Stefan Schwab und Guilherme Ramos liegen nebeneinander auf dem Rasen

Kiel-Profi Stefan Schwab reklamierte – und bekam nach einem vermeintlichen Foul von Guilherme Ramos (r.) den Freistoßpfiff. Foto: WITTERS

„Darf nicht passieren“: Doppelter HSV-Frust über entscheidende Szene

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Die Spielgeschichte schien eigentlich schon geschrieben – und sah Bakery Jatta als den überraschenden Pokalhelden des HSV vor. Doch das Drama im Volkspark ging in einen letzten Akt, und dieser beinhaltete für die Gastgeber die Katastrophe. Das Ausscheiden im Elfmeterschießen (2:4 i. E.) war bitter, nach der Pleite gegen Holstein Kiel haderten die HSV-Profis und Merlin Polzin jedoch mit einer spielentscheidenden Szene aus der Verlängerung. Die zentralen zwei Fragen: Wie konnte das 1:1 so spät fallen? Und war das wirklich ein Foul?

Es lief die 116. Minute, als Guilherme Ramos in der eigenen Spielhälfte an den Ball kam. Und der Portugiese hätte beim Stand von 1:0 den Befreiungsschlag wählen können, zumal die Kieler nach dem Treffer von Bakery Jatta (107.) nichts mehr zu verlieren hatten und hoch attackierten. Doch Ramos ließ sich zu viel Zeit, setzte sich damit selbst unter Druck, vertändelte das Leder und lag wenig später vor dem HSV-Strafraum neben Stefan Schwab auf dem Rasen. Der Holstein-Joker beklagte sich – und bekam von Schiedsrichter Tobias Welz den Freistoß zugesprochen.

Ramos gegen Schwab: Schiri Welz erkannte ein HSV-Foul

„Ich weiß nicht, ob es ein Foul war, ich habe es gerade noch mal gesehen“, haderte Nicolai Remberg nach der Pleite, die zustande gekommen war, weil Phil Harres den direkt getretenen Standard traumhaft zum späten 1:1-Ausgleich verwertet hatte. „Da kann man drüber streiten“, beurteilte Remberg den Pfiff von Schiri Welz, der Ramos‘ Einsteigen als regelwidrig eingestuft hatte. Coach Polzin wählte ähnliche Worte, zweifelte an der Richtigkeit der Entscheidung, haderte allerdings vor allem mit der Entstehung der letztlich spielentscheidenden Szene. „Unabhängig davon, ob es Freistoß ist oder nicht, ob der Schiedsrichter ihn gibt: Das darf uns einfach nicht passieren“, meinte der HSV-Trainer.

Enttäuschte HSV-Profis: Die Rothosen um Miro Muheim zogen gegen Kiel den Kürzeren. WITTERS
Miro Muheim guckt frustriert
Enttäuschte HSV-Profis: Die Rothosen um Miro Muheim zogen gegen Kiel den Kürzeren.

Größer als der Frust über den Pfiff von Welz war im HSV-Lager der Ärger darüber, was in den Sekunden vor dem vermeintlichen Foul passiert war. „Wir müssen das Ganze cleverer zu Ende spielen, weil wir schon gezeigt haben, dass wir das können. Das ärgert mich“, klagte Polzin. Auch Miro Muheim hätte sich kurz vor Schluss weniger Risiko im eigenen Ballbesitz gewünscht: „Am Ende müssen wir die Führung über die Zeit bringen.“ Zumal das Momentum, auch wenn der HSV schwach spielte, laut Polzin nach dem Jatta-Tor „eigentlich komplett auf unserer Seite“ war.

Trainer Polzin kritisiert die Entstehung des Ausgleichs

Der Coach bemängelte: „In dem Moment haben wir richtig dazu beigetragen, dass noch mal die falsche Situation entsteht.“ Nämlich der Freistoß aus gut 20 Metern, den Harres ausnutzte. „Ein schönes Tor“, erkannte Polzin an. „Dennoch ist es sehr, sehr bitter, weil es sehr viel einfacher gewesen wäre, das Ganze zu beenden.“ Wie genau der HSV all das hätte vermeiden können, beschrieb Remberg: „Ich finde, da müssen wir den Ball einfach langschlagen, weil die (Kieler; d. Red.) mit dem Ball wenig anfangen können.“ Auch der Abräumer bedauerte, ohne konkret Ramos einen Vorwurf zu machen: „Wenn du so führst, darfst du einfach nicht versuchen, den so hinten herauszuspielen.“

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Ramos war für den angeschlagenen Nicolás Capaldo in die Startelf gerückt und durfte erstmals in dieser Saison beginnen. Angesichts dessen, dass er kaum Spielpraxis hatte, sondern zuletzt meist nur als kopfballstarker Joker in der Schlussphase eingewechselt worden war, löste der 28-Jährige seine Aufgabe trotz mancher Wackler ordentlich. Auch wenn Welz’ Pfiff strittig bleibt, war es allerdings Ramos, der dem HSV vor dem Ende der Verlängerung keinen Gefallen tat. „Und dann“, resümierte Remberg ungläubig, „ist es klar, dass der Freistoß auf einmal so reingeht.“

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