Hamburgs Toptorjäger Nicolaj Jørgensen (l.) wird von Kiels Abwehrchef Hendrik Pekeler gestoppt

Knallhart: Hamburgs Toptorjäger Nicolaj Jørgensen wird von Kiels Abwehr-Kante Hendrik Pekeler gestoppt, war dennoch bester Schütze des Spiels (9 Tore). Foto: WITTERS

Rekord-Kulisse, Rot-Aufreger! Hamburgs Handballer gegen Kiel ohne Chance

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Am Anfang war es ein riesiges Handball-Spektakel. Am Ende war alles wie immer. Jubelnde Kieler auf dem Spielfeld und den Tribünen, niedergeschlagene Hamburger. Auch im zehnten Duell mit dem zuletzt schwächelnden Rekordmeister seit dem Aufstieg konnte der HSV Hamburg keinen Sieg landen, den THW zu keiner Phase wirklich gefährdet und verlor auch in der Höhe verdient mit 27:33 (14:19). Ein schöner Erfolg: die Saison-Rekordkulisse von 11.619 Fans in der Barclays Arena im Volkspark. Keine Punkte für das Konto, aber ein schönes Sümmchen Kohle in der Kasse.

Auf den Tag genau zwei Jahre nach dem einzigen Punktgewinn gegen die Kieler, dem 28:28 an gleicher Stelle, setzte es die neunte Niederlage – und die war anders als das Hinspiel (25:27) mal wieder richtig deutlich. „Wir haben es nicht geschafft, den THW in Verlegenheit zu bringen“, bilanzierte HSVH-Trainer Torsten Jansen, dessen Team sich zuletzt zu einem 30:29-Sieg bei Kellerklub Minden gezittert hatte.

Handball-Bundesliga: HSV Hamburg unterliegt THW Kiel

Die Hamburger hatten sich viel vorgenommen und einiges erhofft mit dem großen Publikum im Rücken (darunter gut und gerne 1500 Kieler Fans) und angesichts der jüngsten schwachen Auftritte des THW, der sich zu Hause gegen Eisenach (30:30) blamiert und zuvor in Melsungen verloren hatte und aktuell nur Tabellen-Fünfter ist. Aber der Druck, der komplett beim Favoriten lag, war nicht der erhoffte Ballast, sondern Motivation.

„Enttäuscht“ war HSV-Hamburg–Kapitän Niklas Weller nach der klaren Niederlage des Tabellen-Elften. „Wir haben uns was ausgerechnet vor der Kulisse, aber haben es nie geschafft, nach dem Rückstand nochmal richtig heranzukommen.“ Rückraumspieler Moritz Sauter bemängelte: „Die letzte Konsequenz hat gefehlt – im Angriff und auch in der Abwehr. Wir wollten uns vor so vielen Zuschauern von unserer besten Seite zeigen. Das ist uns leider nicht gelungen. Stattdessen standen wir uns selbst im Weg.“

HSV Hamburg und THW Kiel gemeinsam für Olympia

Vor dem Anwurf hatten beide Klubs mit ihren Teams für die Olympia-Bewerbung von Hamburg und der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt, danach entwickelte sich zunächst ein ausgeglichenes Spiel, das der THW nach knapp 20 Minuten in seine Richtung kippen konnte, weil sich bei den eigentlich gut spielenden Gastgebern mehr Fehler einschlichen, die die vom früheren Hamburger Star Domagoj Duvjnak angeführten „Zebras“ eiskalt nutzten und bis zur Halbzeit davonzogen. Ein Vorsprung, der zu keiner Phase mehr in Gefahr geraten sollte und letztlich spielentscheidend war.

Hamburgs Keeper Robin Haug machte ein gutes Spiel (insgesamt 14 Paraden) und gewann das Torhüter-Duell gegen THW-Schlussmann Gonzalo Perez de Vargas (12 Paraden), aber die Abwehr bekam insbesondere Kiels Shooter Eric Johannsson (8 Tore) nicht in den Griff. Große Probleme hatte der Angriff des HSVH, der mit zunehmender Spielzeit immer weniger Mittel gegen die massive THW-Deckung fand und vor allem aus dem Rückraum nicht genügend Durchschlagskraft entwickeln konnte.

DHB-Nationalspieler Lukas Zerbe sieht die Rote Karte

Aufreger nach der Pause: bei einem Tempogegenstoß wurde HSVH-Rechtsaußen Frederik Bo Andersen von Lukas Zerbe im Laufduell zu hart bedrängt, ging schwer zu Boden – und der deutsche Nationalspieler in den Reihen des THW sah nach Ansicht der Video-Bilder die Rote Karte (37.). Zu hart, echauffierten sich der Bestrafte sowie die THW-Verantwortlichen. Die Überzahl nutzten die Hamburger, um den Rückstand auf drei Tore zu verkürzen (19:22/38.), aber näher kamen sie nicht heran. Stattdessen zogen die Kieler auf 21:27 davon und brachten diesen Vorsprung souverän ins Ziel.

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Bester Schütze des HSVH war der Däne Nicolaj Jørgensen mit neun Toren, darunter vier Siebenmeter, und schob sich mit nun 172 Saisontreffern auf Rang fünf der Bundesliga-Torschützenliste vor.

Nicolaj Jørgensen top, Andreas Magaard zurück

Erfreulich: Kreisläufer Andreas Magaard gab beim HSV Hamburg sein Comeback nach seiner Knie-OP im Januar. „Es ist schön und wichtig, dass er wieder dabei ist“, sagte Positions-Kollege Niklas Weller. Allerdings tat sich Magaard im Angriff schwer, konnte nur einen seiner drei Würfe versenken. Immerhin hat Trainer Jansen vor den kommenden Spielen in Erlangen (25. April) und zu Hause gegen Stuttgart (3. Mai) wieder eine personelle Alternative mehr auf einer der wichtigsten Positionen.

Tore HSVH: Jørgensen (9/4), Andersen (7/2), Lassen (4), Geenen (3), Sauter (2), Magaard (1), Kofler (1)

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