Handball-Hammer! HSV Hamburg trennt sich von Geschäftsführer – „überflüssig“
In den Saisonendspurt des Hamburger Bundesliga-Handball-Vereins platzt eine heiße Personalie. Der HSVH trennt sich von Geschäftsführer Christian Hüneburg, der seit 2024 für den Verein in dieser Funktion tätig war. Der Zeitpunkt der Verkündung kommt überraschend – hat aber Gründe.
Am Pfingstmontag empfängt der HSV Hamburg die Mannschaft von FrischAuf Göppingen in der Barclays Arena (20 Uhr). Jetzt ist klar: es wird das vorletzte Heimspiel für Hüneburg in seiner Funktion sein. Der gewissenhafte und loyale Sanierer geht. Jetzt soll ein visionärer Gestalter für „die nächste Entwicklungsphase“ des Handball-Vereins kommen.
Handball: HSV Hamburg trennt sich von Hüneburg
Die am Donnerstagnachmittag verkündete Trennung am Saisonende erfolge „im gegenseitigen Einvernehmen“, wie der HSVH in einer Pressemitteilung schreibt.
Geplant war das nicht. Mit der öffentlichen Bekanntgabe zu einem ungewöhnlichen Zeitpunkt der Spielzeit wolle man „öffentlich kursierenden Spekulationen“ entgegenwirken. Ursprünglich hatten sich Hüneburg und die Gesellschafter des Vereins darauf verständigt, zu einem späteren Zeitpunkt „umfassend zu informieren“.
Doch die Entscheidung, dass der Handball Sport Verein Hamburg und Hüneburg getrennte Wege gehen, ist durchgesickert. Deshalb sei die Bekanntgabe kurzfristig „im Sinne größtmöglicher Transparenz und aus Respekt gegenüber unseren Partnern, Sponsoren und Mitarbeitenden“ vorgezogen worden.
Hüneburg wollte sich „selbst überflüssig machen“
„Wir haben in den vergangenen knapp zwei Jahren gemeinsam viel erreicht. Nach dem erfolgreichen Sanierungsprozess und einem Schuldenschnitt von rund zehn Millionen Euro ist es uns gelungen, den Club zu stabilisieren und wirtschaftlich auf ein solides Fundament zu stellen“, wird Hüneburg zitiert. Die Phase der Stabilisierung sei abgeschlossen. „Ein wesentlicher Teil des Projektes war es immer, mich selbst überflüssig zu machen. Vor diesem Hintergrund ist jetzt ein guter Zeitpunkt, die Verantwortung zu übergeben und den nächsten Entwicklungsschritt in neue Hände zu legen.“
Präsident Kay Spanger hebt die „wirtschaftliche Konsolidierung und die stabile Lizenzierung“ als „wesentliche Verdienste“ Hüneburgs hervor. „Vor diesem Hintergrund ist der jetzige Zeitpunkt für das einvernehmliche Ende des Sanierungsprojektes folgerichtig.“
Johannes Bitter lobt Zusammenarbeit mit Hüneburg
Auch Sportchef und Handball-Legende Johannes Bitter lobte die Zusammenarbeit mit Hüneburg, der im Oktober 2024 seinen Job angetreten und für dessen Verpflichtung sich Bitter starkgemacht hatte. Der 50-Jährige habe „in einer schwierigen Phase Ruhe und Struktur in die wirtschaftlichen Bereiche des Clubs gebracht und mit seinen Kompetenzen wichtige Themen vorangebracht. Der gemeinsam mit unseren Unterstützern erreichte Schuldenschnitt und die wirtschaftliche Stabilisierung haben die grundlegende Basis des wirtschaftlichen Fundaments des HSVH geschaffen.“
Den nächsten Entwicklungsschritt des HSVH, der zwingend nötig ist, hat man Hüneburg offensichtlich nicht in ausreichendem Maße zugetraut. Die Weiterentwicklung war unter seiner Regie nach Ansicht handelnder Personen ins Stocken geraten.
HSVH hat noch keinen Nachfolger als Geschäftsführer
Wer auf Hüneburg folgt, steht noch nicht fest. „Die Nachbesetzung der Geschäftsführung erfolgt im Rahmen eines bereits begonnenen strukturierten, sorgfältig geführten Auswahlprozesses“, teilt der Verein mit. „Maßgeblich ist dabei nicht die schnellstmögliche Besetzung, sondern die passgenaue Auswahl einer Persönlichkeit, die den HSVH gemeinsam mit Sportdirektor Johannes Bitter und dem gesamten Team des HSVH in den nächsten Jahren bestmöglich voranbringt. Auf dieser Grundlage wird das Verfahren mit der gebotenen Sorgfalt und unter Berücksichtigung sowohl interner als auch externer Optionen geführt.“