Rot gegen Weller! Hamburgs Handballer zittern sich zu wichtigem Auswärtssieg
Am Ende war es spannender als nötig – doch es reichte dem HSV Hamburg für zwei Punkte gegen den Abstieg aus der Handball-Bundesliga. Den knappen 30:29 (13:12)-Auswärtssieg am Ostersonntag beim GWD Minden hatte der HSVH nicht zuletzt Mohammed El-Tayar und Robin Haug zu verdanken – denn das Torhüter-Duo sicherte mit seinen insgesamt 15 Paraden gemeinsam den Erfolg gegen den direkten Keller-Konkurrenten. Und der war enorm wichtig, damit die Hamburger nicht doch noch einmal ernsthaft in Abstiegsnot geraten.
Die sichtlich erleichterten Hamburger Spieler atmeten erst einmal tief durch, als die Schlusssirene sie erlöste. Bis zur buchstäblich letzten Sekunde hatten sie zittern müssen, um den Ein-Tore-Vorsprung irgendwie ins Ziel zu bringen. „Das Wichtigste waren heute die zwei schwierigen Punkte in Minden – und das war wirklich nicht einfach. Wir mussten 60 Minuten lang kämpfen“, sagte Hamburgs bester Torschütze Frederik Bo Andersen (acht Tore) bei Dyn.
HSV Hamburg siegt in Minden dank El-Tayar und Haug
Dass Minden den HSVH nicht bezwingen konnte, lag nicht zuletzt auch an den Männern zwischen den Pfosten. El-Tayar und Haug teilten sich das Prädikat des Matchwinners, lieferten gemeinsam ab. Der ägyptische Keeper im ersten Durchgang, als er mit neun Paraden (rund 40 Prozent) die Gastgeber zwischenzeitlich zur völligen Verzweiflung brachte. Zehn Minuten lang (13. bis 23. Minute) verhinderte El-Tayar ein Tor aus dem Spiel heraus. „Wir haben alles reingehauen, aber irgendwie ging der Ball einfach nicht rein“, ärgerte sich Mindens Rückraumspieler Ian Weber.

Ein Pluspunkt, den der HSVH allerdings nicht für sich nutzen konnte. Denn so stark die Defensive die Treffer auch verhinderte – was im Vorfeld noch als große Schwachstelle ausgemacht worden war –, so schwach war die Abschlussstärke im Angriff am Ostersonntag. Zu viele Fehler, zu viele Fehlwürfe und ebenfalls nur 13 Treffer zur Halbzeit. „Die Abwehr von Minden hat es uns nicht immer einfach gemacht“, erkannte Andersen an, fasste aber lächelnd zusammen: „Wir haben es am Ende ein Tor besser gelöst.“ Nicht mehr und nicht weniger.
Niklas Weller sieht in der Schlussphase die Rote Karte
Der HSVH lag zwar stets in Führung, zog aber nie auf mehr als zwei Tore davon. Und die Hausherren? Die scheiterten auch in der zweiten Hälfte am Hamburger Torhüter – nur eben jetzt am anderen. Haug kam zunächst nur für zwei Siebenmeter auf die Platte und parierte beide, in den letzten Minuten dann spielte der Norweger durch und verhinderte gleich zweimal den späten Ausgleich von GWD (56./58.).

Und trotzdem musste der HSV Hamburg noch einmal zittern. Auch, weil Niklas Weller nach einem harten Schlag bei einer Abwehraktion am Kreis die Rote Karte nach Videobeweis sah. Und als Nicolaj Jørgensen 30 Sekunden vor dem Ende die Vorentscheidung zum 31:29 verwarf, bekam Minden in der letzten Spielsekunde noch mal einen Abschluss und eine weitere Chance zum Ausgleich – die abermals Haug auf der Linie parierte. Ein Herzschlagfinale.
HSVH erwartet jetzt den THW Kiel zum Topspiel
Nach dem 37:35 in Hannover war es für den HSVH schon der zweite Erfolg in Serie in der Fremde – und ein ungleich wichtigerer. Schließlich hält der HSVH damit den direkten Abstiegs-Konkurrenten auf Distanz und verbessert sein Punktekonto auf 23:31. Ein inzwischen fast sicheres Polster vor dem Tabellenkeller.
„Jetzt wollen wir einfach noch gute Spiele zeigen und uns weiterentwickeln“, gab Andersen das Ziel für den Saison-Endspurt aus. „Wir haben viele junge Spieler, die echt Bock haben, zu spielen. Und wenn viele Leute in die Halle kommen, hat jeder immer Bock.“ Viele Leute werden es schon am kommenden Sonntag (15 Uhr) sein: Dann ist der THW Kiel zum Topspiel in der Barclays Arena zu Gast.
Tore HSVH: Andersen (8), Jørgensen (7), Weller (6), Sauter (4), Kofler (2), Norlyk (2), Geenen (1)
Anmerkungen oder Fehler gefunden? Schreiben Sie uns gern.