Das gab’s zuletzt vor 20 Jahren! HSV erhält besondere Auszeichnung
Als der HSV letztmals mit diesem Preis ausgezeichnet wurde, da spielte Merlin Polzin in der Jugend des Bramfelder SV, Robert Glatzel kickte für den SC Fürstenfeldbruck und Luka Vuskovic hatte noch nicht das Licht der Welt erblickt. Die Hamburger Sportgala hatte vor 20 Jahren erstmals stattgefunden und der HSV war zum ersten Preisträger ernannt worden. Am Dienstag in der Handelskammer konnte man diesen Erfolg erstmals wiederholen. Und nicht nur das. Ausgezeichnet wurde die Männer- und die Frauen-Mannschaft des HSV, die im Frühjahr Einmaliges geschafft haben.
Erstmals waren Männer und Frauen eines Vereins gemeinsam in die Fußball-Bundesligen aufgestiegen. „Das waren Erlebnisse, die man bis heute nicht verarbeitet hat. Das war Ekstase pur. Manchmal denke ich heute noch, dass ich träume, wenn ich daran zurückdenke, dass wir auf dem Rathausbalkon standen und 80.000 Menschen uns zugejubelt haben“, blickte Victoria Schulz, eine der Aufstiegsheldinnen, zurück.
HSV-Vorstand Huwer: „Wir wollen den Aufstieg veredeln“
Glatzel ging es ganz ähnlich. Es sei „ein Privileg“ gewesen, diese Momente erleben zu dürfen. „Wir haben so lange zusammen gelitten und auf dieses eine Ziel hingearbeitet“, sagte der Stürmer. Trainer Polzin freute sich besonders über die Doppel-Auszeichnung als Hamburgs Team des Jahres. „Wir sind mehr als nur die Männermannschaft, der HSV ist ein fantastischer Verein“, sagte er. „Jetzt versuchen wir auch weiter, mit beiden Mannschaften in der 1. Liga zu performen.“ Auch Vorstand Eric Huwer blickte nach vorn. „Der HSV hat eine unglaubliche Wucht“, sagte er. „Dieses Jahr wollen wir den Doppel-Aufstieg mit dem doppelten Klassenerhalt veredeln.“

Die WochenMOPO – ab Freitag neu und überall, wo es Zeitungen gibt!
Diese Woche u.a. mit diesen Themen:
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- 16 Seiten Sport: Wie der HSV seine neuen Spieler findet & St. Paulis dicke Krankenakte
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Dann hätte man vielleicht auch im kommenden Jahr die Chance, zum Team des Jahres 2026 gewählt zu werden. Dieses Mal hatte sich der Klub bei der Abstimmung vor den Hockey-Damen des Harvestehuder THC, die sich als erstes Hamburger Team seit 2019 den Meistertitel auf dem Feld sichern konnten, und dem Segel-Duo Marla Bergmann und Hanna Wille durchgesetzt, das in der 49erFX-Klasse Gold bei der EM in Thessaloniki gewann.
Sportler des Jahres: Jasmina Bier und Mika Sosna ausgezeichnet
Als Hamburgs Sportlerin des Jahres wurde Para-Ruderin Jasmina Bier von der RG Hansa ausgezeichnet. Die Medizinstudentin wurde 2025 Europameisterin und mit gebrochenen Rippen auch Vizeweltmeisterin. Bier kann seit einem schweren Fahrradunfall im Jahr 2018 ihr Knie nicht mehr richtig belasten und anwinkeln. Nun blickt sie bereits voller Vorfreude auf die Paralympics 2028 in Los Angeles. „Ich bin sicher, dass wir das schaffen können“, sagte Bier, die sich im Online-Voting vor Judoka Mascha Ballhaus (25, TH Eilbeck) und Beachvolleyballerin Svenja Müller (25) durchsetzte. Beide hatten im vergangenen Jahr EM-Bronze gewonnen. Bier tritt als Hamburgs Sportlerin des Jahres die Nachfolge von Golf-Star Esther Henseleit (27) an.

Bei den Männern bleibt der Preis in der Leichtathletik. Auf HSV-Sprinter Owen Ansah (25) folgt Diskuswerfer Mika Sosna. Der 22-Jährige von der TSG Bergedorf gewann Gold bei den University Games, Silber bei der U23-EM und wurde Elfter bei der WM in Tokio. Zudem steigerte er seine Bestleistung auf die Weltklasseweite von 70,05 Metern. „Vielleicht können wir die nächsten Jahre noch ein bisschen mehr rauskitzeln“, sagte der 1,98-Meter-Riese. Nominiert waren zudem Schwimmer Rafael Miroslaw (24) von der HT16 und Para-Ruderer Philipp Dosse, der bei der WM Bronze im Mixed-Vierer gewann.

Mit dem Active City Award wurde der Sportfunktionär und ehemalige Basketball-Schiedsrichter Boris Schmidt ausgezeichnet. Den Ehrenpreis erhielt HSV-Legende Horst Hrubesch, für den es Standing Ovations in der Handelskammer gab. Das Wichtigste auf seinem Karriereweg sei immer Ehrlichkeit und Zusammenhalt gewesen, sagte Hrubesch: „Ich alleine hätte das nicht geschafft.“
Bürgermeister Tschentscher wirbt für Olympia in Hamburg
Die Jubiläums-Veranstaltung wurde über die Preisvergabe hinaus auch zu einer großen Werbeveranstaltung für die Hamburger Olympia-Bewerbung. „Olympia ist eine Riesenchance, eine Riesenchance für den Sport, aber auch darüber hinaus“, sagte Bürgermeister Peter Tschentscher. Es gehe um Impulse für die Stadtentwicklung, man habe die Chance, Hamburg zu einer Bühne der Welt zu machen. „Wir MÜSSEN es wollen“, erklärte Tschentscher. „Es gibt in ganz Deutschland keinen besseren Ort, um die olympische Idee im 21. Jahrhundert aufleben zu lassen.“
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Der Leiter des Hamburger Olympia-Projekts Steffen Rülke hob den großen Unterschied zur gescheiterten Bewerbung von 2015 hervor. Diesmal gehe es nicht darum, ob sich Deutschland für Olympische Spiele bewerbe, sondern mit welcher Stadt, sagte er und verteilte eine Spitze gegen den einzigen ernstzunehmenden Konkurrenten München. Man könne sich für „ein verlängertes Oktoberfest à la Markus Söder“ entscheiden oder für Olympia „in einer weltoffenen Stadt, in der die Welt zu Gast bei Freunden“ wäre.
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