Doch kein neues Stadion im Volkspark? Das bedeutet das Olympia-Aus für den HSV
Olympia in Hamburg – das bleibt auch diesmal nicht mehr als eine Idee. Nachdem die Mehrheit der Hamburger sich im Rahmen des Referendums gegen die Pläne des Senats für die Austragung der Spiele 2036, 2040 oder 2044 stellte, ist auch im Volkspark die Enttäuschung groß. Und die Frage stellt sich: Wackelt nun auch der geplante Bau des Olympiastadions, das im Volkspark entstehen und in dem der HSV künftig spielen sollte?
Die Worte waren vollmundig und klangen vielversprechend. Bereits vor einem Jahr kündigte Hamburgs Sportsenator Andy Grote (SPD) „die modernste Arena Deutschlands“ an, ein Stadion für bis zu 70.000 Zuschauer, das direkt neben dem Volksparkstadion entstehen soll – und zwar unabhängig davon, ob Hamburg den Olympia-Zuschlag erhalten würde. „Wenn die Superstars nach Deutschland kommen, dann künftig nach Hamburg“, so Grote. Der Plan: Spätestens nach dem Ende der Spiele sollte der HSV in den neuen Tempel ziehen.
Die Mehrheit der Hamburger sprach sich gegen die Olympischen Spiele aus
Und nun? Fast 55 Prozent der Hamburger sprachen sich gegen Olympia aus, die Pläne des Senats sind krachend gescheitert. Was bedeutet das für den geplanten Bau der neuen HSV-Heimspielstätte?
An seinen Plänen will der Senat auch weiterhin festhalten. Die Finanzierung des Projekts wird nun allerdings deutlich schwieriger. „Das wäre natürlich mit Olympia einfacher gewesen“, sagte Grote am Montag und verwies darauf, dass sich private Geldgeber durch den Zuschlag deutlich leichter hätten überzeugen lassen. „Wir werden sehr dafür arbeiten, dass wir das realisiert bekommen“, stellte der 57-Jährige fest.
Investoren sollen das neue HSV-Stadion bezahlen
Das Problem: Die Stadt setzt bei der Finanzierung auf Investoren und will nach Möglichkeit keine öffentlichen Gelder in die Hand nehmen, um einem Sturm der Entrüstung vorzubeugen. Im Senat herrscht die Meinung vor: Mit Olympia als Zugpferd wäre die Angelegenheit ein Selbstgänger gewesen. Nun aber müsse man kreativ sein.
Dessen ist sich auch der HSV bewusst, der sich bereits in Gesprächen mit der Stadt befindet. Das Nein zu Olympia kommentierte der Verein am Montag entsprechend geknickt. „Als HSV haben wir die Bewerbung Hamburgs für Olympische und Paralympische Spiele aus voller Überzeugung unterstützt“, ließ der Klub via Instagram wissen. „Entsprechend bedauern wir den Ausgang des Referendums. Gleichzeitig gehört es zu einem demokratischen Prozess, ein solches Votum zu akzeptieren.“ Und weiter: „Unabhängig vom Ergebnis gilt unser Respekt allen Beteiligten, die sich mit großem Engagement für dieses Projekt eingesetzt haben. Die Diskussion der vergangenen Monate hat gezeigt, welches Potenzial Hamburg für internationale Großveranstaltungen und nachhaltige Stadtentwicklung besitzt.“
Berlin, München und Rhein-Ruhr bewerben sich für Olympia
Auch zum angedachten Stadionbau im Volkspark bezog der Verein Stellung, ohne das Projekt allerdings genau zu benennen. Man hoffe, dass einer der deutschen Mitbewerber Rhein-Ruhr, Berlin oder München nun den Olympia-Zuschlag erhalte: „Wir drücken die Daumen, dass Olympia nach Deutschland kommt, und hoffen, dass Hamburg auch künftig den Mut haben wird, sich ambitionierten Zukunftsprojekten zu stellen. Der HSV bleibt weiterhin ein verlässlicher Ansprechpartner für die langfristige Entwicklung des Standorts am Volkspark – sobald die Freie und Hansestadt Hamburg sich aufgestellt hat, um entsprechende Perspektiven weiterzuverfolgen.“
Damit verdeutlichten die HSV-Entscheidungsträger, dass der Ball nun erst mal bei der Stadt liegt. Laut vorsichtigen Schätzungen könne der Bau des neuen Stadions Kosten von bis zu 500 Millionen Euro verschlingen. Der HSV soll die Arena zwar nicht bezahlen, aber als Pächter auftreten.
Das Volksparkstadion ist in die Jahre gekommen
Für den Verein wäre die Umsetzung des Projekts ein elementarer Baustein für die Zukunft. So sehr die HSV-Fans ihr Volksparkstadion lieben: Die zwischen 1998 und 2000 komplett umgebaute Arena ist in die Jahre gekommen. „Es hält nur noch bis spätestens 2050 durch“, ließ Grote in der Vergangenheit mehrfach wissen. Etwa alle zehn Jahre seien millionenschwere Sanierungsmaßnahmen nötig. Die neue Arena sei für alle Beteiligten die beste Lösung.
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Der direkt am Stadion gelegene „Parkplatz Rot“ wurde als Ort für den Bau des neuen Stadions auserkoren, die Pläne liegen in der Schublade. Völlig offen aber, wann und wie sie umgesetzt werden sollen – und wer all das bezahlen soll.