Merlin Polzin brüllt an der Seitenlinie

Merlin Polzin war nicht zufrieden mit dem Auftritt seiner HSV-Profis in Hoffenheim. Foto: WITTERS

„Das wissen die Jungs“: Polzin benennt die ungeschönte HSV-Realität

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Auf den Rängen waren die Hamburger den Hoffenheimern in der PreZero-Arena überlegen. Auf dem Feld aber fielen die Kräfteverhältnisse gegenteilig aus. Fußballerisch war der HSV bei der TSG chancenlos – ungeachtet des Auswärtssupports. Merlin Polzin schätzt die Reiselust des Anhangs, doch er sagt über das 1:4 am Samstag auch: „Weil 15.000 Fans von uns da sind, fühlt es sich sportlich zwar an wie etwas auf Augenhöhe – aber es ist noch weit weg davon.“ Die Realität beim Aufsteiger ist eine andere. Der HSV-Trainer benennt sie ungeschönt.

Es wirkte am Dienstag so, als hätte Polzin die Pleite aufgearbeitet und längst akzeptiert – weil der Gegner an diesem Nachmittag scheinbar übermächtig war. „Wir haben gegen Hoffenheim gespielt, die uns in Grund und Boden laufen“, sagt Polzin im Rückblick. „Das machen sie auch mit anderen Mannschaften.“ Tatsächlich ist die TSG die laufstärkste Mannschaft der Liga und legte am Samstag mehr als zehn Kilometer mehr als der desolat auftretende HSV zurück.

HSV-Trainer Polzin: „An solchen Tagen muss alles passen“

Auch Polzin war enttäuscht von der Leistung seiner Profis. Er ist aber bemüht, den bitteren Rückschlag gegen den Tabellenfünften einzuordnen und abzuhaken. „An solchen Tagen muss bei uns alles passen und bei den Gegnern wenig passen, damit wir in diesen Spielen konkurrenzfähig sind. Das wissen die Jungs auch“, sagt der HSV-Trainer und erinnert an die beiden Heimspiel-Erfolgserlebnisse gegen Dortmund (1:1) und den VfB Stuttgart (2:1). Da hatte wirklich sehr viel gepasst beim HSV. In Hoffenheim stimmte dagegen sehr wenig – und das mal wieder in der Ferne.

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Polzin kann die Auswärtsdebatte nicht gänzlich wegdiskutieren, er kann aber auf das verweisen, was ihm wichtiger ist: „Mir geht es immer um die Entwicklung, ohne uns mit anderen Vereinen zu vergleichen. Und unsere Entwicklung ist klar zu erkennen. Wir sind besser und konkurrenzfähiger geworden, seitdem unser Kader komplett ist.“ Die bisher 15 Punkte aus 14 Partien stützen diese These. Der HSV muss Weihnachten nicht auf einem Abstiegsplatz feiern.

HSV trifft auf das nächste Topteam – allerdings zu Hause

Gleichzeitig weiß Polzin: „Dellen gehören dazu – und Hoffenheim hat das eiskalt ausgenutzt. Wir haben nach 30 Minuten zwei Torschüsse zugelassen, und die waren beide drin. Das fühlt sich schlecht an, daran müssen wir arbeiten.“ Zumal seine Profis vor allen vier Gegentoren individuell gepatzt hatten: Miro Muheim war an drei TSG-Treffern beteiligt, Nicolás Capaldo an zweien, und Luka Vuskovic wegen eines unnötigen Ballverlusts an einem.

Die gute Nachricht aus HSV-Sicht benennt Polzin mit einem Schmunzeln: „Jetzt haben wir ja zum Glück wieder ein Heimspiel.“ Die eher schlechte: Beim Jahresabschluss am Samstag (15.30 Uhr, Liveticker auf MOPO.de) wartet mit Eintracht Frankfurt das nächste Topteam der Liga. Wobei der HSV im Volkspark ja schon zwei andere Europapokal-Teilnehmer (Dortmund und Stuttgart) ärgern konnte. Folgt gegen die SGE der dritte Streich? In Frankfurt kriselte es zuletzt, in der Tabelle steht aber immer noch Rang sieben da und das 1:0 gegen Augsburg gab neuen Rückenwind.

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Zuvor war das knappe 1:2 in Barcelona ein Hoffnungsschimmer für das Team von Dino Toppmöller, der vorerst nicht mehr um seinen Job bangen muss. „Die Eintracht spielt in der Champions League und wir sind mit einem Punkt vor Elversberg aufgestiegen. Die Rollen sind klar verteilt“, warnt Polzin vor dem Gegner. „Aber es macht auch Spaß, sie zu ärgern.“ Dass im Volksparkstadion nichts unmöglich ist, hat der HSV in dieser Achterbahnsaison längst bewiesen.

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