Beim Köln-Spiel: HSV-Fans sehen die kurioseste Gelbe Karte der Saison
Wer hat noch nicht, wer will nochmal? Keine andere Ersatzbank der Bundesliga sammelt so viele Gelbe Karten wie die des HSV. Neben Merlin Polzin sahen in dieser Saison auch all seine Assistenten, die während der Partien neben ihm am Spielfeldrand sitzen, schon zumindest eine Verwarnung. Am Samstagabend gegen Köln (1:1) wurden die Zuschauer nun Zeugen der wohl kuriosesten Karte dieser Saison. Im Mittelpunkt: HSV-Teamarzt Dr. Götz Welsch.
77 Minuten waren im Volkspark absolviert, als Welschs Blick ungläubig und zornig zugleich gen Himmel ging. Der 51-Jährige war gerade dabei, den angeschlagenen William Mikelbrencis zu behandeln, als Schiedsrichter Tobias Welz ihm die Gelbe Karte zeigte.
Zwischen HSV-Doc Welsch und Schiri Welz gab es einen Wortwechsel
Was war passiert? Welz soll angeregt haben, ob Mikelbrencis, der nur wenige Meter von der Außenlinie vor der HSV-Bank lag, nicht auch draußen weiterbehandelt werden könne. Daraufhin soll es Widerworte von Welsch gegeben haben, die dem Unparteiischen nicht passten. Postwendend verwarnte er den Mediziner.

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Für Welsch war es nicht das erste Mal, dass er verwarnt wurde. Im November 2019 sah der HSV-Teamarzt in Kiel (1:1) ebenfalls Gelb, damals nach einem Wortwechsel mit Referee Christian Dingert, der gerade bei der Partie des FC Bayern in Leverkusen zwei Münchner vom Platz stellte und den Zorn des Rekordmeisters auf sich zog.
Auch Ärzte können bei einem Bundesligaspiel Rot sehen
Am Beispiel Welsch aber stellt sich die Frage: Was würde eigentlich passieren, wenn ein Mediziner die Rote Karte sieht? Anders als ein Trainer oder dessen Assistenten ist seine Anwesenheit ja zwingend erforderlich, wenn Not am Mann ist.
Dieser theoretische Fall ist beim DFB klar geregelt. Tatsächlich könnte Welsch auch Rot sehen und dürfte dann den Rest der Partie über nicht mehr auf der Ersatzbank Platz nehmen. Für den Fall der Fälle aber dürfte er zu Behandlungen wieder aufs Spielfeld eilen und seine Arbeit verrichten. Welschs Verwarnung gegen Köln hat übrigens keine Konsequenzen. Wie für alle im Spielbericht vermerkten Vereins-Offiziellen gilt auch für ihn: Erst nach vier gelben Karten während einer Saison müsste er einmal pausieren und dürfte nicht auf die Bank.
HSV-Trainer Polzin droht bereits seit zwei Monaten eine Sperre
Am meisten gefährdet ist beim HSV aktuell Polzin. Dem Trainer droht bereits seit zwei Monaten eine Sperre, nachdem er Mitte Januar in Freiburg seine dritte Verwarnung kassiert hatte. Für den HSV-Trainer spricht, dass er sich danach nichts mehr zu Schulden kommen ließ. Die vergangenen zehn Partien überstand Polzin unbeschadet.
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Bereits erwischt hat es in dieser Spielzeit seinen Assistenten Loic Favé, der vor drei Wochen in Mainz nach vier Karten eine Spielsperre absaß. Mit Assistent Richard Krohn und Torwart-Trainer Sven Höh wurden zwei weitere Mitglieder des HSV-Trainerstabs in dieser Saison schon verwarnt. Nun erwischte es mit Welsch erstmals einen Mediziner.
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