Bleibt er oder geht er? So ist der Stand im HSV-Poker mit Heuer Fernandes
Er zählt zu den ganz großen Gewinnern dieser HSV-Saison. Daniel Heuer Fernandes steht stellvertretend für die gute Rolle, die sein Verein nach dem Aufstieg in die Bundesliga spielt. Zuletzt wurde Hamburgs Nummer eins von mehreren Experten sogar als Kandidat für den deutschen WM-Kader genannt. Schöne Nachrichten und möglicherweise rosige Aussichten, wäre da nicht dieses eine Thema, das den HSV-Verantwortlichen unter den Nägeln brennt: Ob Heuer Fernandes über den Sommer hinaus in Hamburg bleibt, ist weiterhin ungeklärt. Und das dürfte auch noch eine Weile so bleiben.
Für den 33-Jährigen läuft es in dieser Saison blendend. Das Fachmagazin „kicker“ sieht in Heuer Fernandes sogar den notenbesten Keeper der Liga (Schnitt: 2,82), kein anderer Schlussmann kann da mithalten. Die Ex-Nationalspieler René Adler und Stefan Effenberg sprachen sich zuletzt dafür aus, dass es eine Überlegung wert sei, Heuer Fernandes als dritten Keeper mit zur WM zu nehmen. Reichlich Lob von allen Seiten. Und damit beste Voraussetzungen für den Schlussmann in den Vertragsgesprächen mit dem HSV.
Heuer Fernandes liegt noch kein Angebot des HSV vor
Wie ist der Stand im Poker mit Heuer Fernandes? Erst kürzlich begannen die Gespräche über eine Verlängerung des im Sommer auslaufenden Kontraktes. Mit einer schnellen Entscheidung ist nach MOPO-Informationen nicht zu rechnen. Das liegt auch daran, dass dem Keeper bislang noch gar kein belastbares Angebot von Seiten des HSV vorliegen soll.

Dazu kommt: Wenngleich sich der Deutsch-Portugiese in Hamburg und bei seinem Verein pudelwohl fühlt, weiß er um die wegweisende Entscheidung, die bald vor ihm liegt. Zweimal verlängerte er bereits in Hamburg, seit er im Sommer 2019 aus Darmstadt in den Volkspark wechselte – im Januar 2022 und im Dezember 2023. Kann er sich vorstellen, seine Karriere irgendwann beim HSV zu beenden? Oder will er doch noch mal eine neue Herausforderung suchen, möglicherweise sogar im Ausland? Genau das ist der Knackpunkt im Vertrags-Poker.
Heuer Fernandes hat auch international einen guten Ruf
Sollte letzteres der Fall sein, wäre jetzt, im Alter von 33 Jahren und mit reichlich erworbenen Bundesliga-Lorbeeren, der richtige Zeitpunkt für Heuer Fernandes, Hamburg zu verlassen. Konkurrenz hat der HSV in jedem Fall. Auch andere Vereine sollen bereits ihr Interesse signalisiert haben. Doch auch diesbezüglich gab es noch keine konkreten Gespräche. Heuer Fernandes legt derzeit den vollen Fokus auf die laufende Saison.
Dass er sich einen Verbleib beim HSV gut vorstellen kann, hatte er erst kürzlich öffentlich klargestellt. „Ihr wisst, wie glücklich ich hier bin und wie glücklich der Verein mit mir ist“, ließ Heuer Fernandes vor eineinhalb Wochen, nach dem 3:2-Heimsieg gegen Union Berlin, wissen. Er sagte aber auch in Bezug auf die Gespräche: „Wir sind gerade erst am Anfang, es ist noch nicht viel passiert. Es gibt noch keine Richtung.“
Das könnte Sie auch interessieren: Horst Schnoor tot: HSV trauert um seinen Rekord-Torwart
Daran hat sich bislang noch nichts geändert. Der HSV würde die Vertrags-Baustelle mit seinem Keeper gern im März schließen. Und durch den engen und langjährigen Draht, den der Verein zu seinem Schlussmann und dessen Management pflegt, könnte die Angelegenheit tatsächlich schneller als gewohnt Fahrt aufnehmen und ein längeres, wochenlanges Gefeilsche ausbleiben. Durchaus möglich aber auch, dass sich die Nummer bis in den April zieht – mit vorerst offenem Ausgang.
Anmerkungen oder Fehler gefunden? Schreiben Sie uns gern.