Diese HSV-Profis zeigen sich auf der weltgrößten Bühne
Der HSV wird sich freuen. Rund 300 Millionen Euro schüttet die FIFA insgesamt an die Klubs aus, die ihre Spieler diesmal rund um die WM abstellen. Das ist so viel Geld wie nie. Neu ist zudem, dass auch für jene Profis eine Entschädigung fällig wird, die in der Qualifikation zum Einsatz kamen. Im Rahmen des Turniers in Nordamerika wird pro WM-Fahrer ein Tagessatz fällig, kalkuliert wird mit mindestens 11.000 US-Dollar. Wie viel Kohle der HSV im Einzelfall konkret kassiert, hängt vom Abschneiden der Länder ab. Gut für die Hamburger: Da Dennis Hadzikadunic (Bosnien) innerhalb der vergangenen zwei Jahre im Volkspark unter Vertrag stand, könnte es auch eine Summe für den Ex-Spieler geben. Wie aber stehen die Chancen für Luka Vuskovic, Miro Muheim und die anderen HSV-Profis aus der Saison 2025/26? Die MOPO gibt einen Überblick mit allen WM-Terminen, Gegnern, Quartieren und Star-Mitspielern.
Luka Vuskovic: HSV-Leihgabe ist der Abwehrboss
„Ich will die WM gewinnen“, stellte Luka Vuskovic klar, ehe er am Montag in Rijeka aufschlug. Dort steigt am 2. Juni Kroatiens Test gegen Belgien, bevor als Generalprobe Slowenien wartet (7. Juni). Zwei Tage später fliegt das Team um Luka Modric (AC Milan) in den US-Osten, wo es in Alexandria (Bundesstaat Virginia) lebt. Für Vuskovic – offiziell bis zum 30. Juni Leihgabe, weshalb der HSV eine Abstellungsgebühr erhält – stellte Coach Zlatko Dalic auf eine Dreierabwehrkette um.
Der 19-Jährige soll wie in Hamburg Abwehrchef sein. „Luka ist eine Maschine“, sagte Hoffenheim-Ikone Andrej Kramaric jüngst zur MOPO. „Wir müssen als Nationalelf keine Sorgen um die Zukunft haben.“ Bei der WM trifft Vuskovic auf England um Harry Kane (17. Juni), auf Panama (24. Juni) und auf Ghana (27. Juni).
Miro Muheim: HSV-Profi will der Super-Joker sein
Miro Muheim (28) ist bei der Schweiz links hinten erster Vertreter für Routinier Ricardo Rodríguez. „Unser erstes Ziel ist der Gruppensieg“, sagt der HSV-Leader, der im Saisonfinale von einer Knöchelblessur zurückgekehrt war. Die Gegner der „Nati“ sind Katar (13. Juni), Bosnien um Ex-Hamburger Dennis Hadzikadunic (18. Juni) sowie Co-Gastgeber Kanada (24. Juni). Muheims Mitspieler sind unter anderem Granit Xhaka (FC Sunderland) und Gregor Kobel (BVB).
Nationaltrainer Murat Yakin versammelte den Großteil seines Aufgebots zu Wochenbeginn in St. Gallen. Am Sonntag wird dort gegen Jordanien getestet, zwei Tage später hebt der Flieger in Richtung US-Westküste ab. Am Standort ihres WM-Quartiers in San Diego findet auch die Generalprobe statt – am 6. Juni gegen Australien. Muheim möchte stets „bereit sein, wenn ich gebraucht werde“.
Sander Tangvik: Keeper pusht von Norwegens Bank aus
Sander Tangvik (23) reist mit Stars wie Erling Haaland (Man City) und Arsenal-Kapitän Martin Ødegaard an. In Norwegens Tor reiht sich der HSV-Keeper hinter Ørjan Nyland (FC Sevilla) und Egil Selvik (Watford) ein. „Ich habe die Hoffnung nie aufgegeben“, sagt Tangvik, dessen WM-Chancen nach dem Winterwechsel zum HSV kleiner wurden, weil er die Nummer zwei blieb. Doch sein Einsatz beim 1:1 in Leverkusen überzeugte Ståle Solbakken. „Wir glauben, dass Sander unser nächster großer Torwart wird“, lobte der Norwegen-Coach.
In den USA bezieht das Team in Greensboro (North Carolina) sein Camp. In der Gruppe I ist das Weiterkommen das Ziel, vermutlich als Zweiter hinter dem letzten Gegner Frankreich (26. Juni). Vorher treffen die „Löwen“, die erstmals seit 28 Jahren bei einer WM antreten, auf Irak (17. Juni) und Senegal (23. Juni).
Nicolás Capaldo: Rest-Hoffnung auf den Messi-Traum
Ob Nicolás Capaldo die WM spielen wird, ist noch nicht endgültig entschieden. Der HSV-Profi hatte es in Argentiniens vorläufigen 55-Mann-Kader geschafft und soll bei den Tests gegen Honduras (7. Juni) und Island (10. Juli) dabei sein. Aber: Im finalen, 26-köpfigen Turnier-Aufgebot von Coach Lionel Scaloni, das in der Nacht von Donnerstag auf Freitag veröffentlicht wurde, tauchte der Allrounder nicht auf.
Ganz verschwunden sind Capaldos Hoffnungen damit trotzdem noch nicht. Er bleibt auf der Warteliste, denn die beiden nominierten Rechtsverteidiger Nahuel Molina (Atlético Madrid) und Gonzalo Montiel (River Plate) haben aktuell mit Muskelverletzungen zu kämpfen. Außerdem musste Innenverteidiger Cristian Romero (Tottenham) zuletzt wegen einer Knieblessur aussetzen. Sollte einer dieser Profis ausfallen, könnte der vielseitige Capaldo profitieren.
Bislang lief der Vizekapitän des HSV nur für die U23 seines Heimatlandes auf. 2020 gehörte er zur argentinischen Olympia-Mannschaft und schaffte mit ihr die Qualifikation für die Spiele 2021 in Tokio. Teilnehmen durfte er dort aber nicht, weil sein Ex-Verein RB Salzburg die Freigabe verweigerte.
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Jetzt würde sich der 27-Jährige gerne den Traum erfüllen, für den Titelverteidiger an der Seite von Lionel Messi am größten Weltturnier teilzunehmen. Als Neuling im A-Team wäre das für ihn eine kleine Sensation. In der Gruppe J warten dann Algerien (17. Juni), Österreich (22. Juni) und Jordanien (28. Juni).