Handball Hamburg
Erling Haaland hat sie inspiriert: Auch beim HSV Hamburg gibt es jetzt Norwegen-Power
HSVH legt mit Duo aus Norwegen los. Was sie können – und wie der Fußball-Star sie inspiriert.
An die Rudergeräte ging es nicht, als Hamburgs Handballer am Montag zum Trainingsauftakt zusammenkamen. Und doch wurde der Neustart in der Arena am Volkspark von Erling-Haaland-Vibes begleitet – denn der HSVH hat zwei Norweger verpflichtet, die Fußball-Fans sind und den „Rooo“-Jubel ihrer Landsmänner bei der WM mit Freude verfolgten.
Martin Hovde hat Norwegens Achtelfinale gegen Brasilien in Oslo gesehen. Beim Public Viewing, „mit 30.000 Menschen“, erzählt er der MOPO.
Jansen über Hovde: „Kein Wahnsinnstalent“
„Das war eine lustige Erfahrung.“ Zumal Haaland doppelt traf und sein Team zum 2:1-Sieg führte. Der 26-Jährige ist 1,95 Meter groß und Star-Stürmer von ManCity. Hovde ist 24, eine 2,01-Meter-Kante und neuer Kreisläufer des HSVH.
„Martin hat kein Wahnsinnstalent“, sagt Trainer Torsten Jansen. „Aber er arbeitet unheimlich viel – und darauf legen wir Wert.“ Hovde tritt in Hamburg die Nachfolge von Neu-Präsident Niklas Weller und Andreas Magaard (GOG Håndbold) am Kreis an. Er kommt vom Champions-League-Klub Kolstad IL und als Nationalspieler. „Die vergangene Saison war die beste meiner Karriere“, berichtet Hovde. „Aber es gab Höhen und Tiefen. Ich muss stabiler auf hohem Niveau werden.“ Quasi so wie Haaland.
„Seine Karriere ist vorbildlich“, staunt Hovde über den WM-Star. „Erling ist sehr professionell in allem, was er tut.“ Während Haaland längst internationale Erfahrung hat, verlässt Hovde mit dem Wechsel erstmals sein Heimatland. Genauso ergeht es Nicolai Daling. Der 24-Jährige kommt von IL Bergen nach Hamburg, ist laut Jansen „explosiv und spielstark“ – und schließt als Linkshänder die durch den Abgang von Jacob Lassen (Rhein-Neckar Löwen) entstandene Baustelle im rechten Rückraum. „Es ist der richtige Schritt für meine Karriere“, sagt Daling, der in der Vorsaison durch Verletzungen ausgebremst wurde, 2024/2025 aber Toptorschütze und Spieler des Jahres in Norwegen war.
Daling hat beim HSVH keinen Zweitjob mehr
„Das war sehr cool“, sagt der 1,87-Meter-Mann und muss schmunzeln, als die MOPO einen Vergleich zu Haaland zieht. „Erling ist ein guter Torjäger – und der will ich auch sein“, betont Daling. „Es ist sehr inspirierend, was er und die ganze Nationalelf bei der WM geleistet haben, obwohl sie fast nie der Favorit waren. Das zeigt: Alles ist möglich, wenn man es will.“ Daling will beim HSVH, einem Team „mit viel Talent“, zu alter Stärke finden. In Bergen arbeitete er halbtags von 8 bis 14 Uhr in einer Bank, ehe es zum Training ging. In Hamburg gebe es für ihn „nur noch 100 Prozent Handball, um mein Potenzial voll auszuschöpfen“.
Neben ihm und Daling begrüßte Jansen vier weitere Neue: den Linksaußen Noah Beyer (29), das bosnische Rückraum-Talent Alem Hadzic (19), den gebürtigen Hamburger Leon Nowottny (20) als Ersatztorwart hinter Robin Haug – und Kreisläufer Jan Schmidt (21), der per Zweitspielrecht schon ab Februar für den HSVH auflief.
„Es ist wie in jedem Jahr ein Neustart“, sagt Jansen, der nach zuletzt Bundesliga-Rang zehn noch nicht über das neue Saisonziel „schwadronieren“ will. Sport-Boss Jogi Bitter pflichtet dem Coach bei: „Es gibt Stand jetzt definitiv keine Zielsetzung zu der Platzierung.“ Haaland-Fan Daling hält sich auch zurück, weil er meint: „Es ist die stärkste Liga der Welt.“
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