Douglas Santos und Walace im HSV-Trikot

Im Februar 2018 trugen Douglas Santos und Walace (r.) noch das HSV-Trikot. Foto: imago images/Kirchner-Media

Auf WhatsApp: Ex-HSV-Star verhöhnt Kollegen mit KI-Video – suspendiert!

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Erst vor vier Wochen war der brasilianische Erstligist EC Cruzeiro weltweit in die Schlagzeilen geraten, weil er in ein Endspiel verwickelt war, in dem es 23 (!) Rote Karten gab. Zu den heftigen Tumulten Anfang März hatte auch der Ex-HSV-Profi Walace beigetragen. Nun gibt es aufgrund des 31-Jährigen neuen Ärger bei Cruzeiro.

Pedro Lourenço, ein brasilianischer Geschäftsmann und Eigentümer des Klubs, bestätigte gegenüber einem örtlichen Medium, dass Walace vorerst suspendiert wurde. „Er hatte ein Problem mit einem seiner Teamkollegen und hat ihn nach dem Spiel kritisiert“, sagte Lourenço über Abräumer Walace, ohne konkret zu werden. Er stellte aber klar: „Wir dulden solche Disziplinverstöße im Verein nicht – und haben ihn vorerst aus dem Kader gestrichen.“

Krokodil? Walace amüsiert sich über Cruzeiro-Mitspieler

Die Maßnahme steht. Aber welches Fehlverhalten hatte sich Walace geleistet? Brasilianische Nachrichtenportale teilten zu Beginn der Woche ein Video, das der ehemalige HSV-Profi in der internen Spielergruppe bei WhatsApp verbreitet haben soll. Genau genommen handelt es sich um ein KI-Video, mit dem sich Walace über Cruzeiros Keeper Matheus Cunha lustig macht. Es zeigt mehrere Gegentor-Szenen, bei denen Cunha vermeintlich nicht gut aussieht. Und immer, wenn der Ball über die Linie geht, verwandelt sich der 24-jährige Torwart in ein Krokodil. Das mit künstlicher Intelligenz bearbeitete Videomaterial soll vermutlich witzig sein, kam klubintern aber nicht gut an.

Am Sonntag hatte Cruzeiro in der Liga mit 1:4 beim FC São Paulo verloren. Walace fehlte in der Startelf, soll aber auf der Bank gesessen haben. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch deutscher Zeit hingegen, als es in der Copa Libertadores einen 1:0-Sieg beim Barcelona SC gab, stand der Ex-Hamburger nicht mehr im Kader. Beim TV-Sender ESPN bezog Cunha nach dem Spiel Stellung und sagte, dass der Video-Vorfall und seine Folgen schon von den Vereinsbossen besprochen worden seien. „Der Vorstand wird die Entscheidung treffen“, sagte Cunha. „Ich habe meine Prinzipien, meinen Charakter. Ich bin ein ehrlicher Mensch und werde weiterhin so arbeiten wie bisher.“

Verein des Ex-HSV-Profis in Brasilien früh unter Druck

Wie lange die Suspendierung für Walace gilt, ist offen. Klar erscheint, dass Cruzeiro derzeit keinerlei Störfeuer gebrauchen kann. Denn in der Liga steht der Walace-Klub nach zehn von 38 Spieltagen mit nur sieben Punkten und 20 Gegentoren auf dem vorletzten Platz. Der neue Torhüter Cunha kam erst Anfang des Jahres ablösefrei von Flamengo Rio de Janeiro. Die Saison in Brasilien dauert von Ende Januar bis Anfang Dezember, und Cruzeiro steht bereits früh unter Druck. Die vergangene Spielzeit hatte der Verein noch auf dem dritten Rang beendet. Dauerhaft Stammspieler war Walace aber auch da schon nicht. Der Mittelfeldmann war im Juli 2024 nach fünf Jahren beim Serie-A-Klub Udinese Calcio zurück in sein Heimatland gewechselt – für die stolze Summe von acht Millionen Euro.

Ex-HSV-Profi Walace (31) spielt seit Sommer 2024 bei Cruzeiro Belo Horizonte. imago images/Sports Press Photo
Walace dribbelt am Ball
Ex-HSV-Profi Walace (31) spielt seit Sommer 2024 bei Cruzeiro Belo Horizonte.

In mittlerweile fast zwei Jahren bei Cruzeiro war Walace aber nur 22-mal ein Teil der Startelf. Nach insgesamt 46 Einsätzen steht er bei einem Tor und keinem Assist. Sein Vertrag läuft bis Ende 2028. Jetzt ist Walace, der zwischen Februar 2017 und März 2018 30-mal für den HSV aufgelaufen war (zwei Tore, zwei Vorlagen), jedoch erst mal außen vor – selbst verschuldet. Dass er einen Mitspieler derart verhöhnte, wurde von seinem Verein knallhart bestraft.

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In Hamburg hatte er sich vor acht Jahren ebenfalls per Fehlverhalten ins Abseits manövriert: Da war er kurz vor dem Abstieg suspendiert worden, weil er sich unter anderem geweigert hatte, statt im Mittelfeld in der Abwehr zu spielen. Im Sommer 2018 flüchtete Walace zunächst zu Hannover 96 – und wechselte ein Jahr später nach Udine.

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