„Alle gefährdet“: Basler warnt auch den HSV – und fällt hartes St. Pauli-Urteil
Egal, wo er auftritt und über Fußball spricht: Mario Basler sagt, was er denkt – geradeheraus, offensiv und oft provokant. Am Sonntagvormittag beispielsweise im „Doppelpass“ von Sport1. Und am Montag legte der Ex-Profi in seinem Podcast „Basler ballert“ nach. Es ging um den Abstiegskampf, den HSV und auch St. Pauli.
Der Kiezklub trennte sich am Sonntag mit 0:0 von Mainz 05. Es war ein niveauarmes Spiel mit wenig Chancen auf beiden Seiten, weil sich beide Mannschaften voll auf die defensive Stabilität konzentrierten. Wenn Hauke Wahl das Kellerduell vor dem Fernseher geschaut hätte, hätte er diesen ausgeschaltet, wie er nach der Nullnummer zugab. Und auch für Basler war das Aufeinandertreffen zwischen dem Letzten und dem Tabellen-16. zum Kopfschütteln.
Mario Basler: Spiel St. Pauli gegen Mainz „war Katastrophe“
„Das war wirklich unansehnlich. Das war Katastrophe“, findet der 57-Jährige und urteilt knallhart: „Wenn man das Spiel Mainz gegen St. Pauli gesehen hat, da muss ich sagen, haben es beide verdient, in die 2. Liga zu gehen.“ Die Mainzer sind mit acht Punkten weiterhin das Schlusslicht der Liga und hinken dem 1. FC Heidenheim (elf Zähler, Rang 17), dem FC St. Pauli (zwölf Punkte, Platz 16) und dem FC Augsburg (14 Zähler, Rang 15) hinterher. Basler ist sich mit Blick auf dieses Quartett sicher: „Zwei davon wird es treffen.“ Zwei dieser vier Klubs werden seiner Meinung nach also absteigen. Über Heidenheim sagt er: „Es gibt Gründe, warum sie unten stehen. Ihre Abschlussschwäche ist eklatant.“ Zurzeit rechnet Basler allerdings damit, dass am ehesten Mainz den Gang nach unten antreten muss.

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„Sie werden Probleme kriegen, wahrscheinlich bis zum Schluss“, sagt der Experte über die 05er, die ungeachtet der sehr enttäuschenden Bundesligasaison in der Vorwoche ins Achtelfinale der Conference League eingezogen sind. Diese anhaltende Doppelbelastung sei nicht gerade von Vorteil für den Klassenkampf, glaubt Basler, und rät Mainz: „Die Liga sollte wichtiger sein. Ich bin gespannt.“ Vor dem Jahreswechsel hat das Team von Neu-Coach Urs Fischer sechs Zähler Rückstand auf Augsburg und den ersten Nicht-Abstiegsplatz. Davor geht es in der Tabelle eng zu.
Von Werder Bremen bis zum HSV: „Alle müssen aufpassen“
Werder Bremen hat als Zehnter momentan 17 Punkte auf dem Konto, der Vorsprung auf den Tabellen-14. Wolfsburg beträgt indes nur zwei Zähler. Zwischen dem SVW und dem VfL rangieren der 1. FC Köln (Platz elf), Borussia Mönchengladbach (Rang zwölf) und der HSV (Platz 13) mit jeweils 16 Punkten. „Alle sind gefährdet“, meint Basler und warnt damit auch den HSV. Der Ex-Nationalspieler führt aus: „Ich würde sagen, bis zu Werder Bremen sind da unten alle Mannschaften gefährdet. Mainz ist super gefährdet, aber bis Platz zehn müssen alle aufpassen, dass sie nicht in einen Strudel reinkommen, bei dem es komplett in die falsche Richtung geht.“ Gefahren sieht er fast überall.
Über die aufgestiegenen Kölner, die nach einem starken Saisonstart zuletzt sechsmal in Folge sieglos blieben und deshalb sehr weit abrutschten, sagt Basler: „Es ist eigentlich ein Verein, der in die Bundesliga gehört. Ich würde mir wünschen, dass sie es packen.“ Doch die ersten Spiele des „Effzeh“ im neuen Jahr, unter anderem gegen die beiden Kellerkinder Mainz und Heidenheim, würden zeigen, „in welche Richtung es geht“. Über den FC Augsburg, der kurz vor Weihnachten Manuel Baum zur Dauerlösung auf dem Trainerstuhl erklärt hat, sagt Basler: „0:0 zu Hause gegen Bremen ist ein bisschen wenig.“ Mit dem torlosen Remis hatten sich die Fuggerstädter in die Pause verabschiedet.
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Die Wolfsburger wiederum verloren zum Abschluss des Jahres mit 3:4 gegen den SC Freiburg. Damit setzte es direkt nach der Beförderung von Daniel Bauer vom Interims- zum Cheftrainer einen Rückschlag. Einen jungen Coach aus dem Nachwuchs dauerhaft zu den Profis zu schicken, sei immer „auch gefährlich“, findet Basler. Zumal direkt nach der Winterpause in München eine Klatsche für den VfL drohe. „Und dann spielen sie zu Hause gegen St. Pauli.“ Die Kiezkicker gastieren am 14. Januar in der Autostadt. Basler sagt: „Das ist ein Muss-Spiel.“ Für beide Nordklubs.
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