„Ärgert mich sehr!“ Diese Derby-Szene brachte HSV-Trainer Polzin auf die Palme
Das mit der Null ist immer so eine Sache. Wer wüsste das zurzeit besser als der HSV? Nach dem vorangegangenen 0:0 gegen Gladbach gab es nun im Stadtduell bereits die zweite Nullnummer in Folge, schön für die Defensive, frustrierend für die Angreifer. Entsprechend sparte auch Merlin Polzin nicht mit Kritik. Vor allem eine Szene ärgerte den HSV-Trainer noch lange nach dem Abpfiff.
82 Minuten waren am Millerntor gespielt, als sich plötzlich Räume auftaten, von denen jede Mannschaft träumt. Gegen das viel zu weit aufgerückte St. Pauli fuhr der HSV einen Konter, der wild mit den Armen fuchtelnde Fábio Vieira wartete in der Mitte nur noch auf das Zuspiel von Rayan Philippe. Doch der Franzose entschied sich für die denkbar schlechteste aller Entscheidungen, wollte den Ball von rechts mit dem linken Außenrist in die Mitte schlenzen – und verpasste sein Ziel meterweit. Ein versuchter Kunstschuss zur Unzeit. Und das Ende einer womöglich riesigen Chance zum Siegtor.
HSV-Trainer Polzin kritisiert die Konter seines Teams
„Insbesondere die Konter, die wir gefahren haben, ärgern mich einfach sehr“, stellte Polzin später fest und dachte vor allem an die Philippe-Szene: „Das ist ein Moment, den wir besser ausspielen können und auch müssen, gerade in so einem Spiel.“

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Philippe, der erst nach 68 Minuten für Ransford Königsdörffer in die Partie gekommen war, verpasste es, Eigenwerbung zu betreiben. Polzin nahm ihn allerdings auch ein wenig in Schutz. „Im Fußball geht es auch um Entscheidungen im Bruchteil von Sekunden. Keiner meiner Spieler fällt absichtlich eine falsche Entscheidung.“ Aber: „Gerade in den Momenten müssen wir noch klarer und zielstrebiger werden. Es fehlt eine Mischung von Qualität bis zur Entscheidungsfindung, bis hin zum Gegner, der da auch eine Rolle spielt. Das sind Sachen, die wir besser machen wollen und müssen.“
Immerhin: Zum zweiten Mal in Folge kein HSV-Gegentor
Wenngleich das Remis im Stadtduell dem HSV eher in die Karten spielte als St. Pauli, überwog die Enttäuschung bei den Rothosen. „Zum zweiten Mal in Folge haben wir 0:0 gespielt“, wusste Polzin. „Mit der Defensive bin ich natürlich zufrieden, aber vorn würde ich mir andere Zahlen wünschen.“

Die Offensive bleibt die große Schwachstelle seines Teams. Nur 17 Treffer erzielte der HSV in seinen bislang 18 Saisonpartien. Allein St. Pauli (16 Treffer) ist noch harmloser. Das 0:0 am Millerntor war für den HSV das schon achte Spiel dieser Saison ohne eigenen Treffer – eine schlechte Bilanz.
Harmlos: Kein HSV-Angreifer drängt sich aktuell auf
Polzins Problem: Offensiv drängt sich niemand auf. Königsdörffer bleibt trotz reichlich Einsatzzeit harmlos, ebenso wie Southampton-Leihgabe Damion Downs in seinen bislang drei Einsätzen. Auch Robert Glatzel (kam gegen St. Pauli nach 68 Minuten ins Spiel) blieb am Millerntor blass. Yussuf Poulsen ist erst in der zweiten Februar-Hälfte wieder fit.
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Fraglich, ob der HSV bis zum Ende der Winter-Transferperiode im Angriff noch mal nachlegt. Bis zum 2. Februar wäre Zeit. Gründe, noch mal neu zu überlegen, gibt es momentan zur Genüge.
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