Die HSV-Profis Nicolai Remberg und Daniel Heuer Fernandes beschweren sich in Freiburg bei Referee Timo Gerach

Hitzige Diskussionen: HSV-Profi Nicolai Remberg und Keeper Daniel Heuer Fernandes beschweren sich bei Schiedsrichter Timo Gerach. Foto: WITTERS

„Das ist Wahnsinn!“ HSV mit blanker Schiri-Wut nach Pleite in Freiburg

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Nicht mal der kühle Freiburger Schnee war in der Lage, die erhitzten Gemüter der HSV-Profis zu beruhigen. Als sich die Hamburger auf den langen, fast 800 Kilometer langen Heimweg machten, waren sie noch immer erzürnt, denn sie fühlten sich im Breisgau verschaukelt. Tatsächlich hatte Schiedsrichter Timo Gerach einen nicht unerheblichen Anteil daran, dass der HSV mit 1:2 verlor und in dieser Saison auswärts weiter sieglos blieb.

So kann man sich irren. „DFB schickt HSV-Glücks-Schiri nach Freiburg“, hatte die MOPO vor der Partie behauptet und auf Gerachs recht weiße HSV-Weste (acht Siege, ein Remis) verwiesen. In Freiburg aber wurde der 39-Jährige zum großen Spiel- und Spaßverderber. Weil er bei gleich drei kniffligen Entscheidungen gegen den HSV entschied und jeder dieser Pfiffe zumindest diskussionswürdig war.

HSV-Profi Remberg beschwert sich in Freiburg über den Schiedsrichter

Bereits beim Verlassen des Spielfeldes hatte Nicolai Remberg ein ungutes Gefühl, nachdem er dann bei TV-Sender DAZN nochmal zur Zeitlupen-Analyse des Freiburger Siegtores gebeten wurde, platzte es aus ihm heraus. „Das ist Wahnsinn, das ist für mich Wahnsinn“, erklärte der Mittelfeldmann, nachdem er die Szene vor Ex-St. Pauli-Profi Igor Matanovic‘ 1:2 (83.) begutachtete. Freiburgs Johan Manzambi hatte HSV-Abwehrmann Jordan Torunarigha recht eindeutig mit dem Ellenbogen am Kopf getroffen, Gerach aber erkannte kein Foul und entschied auf Tor.


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Zuviel des Schlechten für Remberg. „Wie kann man das nicht pfeifen?“, wütete er. „Der springt ihm doch ganz klar mit dem Ellenbogen ins Gesicht.“ Und weiter: „Ich habe den Schiri drei Mal gefragt und er hat drei Mal gesagt, dass es gecheckt wird. Ich sage nie was gegen Schiedsrichter, bin immer gut mit ihnen. Aber so eine Szene kann ich nicht verstehen.“

HSV-Trainer Polzin sieht in Freiburg Gelb

Auch Merlin Polzin, der so aufgebracht war, dass er kurz vorm Ende Gelb sah, machte seinem Ärger Luft. „Ich habe es mehrfach gesehen im Video, aus sämtlichen Perspektiven, die mir zur Verfügung stehen“, so der HSV-Trainer. „Bei allen Glückwünschen, die wir an die Freiburger richten, ist aus jeder Perspektive klar zu sehen, dass unser Spieler mit dem Ellenbogen im Gesicht getroffen wird. Es ist mir unerklärlich, wie bei einem Kopftreffer das Spiel fortgesetzt wird und wir es dann verlieren.“

Die HSV-Profis bedanken sich nach der bitteren Niederlage in Freiburg bei ihren mitgereisten Fans. WITTERS
Die HSV-Profis bedanken sich nach der bitteren Niederlage in Freiburg bei ihren mitgereisten Fans
Die HSV-Profis bedanken sich nach der bitteren Niederlage in Freiburg bei ihren mitgereisten Fans.

Gerach ging am DAZN-Mikro in die Vorwärtsverteidigung: „Es gibt irgendwo einen Kontakt, aber für mich war das alles fußballtypisch. Es war nicht das Typische: Ich schaue hoch, schaue nach dem Gegenspieler und mache eine Schlagbewegung. Das habe ich nicht wahrgenommen und sehe es auch nicht in den Bildern.“

Gelb-Rote-Karte gegen HSV-Profi Elfadli dreht das Spiel

Es war allerdings nicht das einzige Mal, dass der Referee ein aus Hamburger Sicht falsches Gespür für die Situation bewies. Bereits die frühe Verwarnung für Daniel Elfadli (4.) gegen Yuito Suzuki war umstritten, denn der Hamburger wurde in dieser Szene zuerst gefoult. Eine Karte, die Folgen haben sollte: Zwei Minuten nachdem der HSV durch Luka Vuskovic‘ Kopfball in Führung gegangen war (48.), erwischte Elfadli Lucas Höler im Strafraum an der Ferse. Der Freiburger ging zu Boden, Elfadli sah Gelb-Rot (50.) – und Vincenzo Grifo verwandelte den Strafstoß zum Ausgleich. Danach musste der HSV bereits zum sechsten Mal in dieser Saison (!) in Unterzahl agieren und kassierte noch die bittere Pleite.

Luka Vuskovic feiert sein Tor für den HSV in Freiburg. WITTERS
Luka Vuskovic feiert sein Tor für den HSV in Freiburg
Luka Vuskovic feiert sein Tor für den HSV in Freiburg.

Allerdings: Die verständliche Hamburger Wut darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass der HSV 35 Minuten lang extrem harmlos und zu passiv agierte und fast alles vermissen ließ, was er sich vorgenommen hatte. Freiburgs Lukas Kübler scheiterte an der Latte (9.), Höler zwei Mal an Keeper Daniel Heuer Fernandes (19./23.). „Wenn wir tief verteidigen, müssen wir intensiv sein“, so Remberg. „Das waren wir nicht. In der Halbzeit haben wir gesagt, dass das passieren muss. Es ist Teil unserer Identität.“

Vuskovic traf in Freiburg zur Führung

Erst kurz vor der Pause wurde der HSV mutiger, kam zu ersten Chancen und belohnte sich dann nach dem Wiederanpfiff zügig durch Vuskovic‘ Führungstor (nach einer Muheim-Ecke). Unterm Strich aber stand am Ende wie so oft in der Fremde nur der Frust. Zum fünften Mal in Folge verlor der HSV auswärts, ist dort mit nur zwei Zählern der harmloseste Gast der Liga.

Wie passend, dass in der kommenden Woche mit den Partien gegen Leverkusen (Dienstag) und Gladbach (Samstag) ein Heimspiel-Doppelpack ansteht. Dann will und muss der HSV mit seinen Fans im Rücken punkten, um nicht frühzeitig in diesem Jahr in Bedrängnis zu geraten.

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Und noch einen Wunsch dürften die Hamburger für den Rest der Saison haben. Gerach wollen sie erstmal besser nicht mehr begegnen.

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