Sport
hsv
„Das wäre fantastisch“: Ex-HSV-Boss hofft auf den Poulsen-Transfer
Am Mittwoch bestätigte erstmals einer der Bosse den Flirt des HSV mit Yussuf Poulsen. „Es ist richtig, dass er sich derzeit mit dem Hamburger SV im Austausch befindet“, sagte Marcel Schäfer, Sportchef von RB Leipzig. Wohin das führe, könne er noch nicht sagen. Klar ist aber, dass man sich nicht nur im Volkspark riesig freuen würde, wenn es mit dem Deal klappt – auch ein Ex-HSV-Boss hofft auf den Transfer. Er kennt Poulsen bestens.
Frank Arnesen zählt die Vorzüge des dänischen Stürmers der Reihe nach auf, als die MOPO ihn erreicht. „Yussuf hat eine fantastische Mentalität, ist physisch hervorragend, körperlich sehr stark und schnell. Er kann 90 Minuten lang hart arbeiten – auch wenn er jetzt 31 Jahre alt ist.“ Als Arnesen von Mai 2011 bis Mai 2013 Sportvorstand beim HSV war, war Poulsen noch nicht einmal 20 Jahre alt. Aber der langjährige Manager kennt den Torjäger schon sehr lange.
Arnesen kennt HSV-Kandidat Yussuf Poulsen schon lange
Hintergrund: Poulsen ist seit seiner Jugend, in der beide in Dänemarks U-Nationalmannschaften zusammenspielten, sehr gut befreundet mit Christian Nørgaard – und ebendieser Nørgaard wechselte im Januar 2012 auf Wirken von Arnesen hin zum HSV. „Ich kenne Poulsen auch persönlich“, sagt der heute 68-Jährige daher. „Wir hatten damals Christian beim HSV – und er und Yussuf waren gute Freunde.“ Eineinhalb Jahre, nachdem Nørgaard nach Hamburg gekommen war, wagte auch Poulsen den Schritt nach Deutschland: zu RB nach Leipzig, wo es der 87-malige A-Nationalspieler heute auf 95 Tore und 66 Assists in 425 Pflichtspielen bringt. Arnesen weiß um diese starke Quote.
„Yussuf hat in Leipzig jahrelang alles miterlebt, von der Dritten Liga bis in die Bundesliga, auch Trophäen gewonnen“, sagt der Ex-HSV-Boss über Poulsen, der mit dem Brauseklub zweimal den DFB-Pokal und einmal den Supercup gewann. „Er weiß, was zu tun ist, um als Profi auf allerhöchstem Niveau spielen zu können.“ Zudem ist sich Arnesen sicher, dass Poulsen perfekt zur auf die Bundesliga angepassten Spielidee der HSV-Trainer passt. „Da ist er sehr stark“, sagt der gebürtige Kopenhagener, als er hört, dass Merlin Polzin verstärkt aufs Umschaltspiel setzen will.
Poulsens Qualitäten passen zum neuen Spielstil von Polzin
„Pressing, Gegenpressing, Physis, Schnelligkeit – da ist er hervorragend“, betont Arnesen und ergänzt: „Ich hoffe, dass der Wechsel klappt. Yussuf wäre ein sehr guter Spieler für den HSV. Das erste Jahr zurück in der Bundesliga wird hart. Sie müssen in der Liga bleiben – und Yussuf wäre ein fantastischer Spieler, den man mit im Kader hätte.“ Nørgaard, seit 2019 beim FC Brentford unter Vertrag, soll übrigens zeitnah in das Aufgebot des FC Arsenal stoßen. Als Ablösesumme für den 31-Jährigen, der drei Monate älter ist als Poulsen, kursieren mehr als zehn Millionen Euro.
Das könnte Sie auch interessieren: HSV-Zugang Philippe: Abendessen mit Dompé – und ein Geständnis
Arnesen ist seit Oktober 2023 Aufsichtsratsmitglied beim niederländischen Traditionsklub PSV Eindhoven, den HSV verfolgt er aber „natürlich“ immer noch. „Man darf nicht vergessen, dass sie sieben Jahre in der 2. Liga gespielt haben. Das ist ein ganz anderes Niveau als in der Bundesliga“, weiß er. „Deshalb ist es sehr interessant, zu sehen, welche Spieler das Tempo für den HSV mitgehen können.“ Poulsen könnte das, meint Arnesen. Und er ist sich aus der Ferne sicher, dass der RB-Torjäger die Vorzüge der Hamburger kennt: „Der HSV hat viele Vorteile: ein großes Stadion, fantastische Fans …“, zählt er wieder auf. Ob man im Volkspark künftig auf Poulsen zählen kann, ist offen. Der Kontakt besteht längst, wie Schäfer nun bestätigte. Der HSV hofft auf den Deal – prüft aber auch Alternativen.