Bereit für den Start: Kuntz’ Vertrauen scheint HSV-Coach Baumgart gut zu tun
Bunter und schöner kann es gar nicht beginnen. Gleich zum Start in die neue Spielzeit schenkt die DFL den Fans das wohl hochkarätigste Duell der 2. Bundesliga. Für den HSV heißt es am Freitag beim 1. FC Köln, sofort voll da zu sein und ein klares Zeichen an die Konkurrenz auszusenden.
Am Tag der Abreise nach Köln konnte man sie wieder fühlen, diese gewaltige Tradition und Hingabe, die den HSV ausmacht, ihm den Rücken stärkt, manchmal aber auch zu lähmen scheint. Während die Profis gerade in den letzten Zügen ihres Abschlusstrainings waren, wurde nur 350 Meter Luftlinie entfernt des größten Spielers gedacht, den der stolze Verein je hervorbrachte. Zwei Jahre nach dem Tod Uwe Seelers (†85) wurde die nach dem Idol benannte Allee eingeweiht, auch Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher machte seine Aufwartung. „Ich kann ihnen leider keine Ratschläge geben“, wandte sich der SPD-Politiker an den HSV-Vorstand. Nur so viel: „Halten sie den Kurs.“
Köln, Hertha, Hannover: Dicke Brocken zum Start für den HSV
Ob dieser der richtige ist, wird sich recht zügig zeigen. Erst Köln, dann daheim gegen Hertha BSC und schließlich in Hannover. Gleich zum Start bekommt es der HSV mit drei der dicksten Brocken der Liga zu tun. Es soll der Anfang eines Triumphmarsches werden, der direkt ins Oberhaus führt. Endlich, im siebten Anlauf.
Der Mann, auf den es dabei wohl am meisten ankommt, stellt vor dem Auftakt klar, was er von dieser Spielzeit erwartet. „Wir wollen aufsteigen, das ist ein klares Ziel und da machen wir keinen Hehl draus“, sagt Steffen Baumgart. „Weil es auch gar nicht anders geht an diesem Standort.“ Allerdings weiß auch er: „Das haben wir auch in den Jahren vorher erzählt und es nicht hingekriegt. Deshalb geht es darum, vom ersten Spieltag an klar zu sein, wach zu sein und Punkte zu holen.“
Kuntz’ Vertrauen scheint Baumgart gut zu tun
Baumgart ist diesbezüglich ganz offensichtlich mit frischem Elan unterwegs. Wirkte er zum Saisonende noch vermehrt so, als würde er hinter jeder Journalistenfrage einen kleinen Angriff vermuten, gibt er sich nun wieder selbstsicher und im positiven Sinne angriffslustig, nicht mehr im negativen. Das Vertrauen, dass ihm der neue Sportvorstand Stefan Kuntz von Beginn an entgegenbrachte, scheint Wirkung hinterlassen zu haben.
Baumgart und Kuntz, sie sind die nächsten beiden Patronen des HSV. Und rechtzeitig vor dem Start bleibt festzuhalten: Personell hat der Verein seine Hausaufgaben gemacht. Am Donnerstag sollte mit dem Schweizer Rechtsverteidiger Silvan Hefti (26/kommt für etwas mehr als eine Million Euro vom CFC Genua) die letzten Planstelle des Kaders geschlossen werden. Ob nach Hefti, Daniel Elfadli, Adam Karabec und Davie Selke noch ein weiterer Spieler kommt, hängt davon ab, ob Mario Vuskovic wegen Dopings gesperrt bleibt.
Baumgart über HSV-Aufstieg: „Nicht immer erzählen, sondern machen“
Dann mal hinein ins Haifischbecken Zweite Liga. Direkt mit Sturm-Problemen, denn Top-Torjäger Robert Glatzel fehlt und auch Selke bleibt allenfalls ein Joker-Einsatz. Doch die Atmosphäre in Köln, Baumgarts alter Heimat, soll alle, die ran dürfen, stimulieren und sie zum ersten Erfolgserlebnis der Saison tragen. 100.000 Tickets hätte der FC für den Auftakt absetzen können, 50.000 Fans dürfen dabei sein.
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Der siebte HSV-Streich nach dem Abstieg, er soll sitzen. Aber genug des Aufstiegsgeredes, findet Baumgart. Denn es sei ja schließlich so: „Nicht immer erzählen, sondern machen. Das Machen ist immer das Schwere im Fußball.“