152 identifizierten Personen, größtenteils Fans aus Hamburg, erhielten nach den Polizeimaßnahmen umgehend einen Platzverweis. Am Montagmittag konkretisierte die Dortmunder Behörde: „Insgesamt leitete die Polizei 34 Strafverfahren, unter anderem wegen Diebstahls, Raubes, Körperverletzung, Sachbeschädigung, Landfriedensbruchs sowie Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz, ein.“ Die Ermittlungen dauern an.

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