Die Spielerinnen des HSV gucken ratlos

Für die HSV-Frauen zählen in den kommenden Spielen nur Punkte. Foto: WITTERS

10.000 Zuschauer im Schnitt: HSV-Frauen mit hohen Zielen – Cardoso geht wieder

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Vor fast einem Jahr durfte der HSV gleich doppelt jubeln. Denn nachdem die Männer mit einem klaren 6:1 gegen den SSV Ulm den Aufstieg in die Bundesliga perfekt gemacht hatten, zogen die Frauen einen Tag später mit einem 3:0-Erfolg gegen die Zweitvertretung des SC Freiburg nach. Seither heißt der Alltag: Frauen-Bundesliga. Drei Spieltage sind in der laufenden Spielzeit noch zu absolvieren – bei einigen Themen steht aber bereits fest, wie es im Volkspark weitergeht.


Zusammenfassung:

  • Die HSV-Frauen kämpfen in der Bundesliga um den Klassenerhalt.
  • Interimstrainer Rodolfo Cardoso übernimmt bis Saisonende.
  • Die Kaderplanung für die kommende Spielzeit läuft trotz Abstiegsgefahr eingleisig für die Bundesliga.

Über allem steht das alles beherrschende Thema Abstiegskampf. Das 1:0 in Nürnberg am Freitag war ein Befreiungsschlag, das Team von Interimstrainer Rodolfo Cardoso steht aber weiterhin nur drei Zähler über dem Strich. Dabei hatte die Saison mit einem überraschenden 3:3-Unentschieden gegen den VfL Wolfsburg so positiv begonnen. Es schien, als ob Verein und Mannschaft die neue Liga schnell adaptiert hätten. Doch die Leistungen der Rautenkickerinnen wirkten unter Ex-Trainerin Liése Brancão nie wirklich konstant, sie offenbarten immer wieder Defizite. Zudem gab es atmosphärische Störungen. In der jüngsten Länderspielpause kam es zur Trennung von Brancão.

Rodolfo Cardoso übernimmt nur bis Saisonende

Vereins-Idol Cardoso, der bereits mehrfach die Bundesliga-Profis der Männer interimsweise trainiert hatte, übernahm. Und für ihn und die HSV-Frauen geht es jetzt nur noch darum, den Klassenerhalt einzutüten. Dessen sind sich die Verantwortlichen um Frauen-Koordinatorin Saskia Breuer und Christoph Rohmer, Direktor NLZ und Sportstrategie, bewusst.

Rodolfo Cardoso übernahm die HSV-Frauen nach dem Aus von Liése Brancão. WITTERS
Rodolfo Cardoso trägt ein Tor im Training der HSV-Frauen
Rodolfo Cardoso übernahm die HSV-Frauen nach dem Aus von Liése Brancão.

Auch deshalb wird die aktuelle Konstellation im Trainerteam nur eine auf Zeit sein. Nach dem letzten Spieltag ist Schluss für Cardoso und sein Team. Das steht fest. Langfristig soll die Talententwicklung beim Frauenteam im Vordergrund stehen.

HSV-Kaderplanung läuft eingleisig im Hintergrund

Aber die Trainerpersonalie ist nicht das einzige Fragezeichen, das man im Volkspark klären muss. Denn auch die Kaderplanung für die kommende Spielzeit muss vorangetrieben werden. Momentan sind sowohl der Klassenerhalt als auch der Abstieg noch möglich, weshalb mit möglichst wenig Abstrichen für beide Szenarien geplant wird, man aber weiter fest an den Verbleib in der 1. Liga glaubt. Diese selbstbewusste Herangehensweise strahlt Überzeugung aus, birgt jedoch auch ihre Risiken.

Saskia Breuer ist Koordinatorin Frauenfussball beim HSV. WITTERS
Saskia Brauer posiert vor der HSV-Raute.
Saskia Breuer ist Koordinatorin Frauenfussball beim HSV.

Denn die HSV-Talente sind deutschlandweit heiß begehrt. Im Falle eines Abstiegs könnten sich gerade die jungen Spielerinnen nach Alternativen umsehen. Wieder in der 2. Liga zu spielen, nachdem sie ihre spielerischen Qualitäten auf höchster Ebene bewiesen haben, wäre für viele Kickerinnen ein sportlicher Rückschritt. Teure HSV-Transfers wären finanziell zudem nicht ganz so einfach zu stemmen. Und auch mit dem Volksparkstadion könnte man nicht mehr punkten.

Frauen würden bei Abstieg das Volksparkstadion verlassen

Klar ist: Im Falle des Abstiegs würden die HSV-Frauen ihre Spiele nicht mehr in der 57.000 Zuschauer fassenden Arena austragen, sondern wieder auf den Trainingsplatz 6 nebenan ausweichen. Es wäre ein Dämpfer für die Ambitionen des Klubs, dem Frauenfußball eine große Bühne ermöglichen zu wollen. Bisher kamen im Durchschnitt 5803 Zuschauer pro Bundesliga-Heimspiel in den Volkspark. Nach dem 1. FC Union Berlin (7728 Zuschauer) und dem FC Bayern München (7492 Fans) ist das der dritthöchste Wert der Liga.

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Die Zahl soll, wenn es nach den Entscheidern im Verein geht, perspektivisch noch einmal deutlich steigen. Sogar die Marke von im Schnitt 10.000 Zuschauern wird angepeilt, was fast eine Verdopplung des aktuellen Werts bedeuten würde. Vor allem Familien und Zuschauer, die auch abseits des Platzes unterhalten werden wollen, bilden die Hauptzielgruppe.

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In der Debatte um passende Anstoßzeiten ist man im Austausch mit dem DFB. Der HSV setzt sich in der Frauen-Bundesliga für fanfreundlichere Termine ein als aktuell. Das kommende Heimspiel gegen Union Berlin am Freitag findet um 15 Uhr statt – es ist allerdings der 1. Mai und damit ein Feiertag. Um am Saisonende etwas Großes feiern zu können, wären die nächsten drei Punkte sehr wichtig.

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