Doppelter Ausfall beim HSV: Welche Startelf-Option ergreift Polzin?
Dass ihm Nicolai Remberg gegen den FC Augsburg nicht zur Verfügung steht, weiß Merlin Polzin seit dem 2:3 in Dortmund vor eineinhalb Wochen. Damit musste der HSV-Trainer bereits planen. Inzwischen steht aber auch nahezu fest, dass ein möglicher Remberg-Vertreter ausfällt: Nicolás Capaldo. Der Argentinier trainierte wegen der Folgen einer Bauchmuskelverletzung auch am Mittwoch nicht mit dem Team und wird den Wettlauf um die Zeit bis zum Heimspiel am Samstag (15.30 Uhr, Liveticker auf MOPO.de) verlieren. Was macht Polzin jetzt?
Nach dem drittletzten Training vor Augsburg wusste der Coach noch nicht, in welchem Zustand das Gros der HSV-Nationalspieler in den Volkspark zurückkehrt. Ransford Königsdörffer und Fabio Baldé übten wieder mit, ein Quartett erwartete Polzin aber erst im Laufe des Tages zurück: Miro Muheim, Damion Downs, Philip Otele und Otto Stange. Sie alle kommen mit Erfolgserlebnissen von ihren Auswahlmannschaften zurück nach Hamburg – genauso wie Luka Vuskovic, der erst am Donnerstag wieder da sein wird. Aber wie kräftezehrend waren all die Reisen im Einzelfall?
Ohne Capaldo und Remberg: HSV-Trainer muss umdenken
Von der Beantwortung dieser Frage wird abhängen, welche Formation Polzin und Loic Favé am Samstag ins Rennen schicken. Bereits klar ist, dass sie zum fünften Mal in Folge Capaldo und nun auch Remberg ersetzen müssen. Es sind zwei Spieler, die in der Theorie zusammen das Zentrum des HSV bilden könnten. Doch gegen den FCA ist eine andere Variante vonnöten. Welche wird es? Insgesamt geht es um fünf Startelfplätze im Mittelfeld sowie im Angriff.

Albert Sambi Lokonga und Fábio Vieira dürfen sich sicher sein, wie gewohnt zu beginnen. Nur über die exakte Rolle für das Duo grübeln die Trainer noch. Vieira genießt ohnehin viele Freiheiten, kann den halbrechten Raum genauso besetzen wie eine zentrale Position. Dass der tendenziell offensivere Sambi Lokonga den eher defensiveren Remberg-Job übernimmt, ist möglich, das hat Polzin zu Wochenbeginn allerdings nicht verraten. Da sagte der 35-Jährige über die Folgen der Gelbsperre des Abräumers nur: „Rambo kriegen wir nicht ersetzt. Wir müssen nicht hoffen, dass ein anderer Spieler annähernd an das Level seiner Zweikampfführung oder Aggressivität herankommt.“
Elfadli könnte theoretisch ins Mittelfeld – und Grønbæk?
Vielmehr fordert Polzin, dass Rembergs Vertreter seine eigenen Stärken zur Geltung bringt. Gegen die Augsburger könnten das vor allem offensive Qualitäten sein. Mit einem Heimsieg würde der HSV den Kontrahenten überholen und einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt setzen, eine mutige taktische Herangehensweise würde also nicht überraschen. Das hieße auch, dass eine Versetzung von Daniel Elfadli ins Mittelfeld eher unwahrscheinlich ist. Unter Polzin kam der Deutsch-Libyer in der Bundesliga bisher ausschließlich in der Abwehr-Dreierreihe zum Einsatz.

Eine offensivere Option wäre mit Albert Grønbæk möglich. Der Däne stand nach auskurierter Oberschenkelblessur in Dortmund erstmals im Kader, wurde zwar nicht eingewechselt, dürfte die HSV-Trainings in der Länderspielpause aber genutzt haben, um die Ideen der Coaches noch besser zu verstehen und umzusetzen. Die Leihgabe von Stade Rennes kann sowohl im zentralen Mittelfeld als auch auf dem linken Flügel agieren. Auch eine einrückende Rolle als Zehner ist bei Grønbæk vorstellbar. Zumal Vieira seinen Wirkungsbereich auf der rechten Seite ähnlich interpretiert.
HSV-Sturm ohne verletzten Dompé – aber mit Philip Otele?
Polzin und Favé haben in der Rückrunde bewiesen, dass sie ihr System je nach Gegner und vorhandenem Personal in Nuancen anpassen können. In Heidenheim etwa erfüllten Remberg, Sambi Lokonga und Vieira die Aufgaben im Mittelfeld gemeinsam. Vor ihnen begannen die laufstarken Philip Otele und Ransford Königsdörffer als eine Art Doppelsturm. Letzteres wäre auch gegen Augsburg denkbar. Dann würde sich die Frage stellen, wie der HSV in den Positionen hinter dem Nigerianer und dem Deutsch-Ghanaer startet. Polzin hat in Downs, Rayan Philippe und – mit Abstrichen – Robert Glatzel jedoch auch für die Angriffsreihe weitere Alternativen. Der Startelf-Poker geht weiter.
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Immer wahrscheinlicher wird derweil, dass Jean-Luc Dompé am Samstag nicht zur Verfügung steht. Aufgrund von Problemen an seinem vorderen linken Fuß trainierte der Franzose auch am Mittwoch nicht auf dem Platz, sondern nur in den Katakomben. Bei ihm ist es eine Frage des Schmerzes. Und weil Dompés Spielstil und Stärken auf Leichtfüßigkeit und Explosivität basieren, dürfte Polzin gegen Augsburg auf ihn verzichten. Schon zu Beginn der Woche hatte der HSV-Coach durchklingen lassen, dass er Dompé, wenn überhaupt, nur als Joker bringen würde.
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