Das sind die HSV-Pläne mit den sechs größten Nachwuchs-Juwelen
Es sind Tage wie diese, an denen den Fans das Herz aufgeht. Mit Louis Lemke und Shafiq Nandja durften zuletzt gegen Freiburg (1:1) gleich zwei HSV-Eigengewächse ihr Bundesliga-Debüt feiern, ein weiterer Beleg für die rapide Entwicklung des Vereins in Sachen Nachwuchsarbeit. Welche Talente aber haben im Volkspark aktuell die besten Voraussetzungen, künftig durchstarten zu können? Die MOPO macht den Check: Sechs Youngster stechen besonders hervor.
Otto Stange (19): Auf dem Angreifer, der bereits im Alter von 16 Jahren erstmals bei den Profis mittrainierte, ruhen aktuell die größten Hoffnungen. Das Juwel ist gereift, kam in dieser Serie auf zehn Bundesliga- und elf Zweitligaspiele (bis Winter in Elversberg, ehe die Leihe aufgelöst wurde). Die Verantwortlichen trauen ihm in der kommenden Saison den Durchbruch zu. Aber: Da im Sommer voraussichtlich mehrere neue Stürmer kommen, bleibt abzuwarten, wie die Vorbereitung läuft. Sollte Stange zu arg ins Hintertreffen geraten, wäre eine erneute Leihe eine Option.
Kein HSV-Profi jünger als Lemke – auch Nandja debütierte
Louis Lemke (16): Keiner war jünger. Lemke schrieb gegen Freiburg Geschichte, wurde mit 16 Jahren und 214 Tagen zum jüngsten Spieler, der jemals ein HSV-Profispiel bestritt. Im Oktober war er erstmals bei den Profis, seitdem überrascht der Linksverteidiger den Trainerstab durch seine zügigen Entwicklungsschritte. Die Folge: Eigentlich sollte Lemke einmal pro Woche mittrainieren, doch diese Regelung wurde schon zuletzt auf zwei bis drei Einheiten pro Woche ausgebaut. Im Sommer soll er mit ins Trainingslager reisen, dazu weiter in der U19 und U21 spielen.
Shafiq Nandja (19): Auch für den Innenverteidiger erfüllte sich mit seinem Minuteneinsatz gegen Freiburg ein Lebenstraum. Anschließend durfte er in Leverkusen sogar knapp 20 Minuten lang ran. Seit acht Jahren kickt Nandja (kam 2018 vom Harburger Türksport) beim HSV und wird in Kürze seinen ersten Profivertrag unterzeichnen. Die Bosse trauen ihm zu, schon zur neuen Saison als Backup für das dann noch offene Stammverteidiger-Duo zu taugen.
Vasiljevic kommt, Bissi-Mouelle und Sedlatschek schon da
Andrej Vasiljevic (16): Kommt im Sommer von MTK Budapest und ist sogar noch fünfeinhalb Monate jünger als Lemke. 1,5 Millionen Euro lässt sich der HSV den Deal kosten, bekommt eines der größten Sturm-Talente Ungarns. Erst kürzlich sorgte Vasiljevic in seiner Heimat für Aufsehen, als er im Alter von 16 Jahren und 37 Tagen in der ersten Liga debütierte. Beim HSV soll er in der U19 beginnen und später möglichst in die Fußstapfen seines Vaters Dušan schlüpfen – der spielte einst für Energie Cottbus in der Bundesliga.
Jason Bissi-Mouelle (18): Seit seinem zehnten Lebensjahr kickt der Deutsch-Kameruner für den HSV – und könnte der nächste aus dem eigenen Schuppen sein, dessen Stern auch bei den Profis aufgeht. Spannend: Der U19-Innenverteidiger, der schon mehrfach bei den Profis mittrainierte, gilt intern als Herausforderer von Nandja. Auch seine Trainingszeiten beim Bundesliga-Team könnten sich ab Sommer deutlich steigern.
Thierry Sedlatschek (17): Fühlt sich als Rechtsaußen am wohlsten und schnupperte schon mehrfach bei den Profis rein. Sedlatscheks Heimat ist die U17, dort gelangen ihm in 19 Saisoneinsätzen 16 Scorer (je acht Tore und Assists). Er soll beim HSV kontinuierlich an höhere Aufgaben herangeführt werden und gilt als sehr entwicklungsfähig. Das Profi-Trainerteam um Merlin Polzin hält große Stücke auf ihn. Bald könnte auch er durchstarten.