„Nicht einfach abzustellen“: Hamburgs Handballer kämpfen mit einem Problem
Nicht ganz dicht. Und das schon länger. Die Abwehr-Probleme ziehen sich wie ein roter Faden durch die Saison des HSV Hamburg und haben schon viele Punkte und Nerven gekostet. Nur ein Team der Bundesliga lässt mehr Gegentore zu als der HSVH: der kommende Gegner.
Es war eindeutig die Defensive, die den Hamburgern im jüngsten Heimspiel eine bittere Pleite gegen Aufsteiger Bergischer HC (34:35) beschert hatte. 35 Gegentore gegen eine Mannschaft, die im Schnitt 29 Treffer pro Spiel erzielt. Dass Torhüter Robin Haug hinter der nicht sattelfesten Abwehr eine unglückliche Figur machte, tat das Übrige.
Wie kriegt der HSV Hamburg seine Defensive in den Griff?
„Natürlich ist das ein Problem, dass wir so viele Tore kassieren“, sagt Trainer Torsten Jansen zur MOPO. „Wir wollen und müssen das einfach verbessern.“
834 Gegentore hat seine Mannschaft in den 26 Spielen dieser Saison hinnehmen müssen, im Schnitt 32,1 pro Spiel. Nur der Drittletzte GWD Minden, bei dem die elfplatzierten Hamburger am Ostersonntag (16.30 Uhr) antreten, hat von allen 18 Bundesligisten mehr Tore kassiert (850).
Die aktuellen Daten sind noch schlimmer: In den sechs Spielen dieses Jahres hat der HSV Hamburg sogar 34 Gegentore im Schnitt kassiert und die Zahl sähe noch schlimmer aus, hätte es nicht den 25:23-Heimsieg gegen Melsungen als Ausreißer gegeben. In den vergangenen drei Spielen: 36,3 Gegentore. Werte eines Absteigers.
Dass der HSVH angesichts der Abwehrprobleme nicht im Tabellenkeller steht, liegt am sehr guten Angriff. Mit 817 erzielten Toren stellt das Jansen-Team, das auf Tempo-Handball setzt und damit oft begeistert, die viertbeste (!) Offensive der Liga – noch vor dem THW Kiel (805 Tore). „Das ist unsere große Stärke“, sagt der Coach. Aber: Auf Dauer kann „Vorne hui, hinten pfui“ kein (Erfolgs-)Modell sein. Das wissen alle Beteiligten und Verantwortlichen.
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„Dass uns in der Abwehr Stabilität fehlt, liegt an vielen Dingen“, sagt Jansen. Ausfälle, mangelnde Abstimmung, immer wieder Defizite bei Intensität und Aggressivität. „Es ist komplex und deshalb nicht so einfach und schnell abzustellen“, führt der Trainer aus. „Sonst hätten wir das ja längst gemacht.“ Spielen die Hamburger in der Abwehr aber so weiter wie zuletzt, dann werden sie bis Saisonende kaum noch Punkte holen und ihre Fans vergraulen. Das kann sich der Verein nicht leisten.