Frederik Bo Andersen jubelt

Mit sieben Treffern an diesem Nachmittag bester HSVH-Werfer: Frederik Bo Andersen Foto: imago/Jan Huebner

Nach HSVH-Sieg: Liebeserklärung an die Fans

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Der HSV Hamburg hat sich am Sonntagnachmittag mit 31:26 (16:11) gegen den TVB Stuttgart durchgesetzt. Im Duell gegen einen Tabellennachbarn hätten die Hamburger das Spiel vor 2.956 Zuschauern in der nicht ganz ausverkauften Sporthalle Hamburg schon kurz nach der Halbzeit entscheiden können. Dies verpasste der HSVH jedoch, und musste so bis in die letzten Minuten des Spiels zittern – ein großer Dank galt nach dem Spiel den eigenen Fans.

„Ich weiß, wie schön Hamburg im Sommer ist, und dass trotzdem so viele Leute heute herkommen, um uns zu unterstützen, das ist eigentlich am coolsten heute“, erklärte HSVH-Außenstümer Frederik Bo Andersen nach dem Sieg über die Stuttgarter. Sein kurzes, aber knackiges Fazit zu den eigenen Fans, die in der Sporthalle für mächtig Stimmung sorgten: „Mega!“

Geenen verletzte sich früh – konnte aber weiterspielen

Dabei begann der Nachmittag für den HSVH alles andere als „mega“: Nicht nur brauchten die Hamburger drei Minuten, um es überhaupt auf die Anzeigetafel des Spiels zu schaffen, zu allem Überfluss verletzte sich nach wenigen Minuten auch noch Linksaußen Kaj Geenen und konnte erst mal nicht weitermachen. Geenen war in dieser Saison bislang in jedem Spiel zum Einsatz gekommen und musste das Spielfeld von seinen Mitspielern gestützt verlassen. Das ließ zunächst Schlimmeres erwarten.


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Während der Niederländer auf der Bank behandelt wurde, konnte er beobachten, wie seine Teamkollegen sich nach den Anfangsschwierigkeiten und unbeeinflusst vom frühen Verletzungsschock schnell einen Drei-Tore-Vorsprung erarbeiten konnten (6:3-Führung nach zehn Minuten). Nach einer kurzen Behandlungspause konnte Geenen weitermachen und nahm seinen Platz auf der linken Außenbahn des Hanseaten wieder ein – kollektives Aufatmen beim HSVH, der in dieser Saison sowieso schon vom Verletzungspech geplagt ist.

HSVH geht mit komfortablem Vorsprung in die Pause

In der Folge ließen sich die Hamburger auch durch eine zwischenzeitliche Unterzahl nicht stoppen: Moritz Sauter, der unter der Woche zum ersten Mal für das DHB-Team nominiert worden war, verteidigte etwas zu rabiat und bekam als logische Konsequenz eine Zweiminutenstrafe. Auch von diesem Rückschlag ließen sich die HSVH-Profis allerdings nicht unterkriegen – im Gegenteil.

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Kurz vor der Pause nutzen die Hamburger ihrerseits eine Zeitstrafe der Gäste, um den Vorsprung zum Halbzeitpfiff auf 16:11 zu erhöhen. Andreas Maagard, zu diesem Zeitpunkt einer der besten Werfer des HSVH (drei Tore zur Halbzeit), zeigte sich in der Halbzeit dementsprechend zufrieden. „Wir stehen hammerkompakt und helfen sofort, wenn einer sein Eins-gegen-eins verliert“, bilanzierte der Däne am Dyn-Mikrofon. 

Fulminanter Start in Hälfte zwei – HSVH mit Chancenwucher

Als hätte es keine Halbzeit gegeben, machten die Hamburger mit Wiederanpfiff genauso weiter wie vorher. Mit etwas mehr Präzision wäre nach wenigen Minuten in der zweiten Halbzeit sogar eine Zehn-Punkte-Führung drin gewesen, beim Stand von 20:12 (34. Minute) verpasste zunächst Jacob Lassen den Ball aus der eigenen Hälfte ins leere Tor zu werfen, ehe Sauter im Eins-gegen-Eins mit Stuttgart-Keeper Mateusz Kornecki nur die Latte traf.

Für Matchwinner Andersen (sieben Treffer) war diese Phase des HSVH „Quatsch“. „Wir hatten ganz viele Chancen, das Spiel früher zu entscheiden. Im Handball geht das dann schnell“, erklärte der Rechtsaußen nach dem Spiel. Und auch HSVH-Trainer Thorsten Jansen zeigte sich von dem Chancenwucher wenig begeistert: „Die Bälle aufs leere Tor haben mir nicht gefallen.“ Ihm hätte die „Leichtfertigkeit“ seiner Mannschaft ganz und gar nicht gepasst. „So etwas kann man sich gegen keinen Gegner erlauben“, klagte der Coach der Hamburger auf der Pressekonferenz nach dem Spiel.

HSVH muss zum Schluss noch mal zittern

Und so brachte die erwähnte Leichtfertigkeit die Hanseaten noch mal in ordentliche Schwierigkeiten. In der Schlussphase kamen die Gäste wieder bis auf drei Tore (26:23 in der 53. Minute) an den HSVH heran. Einzig und allein Torwart Robin Haug (acht Paraden) war es zu verdanken, dass der HSVH in den folgenden Minuten den zwischenzeitlich schon sicher geglaubten Heimsieg nicht komplett aus der Hand gab. Besondere Probleme bereitete in der zweiten Hälfte zunehmend Stuttgarts Rückraumspieler Lenny Rubin (mit zehn Toren, bester Werfer der Partie). Trainer „Toto“ Jansen zeigte sich auch hierüber unerfreut: „Wir haben ihn nie in den Griff bekommen. Das müssen wir besser machen.“

Auch, weil die Stuttgarter in den Schlussminuten vermehrt Zeitstrafen (insgesamt fünf) sammelten, schafften es die Hamburger schließlich, in den letzten Minuten der Partie das Momentum wieder auf ihre Seite zu biegen, und konnten so einen 31:26-Sieg mit ihren eigenen Fans bejubeln. Die HSVH-Profis drehten eine komplette Runde durch die Sporthalle und feierten bei einem der letzten Heimspiele der Saison ausgelassen mit ihrem Anhang. Am 25. Mai empfängt der HSVH Göppingen in der Barclays Arena, ehe am vorletzten Spieltag noch die Partie gegen Abstiegskandidat HSG Wetzlar – dann wieder in der Sporthalle Hamburg – ansteht.

HSVH muss als Nächstes zu Tabellenführer Magdeburg

Durch den zweiten Sieg in Folge sammelt der HSVH eine Woche vor dem Duell gegen Tabellenführer Magdeburg (10. Mai, 16.30 Uhr auf Dyn) wichtiges Selbstvertrauen. Tabellarisch geht es für die Hamburger in diesem Saisonfinale zwar nicht mehr um viel, gegen den Favoriten möchte der HSVH dennoch das Maximum herausholen. Deswegen appellierte Andersen auch noch mal an die Fans: „Wir können das nicht allein machen, wenn wir am Ende der Saison nicht viel haben, um das wir spielen. Das können wir wirklich nicht ohne die Zuschauer machen.“

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Tore HSVH: Andersen (7/3), Lassen (5), Maagard (5), Jørgensen (5/1), Sauter (3), Gadza (2), Geenen (2), Kofler (1), Olafsson (1)

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