Doch kein neuer Rechtsverteidiger? Diese HSV-Priorität überrascht
Nicolai Remberg kam von Holstein Kiel fürs defensive Mittelfeld. Jordan Torunarigha kam von KAA Gent für die Innenverteidigung. Rayan Philippe soll von Eintracht Braunschweig für den Sturm kommen. Und für das Tor hat der HSV laut „Kicker“ U21-Nationalkeeper Nahuel Noll im Visier. Es gab bislang zwei fixe Transfers – und viele verschiedene Gerüchte. Doch mit Blick auf eine Position, bei der eigentlich klar erschien, dass sich der HSV hier verstärken wollen würde, gab es bisher kaum Spekulationen: die des Rechtsverteidigers. Das hat Gründe.
Der entscheidende Grund ist: Die HSV-Bosse sehen die Planstelle hinten rechts derzeit quantitativ als besetzt an. Deshalb hat die Verpflichtung eines neuen Außenverteidigers nach MOPO-Informationen derzeit keine Priorität – zumal das Trainerteam um Merlin Polzin einen solchen Wunsch bei den bisherigen Analysegesprächen mit den Transferchefs nicht klar formuliert haben soll. Ob sich in dieser Hinsicht noch etwas ändern wird, ist aktuell offen.
HSV-Bosse sehen Position rechts hinten derzeit als besetzt
In William Mikelbrencis (bis Sommer 2026) und Silvan Hefti (bis 2028) stehen zwei klare Rechtsverteidiger beim HSV unter Vertrag – zwei mit unterschiedlichen Profilen. Coach Polzin setzte in der Rückrunde zumeist auf den offensivstärkeren Franzosen, doch Heftis defensive Zweikampfstärke, die er in der 2. Liga mit Abstrichen unter Beweis stellte, könnte in der Bundesliga an Bedeutung gewinnen. Noch soll Polzin den HSV-Bossen nicht signalisiert haben, welchen Spielertypen er für seine Erstligataktik favorisiert. Oder ob er sich gar etwas ganz anderes wünscht.
Mit meiner Anmeldung stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Im noch jungen Transfersommer genossen bisher andere Personalien Priorität. Etwa die von Ludovit Reis, dessen Wechsel zum FC Brügge sich auf der Zielgeraden befindet, wie es auch aus dem Volkspark heißt. Oder die der Neuzugänge Remberg und Torunarigha, bei denen der HSV schnell Nägel mit Köpfen machte. Auch Angreifer Philippe wollen die Hamburger unter Vertrag nehmen – doch die Verhandlungen, an deren Ende ein Kaufpreis von 2,5 bis drei Millionen Euro stehen dürfte, sind noch nicht ganz finalisiert. Eine endgültige Entscheidung folgt zeitnah.
Kommt ein Neuer? Polzins Meinung wird maßgeblich sein
Ob sich der HSV womöglich um einen neuen Rechtsverteidiger bemüht, der im Bundesliga-Kader zu einer neuen Konstanten werden könnte, wird dagegen wohl noch etwas länger offen bleiben. Hefti, den der HSV im Vorjahr für 1,5 Millionen Euro vom CFC Genua losgeeist hatte, hat eine unbefriedigende Premierensaison hinter sich. Der 27-Jährige kam mit der Erfahrung von 22 Serie-A- und sechs Champions-League-Spielen, stand bei bisher 20 HSV-Einsätzen aber nur zwölfmal in der Startelf – auch, weil er in der Hinrunde wochenlang mit Rückenproblemen fehlte.
Das könnte Sie auch interessieren: „Transfer-Kracher“: Klub feiert Verpflichtung von HSV-Stürmer Sanne
Mikelbrencis dagegen machte in der abgelaufenen Saison einen großen Schritt nach vorne, stand 19-mal in der Zweitliga-Startelf und bereitete zwei Treffer vor. Ob der 21-Jährige schon reif ist für die Duelle mit Bundesliga-Flügelspielern, darf aber bezweifelt werden. Es würde nicht überraschen, wenn der HSV im Laufe des Sommers noch mal umdenkt und – wie bisher zu erwarten war – doch einen neuen Rechtsverteidiger holt. Aktuell sieht die Hamburger Prioritätenliste einen solchen Transfer nicht vor, am Ende jedoch wird Polzins Meinung maßgeblich sein.