Bleibt er doch nicht? Vertragsklausel sorgt für Verwirrung um HSV-Aufstiegsheld Selke
Als Davie Selke im vergangenen Sommer in den Volkspark wechselte, rechnete er mit vielem – ganz sicher aber nicht damit, dass dieses Kapitel seiner langen Karriere für alle Beteiligten zu einem Märchen werden würde. Der HSV-Stoff, aus dem Bundesliga-Träume entstanden, er ist untrennbar mit dem Namen Selke verbunden. Doch so schön diese Geschichte auch sein mag: Nach wie vor ist es offen, ob der Torjäger auch wirklich mit dem HSV in die Bundesliga marschiert oder den Verein im Sommer verlässt. In der anstehenden Woche könnten alle Beteiligten schlauer sein.
Die Worte nach Abpfiff waren so groß wie Selkes Taten zuvor. Mit seinem 22. Saisontreffer hatte der 30-Jährige seinen Klub kurz vor dem Seitenwechsel mit 3:1 gegen Ulm in Führung gebracht, es war ein Treffer, der den Widerstand des bis dahin starken Gegners brach. „Ich muss aufpassen, dass ich nicht übertreibe“, so Selke später. „Aber dieser Verein ist einfach einzigartig. Ich bin schon ein paar Jahre dabei, aber was das für eine Stimmung war – unfassbar.“
Selke und der HSV pokern seit Monaten um neuen Vertrag
Es ist eine Atmosphäre, die Selke trotz monatelangem und nicht beendetem Vertragspoker mit dem HSV auch weiterhin wird genießen können, darauf deutete nach dem Erfolg zumindest alles hin. Denn durch den Aufstieg verlängert sich das Arbeitspapier des Angreifers um eine weitere Saison. Das aber ist nach MOPO-Informationen nur die halbe Wahrheit.
Offenbar soll es in Selkes vorhandenem Kontrakt durchaus Fallstricke geben, die es dem früheren Bremer, Leipziger, Berliner und Kölner Profi erlauben, trotz seiner Verlängerung in diesem Sommer wechseln zu können. Welche Voraussetzungen genau erfüllt werden müssten, ist nicht bekannt. Es könnte sich hierbei allerdings um Klauseln wie etwa eine festgeschriebene Ablösesumme oder Wechsel in bestimmte Länder handeln, sollte es aus diesen Ligen Interesse an Selke geben.
Diese Woche soll es neue HSV-Gespräche mit Selke geben
Wie geht der HSV mit der weiterhin ungeklärten Situation um seinen Angreifer um? In der anstehenden Woche soll es neuerliche Gespräche zwischen der sportlichen Führung um Vorstand Stefan Kuntz und Sportdirektor Claus Costa sowie der Selke-Seite geben. Nach wie vor hofft der Stürmer auf einen längerfristigen Vertrag, der ihm und seiner Familie Planungssicherheit verschaffen würde. Selke schwebt ein Dreijahreskontrakt vor. Doch sowohl in Sachen Laufzeit als auch in Gehaltsfragen lagen der Profi und die HSV-Bosse in den vergangenen Monaten stets auseinander.
„Wir setzen uns hin, wenn der Trubel etwas weniger geworden ist“, erklärte Selke nach dem Ulm-Spiel und stellte klar: „Ich haue für den Verein alles raus. Es bedeutet mir viel, was die Leute mir zurückgeben.“
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Wie lange das noch der Fall sein wird, ist offen. Selke liegen Angebote aus der Bundesliga, dem europäischen Ausland und den Wüsten-Staaten vor. Die kommenden Tage dürften darüber entscheiden, ob er allen Interessenten auch wirklich absagen wird – um mit dem HSV in der Bundesliga zu spielen.