HSV-Stürmer Damion Downs läuft vor einem Spiel zum Aufwärmen auf den Platz

Im Winter kam Damion Downs aus Southampton zum HSV. Insbesondere bei Teilen der Fans aber hat der Stürmer in Hamburg einen schweren Stand. Foto: imago/Philipp Szyza

Der Grund liegt neun Monate zurück: Hat es Downs deshalb so schwer beim HSV?

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Keinem anderen HSV-Profi dürfte die Länderspielpause aktuell so guttun wie Damion Downs. Nachdem sich der Angreifer in den vergangenen Wochen teilweise heftiger Kritik des Anhangs ausgesetzt sah, weilt er momentan mit dem U21-Nationalteam der USA in Südkorea. Möglich, dass die Distanz zu Hamburg dem 21-Jährigen helfen wird, um im Saison-Endspurt noch mal neu anzugreifen.


Zusammenfassung:

  • HSV-Profi Damion Downs ist in der Länderspielpause mit dem U21-Team der USA in Südkorea.
  • Es gibt Kritik an Downs wegen fehlender Torbeteiligung trotz Einsatzchancen.
  • Grund für Downs‘ schwierige Saison beim HSV könnte die kurze Sommerpause nach dem Southampton-Wechsel sein.

Das Thema Downs zählt beim HSV zu den konstant heißesten der Rückrunde. Weil der im Winter aus Southampton geliehene Stürmer zwar ausreichend Spielpraxis erhält, in seinen 506 HSV-Minuten aber noch ohne Torbeteiligung und meistens blass blieb. Der Trainerstab um Merlin Polzin schätzt Downs dennoch für sein Anlaufverhalten und die Arbeit, die der glücklose Angreifer an vorderster Front absolviert, um die Abwehrreihen des Gegners zu stressen.

Seinen Kritikern hingegen fehlt das Verständnis dafür, dass der Ex-Kölner trotz nicht vorhandener Trefferquote eine Einsatzchance nach der anderen erhält. Die Folge: Kommentare aus der untersten Schublade, vornehmlich via Social Media.

HSV-Profi Downs bestreitet zwei Tests mit der U21 der USA

Das alles habe bei Downs deutliche Spuren hinterlassen, heißt es HSV-intern. Mental trage der Stürmer ein gewaltiges Paket mit sich herum. Umso besser, dass er nun ein wenig Abstand gewinnen könne. Die beiden Test-Länderspiele in Südkorea (am kommenden Samstag und Dienstag) könnten im Idealfall heilende Wirkung haben.

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Warum aber hat es Downs beim HSV überhaupt so schwer und war bislang nicht in der Lage, in die Spur zu finden? Darüber macht man sich auch im Volkspark Gedanken – und ist auf der Suche nach den Ursachen auf ein Problem gestoßen, das bereits fast neun Monate lang zurückliegt.

Downs wechselte aus Köln nach Southampton

Nachdem Downs Ende Mai vergangenen Jahres mit dem 1. FC Köln in die Bundesliga aufgestiegen war, reiste er ohne Pause in die USA, wo er mit seinem Nationalteam am Gold Cup (vergleichbar mit der EM für europäische Teams) teilnahm. Während die US-Boys mit Downs das Finale gegen Mexiko erreichten (und 1:2 verloren), wurde im Hintergrund der Acht-Millionen-Euro-Wechsel des Stürmers zum FC Southampton eingetütet. Die Folge: Direkt nach dem Gold Cup jettete Downs zum Medizincheck nach England. Der Nachteil des Deals: Dem im bayrischen Windeck geborenen Stürmer blieben nur ganze zwölf Tage Urlaub, ehe er bei seinem neuen Verein ins Training einstieg.

Viel zu wenig Zeit, um die stressige Saison und all das Geschehene mental und körperlich verarbeiten zu können. In Downs Umfeld sieht man in der zu kurzen Sommerpause einen mitentscheidenden Grund dafür, warum der Stürmer von Anfang an Schwierigkeiten hatte, in die Saison zu finden – und die Probleme aktuell in Hamburg ihren Höhepunkt erreichen.

Im Januar lieh sich der HSV Downs aus England aus

Tatsächlich prasselte seit seinem Wechsel nach Southampton einiges auf Downs herein. Zunächst lief es sportlich nicht wie gewünscht, nach fünf Wochen langer Verletzungspause hatte er anschließend unter dem neuen Coach Tonda Eckert einen schweren Stand. Es folgte (fast ohne Spielpraxis) im Januar der Wechsel zum HSV. Nachdem es dort schnell die ersten Enttäuschungen gegeben hatte, wurde Downs zügig zur Zielscheibe vieler Fans. Auch, weil nicht wenige Angreifer lieber Robert Glatzel im HSV-Sturm sehen würden.

Trainer Merlin Polzin schenkt Damion Downs nach Meinung einiger Fans zu viele Chancen. WITTERS
HSV-Trainer Merlin Polzin im Gespräch mit Damion Downs bei einem Spiel
Trainer Merlin Polzin schenkt Damion Downs nach Meinung einiger Fans zu viele Chancen.

Für Downs eine schwere wie auch belastende Situation, über die er sich öffentlich nie beschwerte. Doch die Art und Weise sowie die Massivität der Kritik sollen enorm an ihm nagen. Ziemlich viel, was rund um den jungen Mann herum in den vergangenen zwölf bis 15 Monaten passierte. Das könnte zumindest eine Erklärung dafür sein, warum die Verkrampfung während der Spiele bei ihm zuletzt sichtbar immer weiter zunahm.

Die HSV-Kaufoption beträgt zehn Millionen Euro

Bekommt der Stürmer in Hamburg noch die Kurve? Nach der Länderspielpause wird Downs einen neuen Angriff starten. Ein HSV-Verbleib über die Saison hinaus ist dennoch äußerst unwahrscheinlich. Zu hoch ist die mit Southampton ausgehandelte Kaufoption, die bei zehn Millionen Euro liegen soll, zu gering Downs’ bisherige Erfolgsquote in Hamburg.

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Immerhin: Läuft alles gut, könnte er am Saisonende gleich doppelten Grund zur Freude haben. Mit dem HSV besitzt Downs beste Chancen auf den Klassenerhalt, parallel dazu hat Southampton nach einer Erfolgsserie (zwölf Spiele ohne Pleite mit 30 von 36 möglichen Punkten) Kurs auf die Playoffs zur Premier League genommen. Dort könnte dann auch Downs ab Sommer zeigen, was wirklich in ihm steckt.

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