„Müssen uns entschuldigen“: Hamburgs Handballer mit Katastrophen-Auftritt
Feiertag ist relativ. Laut Kalender war es auch am Montagabend noch Pfingsten, aber die Stimmung in der nicht mal zur Hälfte gefüllten Barclays Arena war im Keller und sie leerte sich nach der Schlusssirene so schnell wie lange nicht mehr. Enttäuschte Fans, frustrierte und auch beschämte Spieler. Nach einer insgesamt schwachen und enorm fehlerbehafteten Darbietung hatte der HSVH das vorletzte Heimspiel der Saison mit 28:34 (13:16) gegen FrischAuf Göppingen verloren, aber die 60 Minuten vor eigenem Publikum waren mehr als nur eine Niederlage gegen einen besseren Gegner. Das war zu spüren.
Die erste Reaktion und die folgenden Worte von Kreisläufer Andreas Magaard sagten eigentlich alles. Auf die Frage, was da eigentlich gerade gewesen sei, schwieg der Däne geschlagene zehn Sekunden und wog seine Worte ab. Dann kam er zur Sache. „Wir waren unserer Aufgabe nicht gewachsen. Wir lassen 15 Chancen liegen, machen Fehler ohne Ende. Das war katastrophal.“ Magaard schien die Leistung peinlich. „Wir können uns nur entschuldigen bei den Zuschauern, die hier heute Abend in die Halle gekommen sind.“
HSVH gegen Göppingen mit schwacher Leistung
Der Tabellen-Elfte hatte gegen die zwei Ränge besser postierten und zuletzt formstarken Gäste zwischenzeitlich mit neun Toren zurückgelegen und phasenweise gar nichts auf die Kette bekommen. Besonders schlimm waren die zehn Minuten nach der Halbzeit, die aus Hamburger Sicht eine Pleiten-Pech-und-Pannen-Show waren.

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Bester Mann auf dem Parkett: Göppingens Keeper Kristian Sæverås, der mit 16 Paraden entscheidenden Anteil am Sieg und jede Menge freie Würfe der Hamburger entschärft hatte. Im Gegensatz dazu hatten die Hamburger Torhüter Mohamed El-Tayar (fünf Paraden) und Robin Haug (zwei) gemeinsam nicht einmal die Hälfte aufzuweisen. Torhüter-Duell klar verloren. Aber nur einer von vielen Gründen für die Niederlage.
Jansen-Team macht viel zu viele Fehler
Von Anfang an war es nicht rund gelaufen. Die Hamburger hatten vor 4.165 Zuschauenden einen holprigen Start erwischt, agierten im Angriff gegen die sehr bewegliche und aggressive FrischAuf-Abwehr immer wieder fahrig und fehlerbehaftet. Linksaußen Casper Mortensen, der sein Comeback nach fast zweimonatiger Pause gab, vergab gleich seine ersten beiden Chancen und auch andere Spieler scheiterten aus guter Position oder leisteten sich Fehlpässe. Nach zehn Minuten lagen die Gastgeber mit 4:6 zurück und Trainer Torsten Jansen war sichtlich unzufrieden. Und dabei lief es zu diesem Zeitpunkt noch vergleichsweise gut.
Nach einer zwischenzeitlichen Vier-Tore-Führung der Göppinger (9:13/24.) nahm der Coach eine Auszeit und seine Mannschaft konnte sich bis auf einen Treffer wieder herankämpfen, nur um dann kurz vor der Pause erneut mit drei Toren ins Hintertreffen zu geraten.
Unterirdische zehn Minuten nach der Halbzeitpause
Nach der Pause wurde es nicht etwa besser, sondern noch schlimmer. Bei den Hamburgern lief kaum noch etwas zusammen. Das Team verlor vorübergehend die Linie, haderte immer wieder und zu viel mit – zugegeben: einigen fragwürdigen – Schiedsrichterentscheidungen und kam mächtig unter die Räder – 14:23 (42.). Nur ein Tor in den ersten elf Minuten nach dem Seitenwechsel: indiskutabel.
Die Stimmung war zwischenzeitlich im Keller. Kaum noch Anfeuerung, immer mehr Pfiffe, ungehaltenes Gemurre bei den Angriffen der eigenen Mannschaft und wütende Zwischenrufe. Phasenweise machte das riesenhafte Bananen-Maskottchen von Sponsor Dole am Spielfeldrand eine bessere Figur, als die HSVH-Spieler auf dem Parkett.
Aufholjagd des HSVH, aber Göppingen schlägt zurück
Im Angesicht der drohenden Klatsche stemmten sich die Hamburger noch einmal dagegen, gingen volles Risiko und kämpften sich tatsächlich noch einmal auf drei Tore heran (23:26/51.). Ein Lichtblick: U23-Linksaußen Xavier Apelt gelangen drei Tore. Doch die Göppinger zogen mit einem erneuten Spurt und begünstigt von weiteren Fehlern des HSVH wieder und entscheidend davon.
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„Es war eine Quantität und Wucht an Dingen, die nicht funktioniert haben“, fasste Jansen die Partie knapp und treffend zusammen und beklagte zu viele und auch „unerklärliche Fehler“. In Kombination mit der Top-Leistung von Sæverås im Göppinger Tor sei es dann verdammt schwer gewesen, die Partie zu drehen.
Letztes Heimspiel: Gegen Wetzlar muss eine Reaktion her
Eine Reaktion muss her im letzten Heimspiel der Saison am 4. Juni gegen die HSG Wetzlar in der Sporthalle Hamburg. „Es gehe ganz stark davon aus, dass wir das Spiel anders angehen“, so der Coach. Alles andere wäre fatal, denn nach der Partie stehen die Verabschiedungen von zahlreichen und auch einigen sehr verdienten Spielern an, die den Verein verlassen oder wie Kapitän Niklas Weller ihre Karriere beenden werden. Wiedergutmachung ist angesagt.
Tore HSVH: Andersen (5/2), Magaard (5), Sauter (4), Apelt (3), Lassen (3), Jørgensen (3/2), Gadza (2), Mortensen (1/1), Kofler (1), Olafsson (1)