„Die Tür bleibt auf“: Bekommt Dompé eine letzte Chance? HSV-Boss äußert sich
Im Moment des Triumphes dachten die HSV-Profis auch an Jean-Luc Dompé. Der vom Verein wegen seiner Alkoholfahrt suspendierte Franzose fehlte beim 2:2 gegen die Bayern und verfolgte die Partie daheim vorm Fernseher. Einiges spricht mittlerweile aber dafür, dass der Flügelflitzer doch noch eine womöglich allerletzte Chance erhält und bald auf den Platz zurückkehren wird.
Nachdem der ganz große Jubel über das Remis gegen den Rekordmeister verklungen war, wanderten die Gedanken der HSV-Profis und Offiziellen schnell in Richtung Dompé. „Wir versuchen, ihn zu unterstützen“, stellte Albert Sambi Lokonga fest. „Er ist unser Freund.“ Allerdings einer mit zwei Gesichtern, soviel dürfte feststehen.
HSV-Profi Dompé wurde in alkoholisiertem Zustand von der Polizei gestoppt
Das, welches der 30-Jährige zum wiederholten Male neben dem Platz zeigte, brachte ihm in dieser Woche gewaltigen Ärger ein. Mit einem Alkoholwert von mehr als 1,4 Promille war er am vergangenen Sonntagmorgen von der Polizei gestoppt und am Donnerstag dann vom HSV bis auf weiteres suspendiert worden. Wie aber geht es nun weiter mit Dompé?

Die WochenMOPO – ab Freitag neu und überall, wo es Zeitungen gibt!
Diese Woche u.a. mit diesen Themen:
- Diagnose Krebs: Hamburgerin wirft UKE Behandlungsfehler vor
- Straftaten: Hamburg wird sicherer – aber nicht für Frauen
- Hamburgs Super-Recognizer: Der Mann, der sich Tausende Gesichter merken kann
- Große Rätselbeilage: Knobelspaß für jeden Tag
- 16 Seiten Sport: HSV-Liebling Otto Stange (19) über seine Rückkehr
- 28 Seiten Plan 7: Im Kino wird’s jetzt richtig heiß! Und: Ausgeh-Tipps für jeden Tag
Eric Huwer deutete nach dem Bayern-Spiel an, dass der gebrandmarkte Profi trotz seines neuerlichen Fehlverhaltens sehr wohl auch weiterhin eine Zukunft beim HSV haben könnte. „Wir wissen, was wir an Jean-Luc haben“, so der Finanz-Vorstand. „Nichtsdestotrotz: Aus Fehlern muss man lernen, und deswegen haben wir es genauso formuliert in aller Klarheit. Der Trainer hat es gesagt: Keiner ist größer als der Verein, und wann kann man es besser merken als heute?“ Und weiter: „Wir werden uns da die Tage eng beraten, aber jetzt gucken wir erst einmal, was wir bis Montag machen können. Die Tür bleibt auf. Und wir schauen uns jetzt an, wie der Spieler sich verhält.“
HSV-Dribbler verfolgte das 2:2 gegen die Bayern vorm TV
Damit ist klar: Der HSV erwartet ein ganz klares Zeichen der Reue von Dompé. Der verzichtete am Samstag vorsorglich auf seinen Besuch im Stadion, vermutlich auch, um sich selbst zu schützen und weiteren Wirbel und mögliche Überreaktionen zu vermeiden. Stattdessen teilte der Franzose in den sozialen Medien ein Foto, das verdeutlicht, dass er die Partie auf der Couch vor dem Fernseher verfolgte.
Seine Kollegen konnten nur schwer verbergen, dass sie ihn vermissten. „Es war eine wirklich schwierige Woche“, erklärte Defensivmann Nicolás Capaldo. Daniel Elfadli stellte fest: „Das war natürlich ein Schock für uns. Wir haben auch drüber geredet, aber ich glaube, dass der Fokus jetzt auf den Aufgaben liegt, die vor uns liegen. Wir haben keine Zeit, groß zu diskutieren oder das weiter zu thematisieren, sondern müssen uns auf das Wesentliche fokussieren und Jean-Luc da so bald wie möglich wieder mitnehmen.“ Für Elfadli steht fest: „Natürlich ist er ein Mitspieler von uns, ein Teil dieser Mannschaft. Und natürlich nehmen wir ihn mit und versuchen, ihn aufzumuntern.“
HSV-Keeper Heuer Fernandes will mit Dompé sprechen
Dass in nächster Zeit allerdings auch intern noch das eine oder andere Gespräch zu führen sein wird, verdeutlichte Daniel Heuer Fernandes. „Ich selbst habe noch nicht mit ihm gesprochen“, so der Keeper. „Aber er ist ein Spieler von uns, natürlich werde ich da das Gespräch suchen. Aber nicht nur ich.“
Miro Muheim wollte sich öffentlich nicht groß zum Fall Dompé äußern. Der Schweizer bleibt sich diesbezüglich treu. Auch schon vor wenigen Wochen, nach der Trennung von Sportvorstand Stefan Kuntz, hielt er den Ball verbal flach. „Das, was außen passiert, können wir nicht groß beeinflussen“, stellte der Nationalspieler fest. „Was wir machen können, ist, auf dem Platz zu arbeiten und jedes Wochenende zu versuchen, den Plan umzusetzen, den uns die Trainer mitgeben.“
Das könnte Sie auch interessieren: Drei Traumnoten für die HSV-Profis: So sah die MOPO das 2:2 gegen die Bayern
Gegen die Bayern klappte das vorzüglich. Zügig zum Wochenstart dürfte sich nun zeigen, ob auch Dompé bald wieder im Kampf um den Klassenerhalt mithelfen darf – und seine letzte Chance beim HSV erhält.
Anmerkungen oder Fehler gefunden? Schreiben Sie uns gern.