HSV-Profis laufen über die Tartanbahn

Zwei Ex-Hamburger mit Freiburg-Vergangenheit: Mohamed Gouaida (l.) und Luca Waldschmidt (2.v.r.) trainierten beim HSV zusammen. Foto: WITTERS

Einer in der 6. Liga! Wo Profis mit HSV- und Freiburg-Historie jetzt spielen

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Unter all den noch aktiven Profis, die in ihrer Karriere sowohl für den HSV als auch für den SC Freiburg spielten, sorgten zwei direkt zu Jahresbeginn für Aufsehen – weil sie den Verein wechselten. Jonas Meffert (31), der im Breisgau einst sein erstes Bundesligaspiel bestritten hatte, verließ Hamburg, um bei seinem anderen Ex-Klub Holstein Kiel anzuheuern. Und Michael Gregoritsch (31) kehrt fünf Monate nach seinem Abschied aus Freiburg in die Bundesliga zurück: Der Ex-HSV-Profi (2015 bis 2017) verabschiedete sich von Bröndby IF und spielt per Leihe erneut für den FC Augsburg. Aber was wurde aus den anderen Kickern mit HSV- und SC-Vergangenheit?

Neben Meffert und Gregoritsch gibt es definitiv drei weitere Spieler, die noch aktiv sind und auf eine Karrierestation im Volkspark sowie in Freiburg zurückblicken können. Luca Waldschmidt (29), der den HSV im Sommer 2018 nach 38 Pflichtspielen (drei Tore und vier Assists) für fünf Millionen Euro in Richtung des Breisgaus verlassen hatte, steht nach weiteren Transfers zu Benfica Lissabon (im Jahr 2020) und zum VfL Wolfsburg (2021) seit nunmehr eineinhalb Jahren fest beim 1. FC Köln unter Vertrag. Mit dem „Effzeh“ stieg der Stürmer in der Vorsaison in die Bundesliga auf.

Wie der HSV: Luca Waldschmidt stieg in die Bundesliga auf

Waldschmidt ist der einzige noch aktive Profi mit HSV- und SC-Historie, der schon mal in der deutschen Nationalelf auflief: Von Oktober 2019 bis November 2020 absolvierte er sieben Länderspiele unter Joachim Löw. Unter Köln-Coach Lukas Kwasniok hatte es der Angreifer in der Hinrunde dieser Saison bisher allerdings schwer: Er stand nur fünfmal in der Bundesliga-Startelf und macht sich wegen seiner nicht zufriedenstellenden Situation daher Gedanken über seine Zukunft. Außerdem ist er statt einst 15 Millionen Euro jetzt nur noch zwei Millionen Euro wert. Positiv hervorzuheben bleibt jedoch, dass Waldschmidt seit zehneinhalb Jahren fast durchgängig auf höchstem nationalen Niveau kickt. Mohamed Gouaida (32) dagegen hat es nicht geschafft, sich dauerhaft im Profibereich zu etablieren.

Im März 2018 kam Mohamed Gouaida (r.) zum zwölften und letzten Mal für die HSV-Profis zum Einsatz. imago images/Jan Huebner
Mohamed Gouaida dribbelt gegen Christian Gentner
Im März 2018 kam Mohamed Gouaida (r.) zum zwölften und letzten Mal für den HSV zum Einsatz.

Ex-HSV-Trainer Joe Zinnbauer hatte den Tunesier im Jahr 2014 zu den Profis hochgezogen und ihm nicht nur zum Bundesliga-Debüt, sondern zu insgesamt elf Einsätzen im deutschen Oberhaus verholfen. Mit Zinnbauers Ende bei den Profis im Frühjahr 2015 endete jedoch auch die hoffnungsvolle HSV-Zeit von Gouaida. Der Offensivmann wurde in die Regionalliga zurückversetzt, dann zweimal verliehen (2015/16 zum KSC, 2016/17 zum FC St. Gallen) und spielte schließlich nur noch ein einziges Mal für den HSV in der Bundesliga (März 2018). Nach dem Abstieg verließ er den Volkspark endgültig, es zog ihn erst zum SV Sandhausen (2018 bis 2019) und dann nacheinander zu Waldhof Mannheim (2019 bis 2022), Belgien-Zweitligist Royal Excelsior Virton (2022 bis 2023) und Luxemburg-Erstligist FC Swift Hesperingen. Sein dortiger Aufenthalt endete aber nach nur einem Jahr – und ohne einen einzigen Einsatz.

Gouaida war klublos – Ex-Keeper Brüning nun bei RWE

Die Folge: Von Juli 2024 bis April 2025 war Gouaida vereinslos – bis sich der ESV Südstern Singen meldete. Dort, beim Amateurklub aus Baden-Württemberg, ist der Ex-Hamburger weiterhin gelistet, und er kam in der Verbandsliga Südbaden, was der 6. Liga entspricht, vor der Winterpause ganze 17-mal zum Einsatz. Den Traum einer glorreichen Karriere als Profifußballer lebte Gouaida nur kurz. Dabei standen die Zeichen nicht schlecht, als der SC Freiburg ihn im Sommer 2011 vom FC Straßburg in seinen Nachwuchs geholt hatte – und spätestens, als er wenige Jahre später in Hamburg die nächsten Schritte ging. Die Jugendakademien beider Klubs kennt derweil auch Malte Brüning (21).

Malte Brüning steht nun für Rot-Weiß Essen zwischen den Pfosten. imago images/Maximilian Koch
Malte Brüning dehnt sich auf dem Spielfeld
Malte Brüning steht nun für Rot-Weiß Essen zwischen den Pfosten.

Der Torwart wurde von 2019 bis 2022 im Freiburger Nachwuchs ausgebildet und von 2022 bis 2024 in jenem des HSV. In Hamburg stand er sowohl für die U19 (sechsmal) als auch für die U21 (zweimal) zwischen den Pfosten. Unter Tim Walter und Steffen Baumgart trainierte er auch einige Male bei den Profis mit. Weil die Perspektive im Volkspark nicht stimmte, zog es Brüning im Sommer 2024 jedoch weiter zu Eintracht Trier – und wiederum ein Jahr später zu Rot-Weiß Essen. Beim Drittligisten ist der Ex-HSV-Youngster aktuell die Nummer drei hinter Ersatzkeeper Felix Wienand (23) und Stammtorwart Jakob Golz (27), dem Sohn von HSV-Legende Richard Golz (57). Und der war zu aktiven Zeiten bekanntlich nicht nur in Hamburg jahrelang die Nummer eins – sondern auch beim SC Freiburg.

Was wurde aus dem ehemaligen HSV-Talent Adel Daouri?

Nicht abschließend zu klären ist unterdessen, was aus Adel Daouri wurde. Der französische Mittelfeldmann war im Sommer 2015 ablösefrei vom SC Freiburg II zum HSV gewechselt, wo er es für die U21 auf 52 Spiele mit neun Toren und fünf Vorlagen brachte. In den Hamburger Profikader wurde der damals Anfang 20-Jährige jedoch nie berufen.

Adel Daouri trug nur zwei Jahre lang das HSV-Trikot. imago images/Manngold
Adel Daouri läuft über das Spielfeld
Adel Daouri trug nur zwei Jahre lang das HSV-Trikot.

Stattdessen setzte er seine Karriere nach seinem Abschied aus dem deutschen Norden im Amateurbereich fort. Von 2017 bis 2019 kickte Daouri für den heutigen baden-württembergischen Oberligisten SV Oberachern, anschließend von 2019 bis 2022 für Vauban Straßburg in seiner französischen Heimatstadt. In der Saison 2022/23 folgte ein kurzer Schritt zurück nach Deutschland, wo er für den jetzigen Verbandsligisten SV Linx auflief. Doch im Sommer 2023 ging es für ihn wieder zurück nach Frankreich zum FC Geispolsheim – und 2024 schließlich zu EB Achenheim.

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Der Verein aus dem Elsass tritt im Amateurfußball der Region Bas-Rhin an. Und offiziellen Spielberichten zufolge kam Daouri in der Vorsaison tatsächlich einmal im Pokal für Achenheim zum Einsatz. Das Portal transfermarkt.de führt das Ex-HSV-Talent nach wie vor als Spieler des unterklassigen Klubs auf. In dieser Spielzeit hat der inzwischen 30-jährige Daouri laut den Datenbanken aber noch nicht für die erste Mannschaft Achenheims gespielt. Ob er seine fußballerische Karriere inzwischen beendet hat, ist unklar. Vom Profibereich hat sich Daouri ohnehin längst entfernt.

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