Jacob Lassen wird vom BHC-Spieler Noah Beyer am Zeug geflickt.

Jacob Lassen wird vom BHC-Spieler Noah Beyer am Zeug geflickt. Foto: WITTERS

„Eier-Tore“, Spottgesänge: Heimpleite geht Hamburgs Handballern „auf den Sack“

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Sie hatten noch eine Rechnung aus dem Hinspiel offen, die sie unbedingt begleichen wollten. Doch das Vorhaben ging mächtig nach hinten los und Hamburgs Handballer kassierten gegen Kellerklub Bergischer HC in eigener Halle die zweite und weitaus bittere Pleite. Nach 60 enttäuschenden Minuten hieß es gegen den Tabellen-15. und Aufsteiger 34:35 (17:18) – obwohl die Gäste 14 (!) technische Fehler produzierten. Da halfen auch zehn Tore des überragenden Moritz Sauter nicht. Frustrierte Gastgeber, spottende Gäste-Fans.

Noch einige Minuten nach der Schlusssirene saß HSVH-Kapitän Niklas Weller alleine auf der Auswechselbank und starrte ins Leere. Auf der gegenüberliegenden Tribüne sangen die rund 50 aus Wuppertal und Solingen mitgereisten BHC-Fans spöttisch „In Hamburg sagt man tschüs, das heißt auf Wiedersehen“, skandierten „Hier regiert der BHC“ und grölten dann den Auswärtsfan-Klassiker „Wir fahr’n nach Haus’, ihr müsst hier wohnen“, was angesichts des Städtevergleichs schon wieder lustig war.

Trainer Torsten Jansen: „Niederlage wurmt unheimlich“

Gar nicht nach Lachen zumute war Hamburgs Trainer Torsten Jansen, der nach der Niederlage seiner ersatzgeschwächten Mannschaft bedient war. „Wir stehen leider mit leeren Händen da, was mich unheimlich wurmt, weil wir das Spiel unbedingt gewinnen wollten. Wir haben zwei Punkte liegen gelassen, die wir zu holen wollten und zu Hause eigentlich auch müssen.“ Der Coach ärgerte sich über eine „schwache Wurfquote und zu viele einfache Gegentore, darunter ein paar Eierbälle mit 5 km/h“. Die Tatsache, dass seine Mannen schon wieder zwei Siebenmeter verwarfen, „geht mir auch auf den …“, kurzes Zögern und Abwägen, „…Sack.“


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Zwei Wochen nach dem begeisternden Auswärtssieg bei Hannover-Burgdorf und der folgenden Länderspielpause taten sich die in der Tabelle vier Plätze besser positionierten Gastgeber vor 2942 Zuschauenden in der Sporthalle Hamburg von Anfang an schwer, produzierten zu viele technische Fehler, fanden im Angriff zu wenige Lösungen oder scheiterten an BHC-Keeper Christopher Rudeck, übrigens ein gebürtiger Hamburger.

Handball: El-Tayar und Mortensen fehlen

Kaum etwas zu fassen bekam sein Gegenüber im HSVH-Tor, Robin Haug, der hinter einer löchrigen Abwehr agierte und zu allem Überfluss quasi auf sich allein gestellt war, weil Kompagnon Mohamed El-Tayar krankheitsbedingt ausgefallen war und U23-Keeper Norwin Pein als Nummer zwei in den Kader und auf die Bank rückte. Zweiter Ausfall: Linksaußen Casper Mortensen meldete sich mit muskulären Problemen ab, verpasste damit das durchaus brisante Duell mit seinem Nachfolger Noah Beyer, der im Sommer zum HSVH wechselt und den Dänen auf Linksaußen beerbt.

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Die gesamte erste Halbzeit lag der HSVH hinten, meistens mit zwei Toren, zweimal mit dreien. Ein enttäuschender Auftritt. Trainer Jansen war entsprechend sauer, ließ das seine Mannschaft auch in der Kabine wissen. Wirklich besser wurde es danach nicht.

HSV Hamburg: Erst Minden, dann gegen den THW Kiel

Erst in der 46. Spielminute gelang es Kapitän Weller, die umjubelte erste Führung für die Hausherren zu erzielen. Doch die Führung gab keine Sicherheit, geschweige denn, dass sie den HSVH beflügelte. Stattdessen gerieten die Hamburger wieder mit drei Toren ins Hintertreffen (28:31/54.). Es passte ins bittere Gesamtbild, dass ausgerechnet Beyer 34 Sekunden vor Spielende mit dem 32:34 quasi alles klarmachte, auch wenn beiden Teams noch Treffer gelangen.

Der Druck vor dem nächsten Keller-Duell steigt. Am Ostersonntag tritt der HSVH beim Drittletzten Minden an und sollte tunlichst gewinnen, denn im folgenden Heimspiel geht es gegen den Rekordmeister THW Kiel – ein Handball-Kracher, in dem alles andere als eine Niederlage eine große Überraschung bis Sensation wäre. „Wir müssen aufpassen, dass wir nicht unten reinrutschen“, warnt Jansen.

Tore HSVH: Sauter (10), Geenen (6), Jørgensen (5/1), Andersen (5/1), Lassen (4), Weller (3), Norlyk (1)

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