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Crashkurs in Sachen Taktik: So wirbelt Titz für die HSV-Rettung

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Taktik-Schulung im Volkspark: Christian Titz erklärt den Profis auf einem Flipchart seine Spielidee.

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Witters

Mit Mega-Kader (33 Spieler) und zwölfminütiger Verspätung betrat Christian Titz um 10.12 Uhr unter Applaus den Trainingsplatz im Volkspark. Rund 100 Fans jubelten dem dritten HSV-Trainer der Saison hoffnungsvoll zu. Noch acht Spiele bleiben dem Ex-U21-Coach zur fast schon aussichtslosen Mission Klassenerhalt. Und die will der 46-Jährige mit neuer Taktik und mächtig Konkurrenzkampf – trotz aller Widrigkeiten – erfolgreich abschließen.

Auffällig: Titz’ ständiger Begleiter war bei seiner ersten Einheit ein weißes Flipchart, das er von einer Trainingsstation zur nächsten mitschleppte und darauf alle Ereignisse sorgfältig dokumentierte. Gleich auf drei Trainingsplätzen ließ der neue HSV-Coach seine Mannschaft schuften.

Nach einer intensiven Aufwärmeinheit folgte eine taktische Grundschulung ohne Ball, die dann anschließend mit dem Spielgerät in die Praxis umgesetzt wurde. Immer wieder unterbrach der neue Cheftrainer lautstark die Übungen und zeigte den Profis bessere Lösungen auf. „Wir wollen neue Trainingsreize setzen“, sagt Titz.

Zügig wurde klar: Beim HSV bahnt sich ein Taktikwechsel an. Nach drei Jahren im HSV-Nachwuchs, zwei davon bei der U17, eines bei der U21, will Taktik-Titz nun spielerisch für neuen Wind beim HSV sorgen. Das Wunschsystem des gelernten Verwaltungsfachangestellten ist ein 4-1-4-1 – mit hohem Ballbesitzfaktor.

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Auch für die Autogrammwünsche der Fans nimmt sich Titz Zeit. Er weiß genau: Für das Wunder braucht der HSV seine Anhänger.

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Witters

„Ich stehe für eine eigene Spielidee, mit der ich vor drei Jahren beim HSV angefangen habe“, sagt der gebürtige Mannheimer: „Jetzt hat der Verein entschieden, diese auch im Profibereich zu installieren.“ Bedeutet im Klartext vor allem spielerische Lösungen zu finden und mit schnellem Umschaltspiel die Gegner zu überrennen. Der Taktik-Nerd steht auf ein schnelles Tiefenpassspiel und eine sichere Spieleröffnung über den Torhüter.

In der Theorie eine gute Idee, doch in der Praxis scheiterten allein am geordneten Spielaufbau Titz’ Vorgänger Bernd Hollerbach und Markus Gisdol. Hat der HSV überhaupt die Qualität, ansehnlichen und anspruchsvollen Fußball zu spielen? Der Fachbuchautor (Fußballtechnik und Taktik) ist (noch) davon überzeugt: „Wir haben die Qualität in der Mannschaft. Aber wenn wir sehen, dass sich bestimmte Dinge nicht umsetzen lassen, werden wir sie natürlich anpassen.“

Zunächst wird der neue HSV-Trainer aber viele Gespräche mit seinen Spielern führen. „Wir müssen in die Köpfe gelangen und versuchen, sie aufzubauen. Was war, interessiert nicht mehr. Wir leben im Hier und Jetzt“, sagt der Analytiker, der Dienstag in zwei Einheiten insgesamt 3,5 Stunden trainieren ließ.

Doch Titz ist Realist genug, um zu wissen, dass er ein großes Fußball-Wunder benötigen wird, um den Liga-Dino vor dem Aussterben zu bewahren. „Es ist eine schwierige Aufgabe, das ist mir völlig klar, ich kann ja die Tabelle lesen. Aber ich fokussiere mich nur auf die kommende Aufgabe Hertha BSC“, sagt Titz.

Seine eigene Zukunft lässt der Coach bewusst außen vor. Bislang gilt sein Kontrakt bei den Profis nur bis zum Saisonende. Viel wichtiger ist für ihn der Glaube an den Klassenerhalt. Titz ist sich jedenfalls sicher: „Wir haben eine echte Chance“

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