„Absolut möglich“: Baut Polzin für Vieira sein HSV-Spielsystem um?
Fábio Vieira gehört zu den besten Fußballern in den Reihen des HSV. Einen Stammplatz hat der Portugiese im Team der Hamburger trotzdem nicht. Bei sechs seiner bislang acht Bundesligaspielen kam er im zentralen Mittelfeld auf der Achterposition zum Einsatz, bei zwei weiteren Auftritten spielte er als Rechtsaußen. Welche Rolle soll er künftig bekommen? Trainer Merlin Polzin will sich nicht festlegen. Sogar einen Systemwechsel schließt er nicht aus. Nur ein Poker – oder eine ernsthafte Option?
„Fábio hat seine Qualitäten, die definitiv den Unterschied machen“, sagt der HSV-Coach. „Wir werden ihn auf jeden Fall brauchen, ob das in der bisherigen Konstellation der Fall ist oder auf einer anderen Position, warten wir noch mal ab.“
Fakt ist: Vieiras zwei Einsätze auf der rechten Außenbahn (in München und in Augsburg) gehörten sicher nicht zu seinen besten Auftritten. Das sieht auch Polzin so, der zudem betont, dass der 25-Jährige durch seine zwei Platzverweise noch nicht richtig in den Spielrhythmus gekommen ist – und dass der Konkurrenzkampf im Mittelfeld enorm hoch ist. „Wir haben ein sehr gutes Angebot an Mittelfeldspielern, die um verschiedene Positionen kämpfen. Das ist auch etwas, was eine Leistungskultur dann noch mal schärft und was auch zu besseren Leistungen führen kann. Den Kampf nehmen die Jungs alle an.“
Am liebsten spielt Vieira im offensiven Mittelfeld
Ein Problem: Die Position, auf der Vieira in seiner Karriere beim FC Porto und bei Arsenal London seine meisten und auch erfolgreichsten Spiele gemacht hat, ist die Zehn im offensiven Mittelfeld. Diese Position gibt es im 3-4-3-System der Hamburger, das seit dem Aufstieg gespielt wird, allerdings nicht – zumindest bislang.

Was sagt Polzin dazu? Ist es für ihn eine Option, Vieira in den kommenden Heimspielen auch mal als klaren Zehner hinter der Spitze aufzustellen? Seine Antwort: „Klar, die Möglichkeit gibt es auf jeden Fall.“
System-Umstellung hätte beim HSV große Folgen
Besonders hoch dürfte die Wahrscheinlichkeit allerdings nicht sein. Um Vieira auf seiner womöglich stärksten Position einzusetzen, müsste Polzin sein Spielsystem umstellen. Ein 4-2-3-1 oder ein 4-3-3 wären optimal für einen Zehner. Die Dreierkette in der Abwehr wird der HSV-Coach jedoch kaum auflösen – die Veränderung wäre zu groß. Polzin hatte zuletzt immer wieder betont, dass er vom eingeschlagenen Weg und der neuen Spielweise überzeugt ist.
Auch in einem System mit Dreierkette kann theoretisch Platz für einen Zehner sein. Statt auf ein 3-4-3 müsste dann allerdings zum Beispiel auf ein 3-5-2 gesetzt werden. Das hätte jedoch zur Folge, dass kein Platz mehr für schnelle Außenbahnstürmer wäre – genau das war bislang jedoch ein entscheidender Faktor im HSV-Spiel.
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Eine knifflige Situation für Polzin: Einerseits will er Vieira nach dessen Stärken einsetzen, damit er der Mannschaft bestmöglich helfen kann; andererseits möchte er dafür nicht zu viel am System verändern. Das Thema bleibt spannend.
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