Ransford Königsdörffer hält sich die Hände vor das Gesicht.

Ransford Königsdörffer hält sich nach einer vergebenen Tor-Chance die Hände vor das Gesicht. Foto: IMAGO/Steinsiek.ch

„Das schaffen wir nicht“: Tor-Krise spitzt sich zu – Druck auf die HSV-Bosse wächst

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Das 0:1 beim FC Augsburg war für den HSV bereits das sechste von bislang elf Ligaspielen ohne eigenen Treffer in dieser Saison. Auswärts haben die Hamburger bei sechs Auftritten erst zwei Tore erzielt. Kein anderes Bundesliga-Team ist offensiv so harmlos. Immer deutlicher drängt sich die Frage auf, ob der HSV für das gewählte Spielsystem das richtige Personal im Angriff hat – oder ob auf dem Wintertransfermarkt zwingend nachgelegt werden muss.

Komplett chancenlos war der HSV in Augsburg nicht. Im Vergleich zu den Auftritten zuvor hat sich daran nichts geändert. Mit 14 Torschüssen hatten die Hamburger am Ende sogar vier Abschlüsse mehr als der Gegner. Gefährlich wurde es vor dem Tor der Augsburger trotzdem nur sehr selten. Ransford Königsdörffer ließ in der ersten Halbzeit eine Top-Chance liegen, Giorgi Gocholeishvili verpasste kurz nach der Pause den Treffer zum 1:0. Das ärgerte hinterher alle.

„Wir haben eigentlich genug Chancen, um wenigstens ein Tor zu machen. Das schaffen wir nicht“, meinte Miro Muheim. Trainer Merlin Polzin sagte: „Wir müssen einfach lernen, kaltschnäuziger zu sein. Wir müssen die Möglichkeiten, die in der Ersten Liga nicht so häufig zu finden sind, dann definitiv nutzen. Das haben wir nicht getan.“

Königsdörffer macht zu wenig aus seinen Chancen

Mal wieder nicht. Das Problem zieht sich bislang durch die komplette Saison. Der Plan, vor allem mit langen Bällen und viel Tempo zum Erfolg zu kommen, will einfach nicht aufgehen – auch weil das Zusammenspiel in der Offensive zu selten passt und vor allem Königsdörffer weiterhin zu wenig aus seinen Möglichkeiten macht. Daran hat auch sein erstes Bundesliga-Tor vor der Länderspielpause gegen Dortmund nichts geändert. Das war in Augsburg erneut zu sehen.

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Polzin betont immer wieder, dass er den Stürmer nicht in erster Linie an Toren messen will, sondern lobt stattdessen seinen läuferischen Einsatz und seine Arbeit gegen den Ball. Gelöst werden muss nun allerdings endlich das Torproblem im Angriff. Denn am Ende geht es um Ergebnisse. Da die grundsätzliche Spielweise nicht geändert werden soll, werden die Rufe nach neuem Personal für den Winter immer lauter.

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Das Problem liegt dabei sicherlich nicht nur bei Königsdörffer. Auch von der Bank kommt von den Hamburgern bislang viel zu wenig – das zeigt ein Blick auf die Joker-Bilanz. Gewechselt wird beim HSV häufig. An den ersten elf Spieltagen schöpfte Polzin in jeder Partie das volle Wechselkontingent aus. Doch die bislang 55 Einwechslungen führten erst zu einer einzigen Torbeteiligung (Königsdörffer gegen Dortmund). Eine ziemlich miserable Quote. Zum Vergleich: Beim 1. FC Köln sind es 14 Torbeteiligungen bei ebenfalls 55 Wechseln. Auch Gladbach (vier Joker-Tore) bekommt von der Bank deutlich mehr Impulse.

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