„Der Mannschaft klar gesagt“: So bekämpft der HSV ein großes Alarmsignal
Die Niederlage an sich vermochte niemand zu verurteilen. Dafür ist der VfB Stuttgart dem HSV vom Leistungsniveau her zu weit enteilt. Merlin Polzin verwies nach dem 0:4 dann auch zu Recht auf die große, im Vergleich zu seinem Team höhere Qualität der Schwaben. Einerseits. Andererseits kritisierte Hamburgs Trainer auch, dass er die nötige Energie bei seinen Profis vermisst habe. Wenn die nicht vorhanden ist, kann der HSV in der Bundesliga hoffnungslos unterlegen sein. Diese Erkenntnis ist nicht neu, wurde am Sonntag aber noch mal überdeutlich – ein Alarmsignal vor dem nun anstehenden Nordderby. Oder?
Polzin führte seinen Profis bereits bei der Analyse der Klatsche von Stuttgart vor Augen, dass es am Samstag (15.30 Uhr, Liveticker auf MOPO.de) wieder eine andere Energieleistung benötigt. Diese Grundtugend sollte bei Partien gegen Werder Bremen selbstverständlich sein. Eindringliche Hinweise vom Trainerteam können ja aber nicht schaden. „Wir versuchen alles, damit das nicht noch mal der Fall ist, sondern dass wir voll da sind“, sagte Polzin am Dienstag und verriet: „Das haben wir der Mannschaft auch klar gesagt.“
HSV-Trainer Polzin beklagte fehlende Energie in Stuttgart
Sicherstellen, dass die Profis seine Forderungen auf dem Platz auch umsetzen, könne er nicht. Aber er kann positiv darauf einwirken, dass die gegen den VfB fehlende Power dem HSV nicht noch einmal abgeht. „Das haben aber auch die Jungs untereinander festgestellt“, erklärte Polzin. „Wenn du gegen eine Stuttgarter Mannschaft spielst, die seit zwei, drei Jahren zusammenspielt, wird es für uns in der neuen Konstellation einfach schwierig – aber gewisse Dinge müssen trotzdem auf den Platz gelassen werden.“ Des Trainers Fazit: „Das hat am Sonntag nicht gepasst, da sind wir offen und völlig klar miteinander. Trotzdem ist die Einordnung wichtig.“

Die eine Sichtweise ist diese: Der HSV hat nur eine der vergangenen acht Partien gewonnen, und das ziemlich glücklich beim 2:1 in Wolfsburg. Den anderen Blickwinkel vertritt Polzin: „Von den letzten zehn Spielen haben wir drei gewonnen, dreimal Unentschieden gespielt und gegen Platz zwei, drei, vier und fünf verloren. Das ist wichtig in der ganzen Betrachtungsweise.“
Hamburg verlor zuletzt nur gegen Topteams der Liga
In der Tat unterlag der HSV seit Anfang März lediglich den vier ärgsten „Verfolgern“ des angehenden Meisters FC Bayern: RB Leipzig (1:2), Bayer Leverkusen (0:1), Borussia Dortmund (2:3) und nun eben Stuttgart. Die letzte Ligapleite gegen einen Klub aus der unteren Tabellenhälfte setzte es im November in Augsburg (0:1).
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Auch deshalb strahlt Polzin vor dem Saisonfinale Optimismus aus. Im Derby sollen den Worten Taten folgen. Und an einer mangelhaften Einstellung, zu wenig Bewegung oder zu viel Lethargie soll es im Westerstadion keinesfalls scheitern. Dabei könnte einer der stets wohl motiviertesten HSV-Profis helfen: Startelfrückkehrer Nicolás Capaldo. „Wir haben einen hohen Anspruch an uns, auch, was die Energie angeht – aber die wird am Samstag auf jeden Fall da sein“, versichert Polzin und spricht für seine Spieler, wenn er sagt: „Spätestens, wenn du mit dem Bus den Osterdeich herunterfährst, bist du bereit.“ Schon weit vorher sollten alle Alarmsignale beseitigt werden.
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