„Ich war nur kurz weg“: Darf HSV-Riese Valiullin länger bleiben?

Azat Valiullin bei einem Spiel des HSV Hamburg
Azat Valiullin warf gegen Lemgo zuletzt sein erstes Tor nach dem HSVH-Comeback.

Die Rückkehr war ebenso überraschend wie logisch und notwendig. Im vergangenen Sommer hatte der HSV Hamburg im Zuge der Verjüngung der Mannschaft dem Abwehr-Routinier Azat Valiullin (35) keinen neuen Vertrag mehr gegeben. Weil das Team allerdings in der Defensive oft verdammt alt aussah, sich vor allem aber die Verletzungsausfälle häuften, wurde der 2,05-Meter-Mann Mitte Februar zurückgeholt. Eine Riesen-Hilfe, die alle glücklich macht, aber bis Saisonende begrenzt ist. Oder geht da doch noch mehr?

Das wohl größte Problem, vor dem Valiullin bei seiner Rückkehr nach Hamburg gestanden hatte, ist mittlerweile gelöst. Er hat eine Wohnung gefunden, was bekanntlich nicht so einfach ist. Der Verein hat geholfen. Jetzt lebt er mit Ehefrau Ksenia und Sohn Artur (5) in Osdorf. „Meiner Familie und mir geht es gut hier“, sagt er im Gespräch mit der MOPO.

Valiullin gewöhnte sich beim HSV Hamburg schnell ein

Die sportliche Eingewöhnung ist „schnell und relativ reibungslos“ über die Bühne gegangen, bilanziert Valiullin nach den ersten vier Wochen und vier Spielen, was kein Wunder ist. „Ich musste mich ja gar nicht groß eingewöhnen. Die meisten Mitspieler kannte ich noch, die neuen Jungs haben mich gut aufgenommen. Im Grunde fühlt es sich wie eine kleine Auszeit an“, sagt Valiullin mit einem Schmunzeln. „Ich war nur kurz weg.“

Seine neue alte Rolle: Als verlässliche Alternative im Abwehrzentrum seinen Mann stehen, die nötige Emotionalität und Aggressivität hineinbringen, aber auch tagtäglich die Aufgaben des erfahrenen, charakterstarken und vorbildlichen Teamplayers wahrnehmen, der er ist. Das hat er bislang erfüllt. „Azat hilft uns“, sagt Trainer Torsten Jansen zur MOPO. „Nicht nur, wenn er spielt, sondern auch auf der Bank und im Training. Er weiß, worauf es ankommt, ist einfach ein Vollprofi und ich bin froh, dass er da ist.“ Der Coach schätzt den Routinier, der bereits von 2021 bis 2025 das HSVH-Trikot getragen hatte, sportlich wie menschlich.

Warme Fan-Begrüßung beim Comeback gegen Melsungen

Valiullin will „sein Bestes geben und helfen, wie und wo ich kann“. Er weiß, dass sein Job zeitlich begrenzt ist, und versucht deshalb „jeden Moment mit den Jungs und den Trainern aufzusaugen und auch zu genießen“, wie er sagt. Momente wie die Ovationen der Fans bei seinem Comeback-Spiel gegen Melsungen. „Das war schön und hat mich sehr gefreut“, schwärmt er.

Die Rückkehr ist aber auch eine Chance zu zeigen, dass er trotz seines fortgeschrittenen Alters mehr als ein Notnagel für zeitliche begrenzte Engagements ist. „Ich bin fit und leistungsfähig, das können die Trainer sicher bestätigen“, sagt Valiullin. „Ich denke, dass ich noch ein weiteres Jahr oder zwei auf diesem Niveau spielen kann.“

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Eine Hoffnung, dass das Kapitel Hamburg im Sommer nicht zum zweiten Mal geschlossen wird, hat Valiullin, auch wenn die Wahrscheinlichkeit nicht groß erscheint. „Ich schaue nicht so weit voraus, aber ich würde mich freuen, wenn es hier über diese Saison hinaus eine Zukunft für mich gibt. Wir werden sehen. Es kommt, wie es kommt.“ Und manchmal ganz anders als man denkt. Er ist das beste Beispiel dafür.