Die Spieler des HSVH feiern ihren Sieg über Melsungen.

Die Spieler des HSVH feiern ihren Sieg über Melsungen. Foto: IMAGO / KBS-Picture

„Moment, den ich nie vergessen werde“: HSV Hamburg feiert emotionalen Sieg

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Es geht doch! Nach fünf verlorenen Partien in Serie gelang dem HSVH im Heimspiel gegen die MT Melsungen ein kleiner Befreiungsschlag. In einer heiß umkämpften Partie gewannen die Hamburger Handballer mit 25:23 (14:13) – und vergoldeten die viel gefeierte Rückkehr von Azat Valiullin. Im Mittelpunkt stand zudem Torwart Robin Haug.

Das erste Highlight gab es in der Barclays Arena schon vor Spielbeginn. Denn ein Name war bei der Spielervorstellung kaum zu hören. Jedoch nicht, weil ihn niemand kannte. Vielmehr wurde der Nachname übertönt von hoffnungsvollem Jubel und Applaus. Die Rede ist natürlich von Azat Valiullin. Der 35-jährige Russe spielte von 2021 bis 2025 bereits für den HSVH und absolvierte die Hinrunde noch für Bundesliga-Aufsteiger GWD Minden. Erst am Mittwoch wurde seine Rückkehr bekannt gegeben, am Sonntag stand der Abwehr-Spezialist schon mit ihm Hamburger Kader – ganz zur Freude der Fans des HSVH.

Azat Valiullin zog schon beim Aufwärmen alle Blicke auf sich. IMAGO / Lobeca
Azat Valiullin beim Aufwärmen
Azat Valiullin zog schon beim Aufwärmen alle Blicke auf sich.

Bitter nötig erschien die Verstärkung. Mit fünf Niederlagen in Serie ging die Mannschaft von Coach Torsten Jansen in die Partie gegen den Tabellensiebten Melsungen. Die 4916 Fans in der Halle ließen sich von der Negativserie nichts anmerken. Mit bester Stimmung stimmten sie den HSVH auf das Spiel ein.

Torhüter glänzen in umkämpfter erster Halbeit

In einer hart umkämpften und intensiven Anfangsphase konnten zunächst auf beiden Seiten die Torhüter glänzen. Sowohl Robin Haug als auch Nebojsa Simic parierten nach 20 Spielminuten bereits sieben Würfe, teilweise spektakulärer Natur. Haug konnte sich zudem durch zwei gehaltene Siebenmeter auszeichnen – das half nicht nur dem Team, sondern auch dabei, die Halle erneut anzuheizen.

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Die Zuschauer auf der Tribüne waren dabei nicht allein dabei, die Spieler anzufeuern. Keiner in der Halle stand wohl so häufig wie Valiullin. „Ich freue mich, wieder helfen zu können“, sagte er nach seiner Rückkehr. Und das merkte man, wenn auch noch nicht auf dem Platz. Er motivierte nach Fehlern, feuerte nach guten Aktionen an und wies das Publikum an, Stimmung zu machen.

HSV Hamburg geht gegen Melsungen mit knapper Führung in die Pause

Den ersten Zwei-Tore-Vorsprung des Spiels konnten sich die Gastgeber nach rund 20 Minuten erspielen, das 9:7 verspielten die Hamburger jedoch schnell, kurz darauf (25.) drehten die Melsunger das Spiel zu einem 9:11. Auch der HSVH ließ sich davon nicht beeindrucken. Mit einer 14:13-Führung ging es für die Gastgeber in die Halbzeit – ohne Einsatzminuten von Valiullin.

Die Defensive des HSVH hatte nach Wiederanpfiff große Probleme (wortwörtlich), Dainis Kristopans zu verteidigen. Der 2,15 Meter große Lette zog immer wieder Fouls und schaffte es dabei zusätzlich, nach 38 Minuten Melsunger Topscorer (fünf Tore) zu sein.

Haug hält HSVH-Sieg fest: „Mir war alles scheißegal“

Auch zehn Minuten vor Schluss war der Ausgang völlig offen. Mit einem Tor Rückstand (20:21) liefen die Hausherren dem Sieg hinterher. Doch in den Schlussminuten war es der HSVH, der die Spielgeschwindigkeit diktierte. Durch clever gesetzte Offensivaktionen eroberten sie sich die Führung zurück. Drei Minuten vor Schluss hieß es 23:22.

Am Ende war es – wie sollte es auch anders sein – der überragend parierende Haug, der rund 30 Sekunden vor Spielende seinen dritten Siebenmeter der Partie entschärfte und so den Sieg für den HSVH festhielt. Mit 14 Paraden war er maßgeblich am Erfolg beteiligt. Das wurde von den Fans mit lauten „ROBIN HAUG“-Sprechchören gewürdigt. „In dem Moment war mir alles scheißegal. Ich bin einfach nur glücklich über die Paraden und über den Sieg“, sagte Haug nach der Partie über den gehaltenen Siebenmeter kurz vor Schluss. Er sah die Intensität als entscheidenden Faktor für den Sieg.

Robin Haug ließ sich nach dem gehaltenen Siebenmeter kurz vor Schluss feiern. IMAGO / KBS-Picture
Robin Haug feiert sich
Robin Haug ließ sich nach dem gehaltenen Siebenmeter kurz vor Schluss feiern.

Am Ende hieß es 25:23 für den HSVH. Die Bedeutung des Sieges war nach Abpfiff allen anzumerken. Casper Mortensen (6 Tore) sprang auf die Bande, ließ sich feiern. „Das ist so ein Moment, den ich nie vergessen werde. Das ist auch ein Bild, das ich zu Hause haben werde, wenn ich Rentner bin“, sagte Mortensen unmittelbar nach dem Spiel über seinen Banden-Jubel.

Mortensen: „Am Ende war es ein Kampf“

„Ich liebe es, hier zu spielen. Ich liebe es, Handball zu spielen. Ich genieße echt jedes Spiel“, sagte Mortensen voller Erleichterung. „Die ganzen Emotionen mussten raus.“ Anschließend bildeten die Hamburger einen Kreis, tanzten und bejubelten den Sieg – pure Erleichterung. Mittendrin: Azat Valiullin, der zwar auf dem Platz nicht helfen konnte, aber von außen unterstützte wie kein Zweiter. „Am Ende war es ein Kampf, ein Arbeitssieg“, so Mortensen. „Das brauchten wir unbedingt für unser Selbstvertrauen.“ Die Glücksgefühle waren ihm klar anzumerken.

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Weiter geht es für den HSVH bereits am Donnerstag. Dann geht es zum Tabellenfünften TBV Lemgo Lippe. Mit einem Sieg im Rücken wollen die Hamburger Handballer dort auf dem Erfolg vom Sonntag aufbauen.

Tore HSVH: Jørgensen (8), Mortensen (6), Kofler (4), Andersen (4), Weller (1), Norlyk (1), Olafsson (1)

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