HSV
Das ging fix: HSV-Chefin Krüger holt sich Verstärkung vom FC Bayern
In Sachen Transfers müssen die HSV-Fans noch auf weitere Abschlüsse warten, der administrative Bereich aber wird zügig erweitert: Sportvorständin Kathleen Krüger kündigte Verstärkung vom FC Bayern an.
Mitten in der Transferphase des Sommers legt Kathleen Krüger beim HSV los. Die Sportvorständin verantwortet ab sofort den gesamtsportlichen Bereich, entsprechend ist auch Sportdirektor Claus Costa ihr unterstellt. Wie aber stellt sich die 41-Jährige die Zusammenarbeit vor? Und wer hat in Sachen Transfers künftig den Hut auf? Krüger hat diesbezüglich klare Vorstellungen – und kündigte am Mittwoch Verstärkung für ihren Bereich an. Die neue Chefin bedient sich dabei bei ihrem Ex-Klub FC Bayern.
Costa zählte zu den knapp 50 Personen, die sich im Medienraum des Volksparkstadions versammelt hatten, um Krügers Worten bei ihrer Vorstellung zu lauschen. Bereits seit einer Woche wirbelt die Vorständin im Volkspark, zum 1. Juli begann ihre Arbeit auch ganz offiziell. Wenngleich ihr Hauptaugenmerk auf dem strategischen Bereich liegt, wird sie künftig auch in jede Transfer-Entscheidung einbezogen. Diesbezüglich wartet auf den HSV ein harter Sommer.
HSV sucht zumindest fünf oder sechs neue Profis für die neue Saison
Mindestens zwei Stürmer sowie Schienenspieler für beide Seiten und ein neuer Abwehrchef sollen kommen. Auch Krügers Worte in Bezug auf den Verbleib von Fábio Vieira klangen eher danach, als müsse der HSV einen neuen Spielgestalter verpflichten. Costa soll diesbezüglich auch weiterhin den Hut aufhaben. „Ich habe ganz grundsätzlich einen anderen Fokus, als Claus ihn haben wird“, erklärt die neue Chefin. „Sonst hätten wir zwei Sportdirektoren. Das wäre wirtschaftlich und unternehmerisch alles andere als effizient.“
Wie läuft die Zusammenarbeit in der Praxis ab? Krüger stellt klar: „Claus und ich sind kontinuierlich im Austausch. Er ist für das operative und saisonale Transferwesen verantwortlich. Aber am Ende des Tages ist es wichtig, dass wir sehr stark kommunizieren.“
Die HSV-Bosse Costa und Krüger kennen sich bereits seit fünf Jahren
Beide kennen sich bereits seit 2021, als sie gemeinsam den Management-Lehrgang des DFB besuchten. Auch aufgrund des vorhandenen Drahtes wählte Krüger schnell Costas Nummer, nachdem Anfang Mai klar war, dass sie zum HSV wechseln würde. „Claus und ich hatten seit 2021 immer wieder Kontakt“, verrät Krüger. „Ich habe relativ früh den Austausch zu ihm gesucht, weil er einer meiner wichtigsten Kollegen ist und es mir wichtig ist, dass es ihm gut geht und er sich in seiner Rolle wohlfühlt. Wir beide haben es im Gespräch so wahrgenommen, dass er unfassbar viel Leidenschaft für den Posten des Sportdirektors hat. Ich knüpfe dann im Grunde im Kader- und Transferwesen strategisch an.“
Es ist ein sensibles Thema, denn in Krügers Schatten galt auch Costa als möglicher Nachfolger von Ex-Sportvorstand Stefan Kuntz. Auch innerhalb des HSV hätten sich viele Mitarbeiter über eine Beförderung des 41-Jährigen gefreut. Die Wahl des Aufsichtsrates aber fiel auf Krüger.
Costa und Scouting-Leiter Dirscherl basteln am HSV-Kader
Klar ist: Alle Entscheidungen und weiterführende Transferideen werden nun von Costa und Scouting-Leiter Sebastian Dirscherl mit der neuen Chefin abgestimmt. „Sie arbeiten sehr akribisch und leidenschaftlich am Kader für die kommende Saison“, weiß Krüger. „Natürlich werde ich mich auch einbringen, das steht außer Frage. Es ist aber auch selbstverständlich, dass ich mich bis dato nicht so stark involviert habe. Das würde dem Prozess nicht gerecht werden.“
Costa hatte bis dato die klare Hoheit in Bezug auf Gespräche mit potenziellen Zugängen und deren Vereinen. Krüger weiß: „So ein Transfermarkt ist ja nicht immer so komfortabel wie im Supermarkt, dass man sich jemanden herauspickt und dann zur Kasse geht. Da steckt ein sehr komplexer Prozess dahinter. Daher werde ich jetzt beginnen, da sukzessive hineinzugehen, und mich dann natürlich auch einbringen.“
Lena Hoof kommt aus München nach Hamburg
Krügers Hauptaugenmerk aber liegt darauf, den HSV gesamtstrategisch und organisatorisch voranzubringen. Zuletzt sickerte bereits durch, dass ihr mit Matthias Dombrowski ein Vertrauter nach Hamburg folgt. Der 31-Jährige war zuletzt beim FC Ingolstadt angestellt und soll Krüger im Hinblick auf Strategie und Struktur unter die Arme greifen.
Dazu wechselt auch Lena Hoof zum 1. August vom FC Bayern als Referentin in den Volkspark, wie Krüger am Mittwoch erklärte: „Es ist mir sehr wichtig, diese inhaltliche, strategische Unterstützung zu bekommen. Matthias Dombowski und Lena Hoof ergänzen sich sehr gut und ich fühle mich da top aufgestellt. Sie werden nicht nur mich unterstützen, sondern die gesamte Organisation. Ich bin sehr glücklich darüber, mit Ihnen absolute Fachkräfte und wundervolle Menschen für den HSV gewonnen zu haben.“
Weitere Verpflichtungen von Vertrauten der neuen Chefin sind nicht angedacht. In den kommenden Wochen und Monaten geht es nun erst mal darum, dass im Volkspark ein Rädchen ins andere greift – nicht zuletzt in Bezug auf die so wichtigen Transfers.
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