Diese HSV-Entwicklung findet ein Ex-Kapitän „ungewöhnlich“ und „schade“

Ludovit Reis und Immanuel Pherai lachen gemeinsam auf dem Trainingsplatz.
Mit Ludovit Reis (l.) und Immanuel Pherai hat der HSV in dieser Saison seine letzten Holländer abgegeben. Nico-Jan Hoogma bedauert das.

Insgesamt 16 verschiedene Nationen sind aktuell im Profi-Kader des HSV vertreten. Ein Spieler aus den Niederlanden ist nicht mehr dabei. Das hat es im Volkspark in diesem Jahrtausend zuvor nur einmal gegeben. Ist die besondere und so erfolgreiche Beziehung zum Nachbarland jetzt etwa vorbei? Die MOPO hat mit Ex-Kapitän Nico-Jan Hoogma (57) über die Entwicklung gesprochen.

Der HSV und seine Niederländer – los ging alles 1998 mit Nico-Jan Hoogma, der damals aus Enschede in den Volkspark wechselte. Der Verteidiger blieb sechs Jahre, entwickelte sich zum Kapitän und absolvierte mehr als 200 Spiele für die Hamburger. Es war der Auftakt einer großen Holland-Ära im Volkspark. Es folgten Spieler wie Erik Meijer, Khalid Boulahrouz, Nigel de Jong, Rafael van der Vaart, Joris Mathijsen, Ruud van Nistelrooy, Jeffrey Bruma oder Rick van Drongelen. Zeitweise standen sogar vier Oranje-Profis gleichzeitig beim HSV unter Vertrag.

Pherai war beim HSV der letzte Niederländer

Lediglich zwischen 2015 und 2017 gab es in diesem Jahrtausend eine kurze Holland-Auszeit in Hamburg. Nun wiederholt sich diese Geschichte: Im Sommer hatte zunächst Ludovit Reis (Brügge) den HSV verlassen, im Winter verabschiedete sich jetzt auch der in Amsterdam geborene Immanuel Pherai (Elversberg). Er war der letzte von bislang insgesamt 16 Niederländern beim HSV.

„Das ist ungewöhnlich“, sagt Hoogma im Gespräch mit der MOPO über die Holland–Flucht aus dem Volkspark. „Genug Qualität und genug Spieler gibt es bei uns im Land. Daran kann es nicht liegen. Eigentlich hat das auch immer gut zusammengepasst.“

Ex-HSV-Kapitän Nico-Jan Hoogma im Volksparkstadion
Ex-HSV-Kapitän Nico-Jan Hoogma ist immer wieder gerne Gast im Volksparkstadion.

Einen HSV ohne Holländer findet Hoogma einerseits „schade“, seine Sympathie für den Verein leidet darunter allerdings nicht. „Ich habe noch einige Kontakte in Hamburg und verfolge sehr viel beim HSV“, sagt der 57-Jährige, der zuletzt beim niederländischen Erstligisten Heracles Almelo als Technischer Direktor gearbeitet hat und zurzeit seine Freizeit genießt.

Hoogma ist begeistert vom HSV-Auftritt gegen Bayern

Dabei schaut er sich auch viele HSV-Spiele an. Beim Stadtderby gegen St. Pauli war er im Stadion. „Das war gar nichts“, sagt er über den Auftritt beider Mannschaften. Richtig begeistert war er hingegen vom 2:2 gegen die Bayern. Hoogma: „Der HSV hat ein hervorragendes Spiel gezeigt. Sie haben genau das gemacht, was man machen muss, wenn man weniger Qualität als der Gegner hat: Sie haben gekämpft, sind viel gelaufen und haben es den Bayern schwer gemacht.“

Das könnte Sie auch interessieren: „Noch nie erlebt!“ Der neue Däne ist schon vom HSV begeistert – und „bereit“

Genau das will Hoogma nun auch vom HSV sehen, wenn der Gegner keinen so großen Namen hat. „Das ist jetzt ein entscheidender Schritt“, sagt der ehemalige Topverteidiger, der kräftig die Daumen drückt. Dass momentan keiner seiner Landsleute mehr dabei ist, sieht er nicht als Problem. „Vielleicht ändert sich das im Sommer ja auch wieder“, lacht Hoogma. Sein Lieblingsspieler beim HSV ist in dieser Saison – wenig überraschend – Luka Vuskovic.

Insgesamt 16 verschiedene Nationen sind aktuell im Profi-Kader des HSV vertreten. Ein Spieler aus den Niederlanden ist nicht mehr dabei. Das hat es im Volkspark in diesem Jahrtausend zuvor nur einmal gegeben. Ist die besondere und so erfolgreiche Beziehung zum Nachbarland jetzt etwa vorbei? Die MOPO hat mit Ex-Kapitän Nico-Jan Hoogma (57) über die Entwicklung gesprochen.