Drei HSV-Profis können Augsburgs Samuel Essende nicht stoppen.

Sie müssen wieder galliger werden: Die HSV-Profis Miro Muheim (l.), Gui Ramos (2.v.r.) und Luka Vuskovic (r.) haben auch in dieser Szene große Mühe mit Augsburgs Samuel Essende. Foto: IMAGO / Krieger

Alarmierende Zahl: Das gab es unter Polzin beim HSV noch nie

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Allmählich dreht sich die Stimmung im Volkspark. Nach nur einem Punkt aus den vergangenen fünf Spielen steckt der HSV im Tabellenkeller der Liga fest, beim 0:1 in Augsburg boten die Hamburger nach längerer Zeit auch mal wieder eine entsprechend schwache Leistung. Warum läuft es nicht mehr rund beim Aufsteiger? Neben dem enormen Problemen im Angriff, auf das die HSV-Bosse aller Voraussicht nach im Winter reagieren werden, muss Merlin Polzin zügig noch eine zweite Baustelle schließen, die es so noch niemals gab, seit er vor einem Jahr Cheftrainer der Hamburger wurde.

Schlimm genug, dass vorn viel zu häufig die Null steht. In sechs von elf Partien dieser Saison blieb der HSV ohne Treffer, nur Schlusslicht Heidenheim (acht Tore) traf noch seltener als Polzins Profis (neun). Aber: Auch die Defensive, auf die sich die Hamburger wochenlang verlassen konnten, schafft es seit Wochen nicht mehr, 90 Minuten lang zu funktionieren.

Fünf Mal in Folge kassierte der HSV zuletzt mindestens ein Gegentor

Seit Anfang Oktober (4:0 gegen Mainz) wartet der HSV auf ein Zu-Null-Spiel, fünf Mal in Folge kassierte er zuletzt Gegentore: In Leipzig (1:2), gegen Wolfsburg (0:1), in Köln (1:4), gegen Dortmund (1:1) und nun in Augsburg. Das gab es unter Polzin noch nie.


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„Die ersten 30 Minuten waren wir nicht intensiv genug im Gegenpressing“, kritisierte Mittelfeldmann Nicolai Remberg nach der Augsburg-Pleite. „Sonst sind wir viel intensiver, das hat diesmal gefehlt.“ Diese Tugenden waren es, die auch Polzin meinte, als er resümierte: „Es geht darum, dass wir gewisse Dinge auf den Platz bringen, die unverhandelbar sind.“

Der HSV ist im Angriff deutlich zu harmlos

Hamburgs Problem: Trifft der Gegner nur einziges Mal, hat es der HSV aufgrund der eigenen Harmlosigkeit schwer, überhaupt nur einen Punkt zu holen. Setzt sich dieser Trend fort, wird es richtig eng im Abstiegskampf.

Polzin und sein Trainer-Team werden in der kommenden Woche insbesondere an der Griffigkeit ihrer Profis arbeiten. Dass der HSV diesbezüglich zulegen muss, verdeutlicht auch die Tatsache, dass Daniel Heuer Fernandes so viel zu tun hat, wie kein anderer Bundesliga-Keeper. Vor den noch fehlenden Sonntagspartien des Spieltags erhielt Hamburgs Torwart 40 Schüsse auf seinen Kasten. Auch das spricht für eine mitunter zu geringe Entschlossenheit im Defensivspiel.

HSV-Trainer Polzin fehlen derzeit zwei Stammkräfte seiner Abwehr

Wann steht beim HSV defensiv mal wieder die Null? Fairerweise muss erwähnt werden, dass Polzin seit zwei Monaten nicht mehr auf seine Wunschformation in der Abwehr zurückgreifen kann. Ende September verletzte sich Warmed Omari schwer, an seiner Stelle bildet Nicolás Capaldo den rechten Part der Dreier-Abwehrkette. Der Argentinier fühlt sich eigentlich im defensiven Mittelfeld wohler. Vor zwei Wochen verletzte sich dann mit Daniel Elfadli auch noch das linke Glied der Kette, für ihn rückte Jordan Torunarigha ins Netz.

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Omari wird noch bis Anfang des Jahres fehlen, Elfadli winkt am kommenden Sonntag gegen Stuttgart die Kader-Rückkehr. Dann dürfte auf die HSV-Abwehr reichlich Arbeit warten: Die Schwaben blieben in ihren letzten sechs Pflichtspielen nie ohne Treffer, netzten dabei 13 Mal. Klingt nach der nächsten heftigen Nagelprobe für die zuletzt wacklige HSV-Defensive.

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