Ellidin Vidarsson setzt zum Wurf an

Nicht zu halten: Gummersbachs Ellidin Vidarsson wurde für die Hamburger Abwehrreihe zur größten Herausforderung des Spiels. Foto: imago/Beautiful Sports

Auswärts geht nichts: HSV Hamburg verliert vor der EM-Pause in Gummersbach

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Hamburgs Bundesliga-Handballer gehen mit einer Negativserie von sechs Auswärtspleiten am Stück in das neue Jahr 2026. Auch beim VfL Gummersbach konnte der HSV Hamburg nicht punkten und musste sich am Ende mit einem klaren Ergebnis von 27:33 (14:15) geschlagen geben. Im Hinspiel Mitte Oktober war dem Team von Trainer Torsten Jansen noch ein spektakulärer 31:30-Heimsieg gelungen.

Die Hanseaten reisten bereits ohne zahlreiche Ausfälle nach Gummersbach. Wichtige Schlüsselspieler wie Magaard, Kofler und Axmann standen verletzt oder krankheitsbedingt nicht im Kader. „Heute haben doch der eine oder andere gefehlt“, resümierte dann auch HSVH-Coach Jansen nach der Auswärtspleite gegen ein volles Gummersbacher Aufgebot.

Das Spiel begann schleppend. Nach fünf Minuten stand es gerade einmal 1:1 auf der Anzeigetafel in der Schwalbe Arena. Die Gummersbacher taten sich sichtlich schwer gegen die zuletzt immer mal wieder kritisierte Hamburger Abwehr. Unterstützung bekam diese auch durch zahlreiche Paraden ihres starken Schlussmanns Robin Haug, der vom norwegischen Nationaltrainer Jonas Wille eine EM-Nominierung erhalten hatte.

HBL: HSV Hamburg verliert in Gummersbach

In der 14. Minute musste der HSVH seine erste kritische Phase meistern. Die Hamburger verfielen plötzlich wieder in alte Fehlermuster und ließen große Lücken in der Abwehr. So kam vor allem der Gummersbacher Ellidi Vidarsson häufig sehr frei und ungehindert zum Wurf und schenkte dem Jansen-Team einen Drei-Tore-Rückstand ein.

Die Norddeutschen ließen sich jedoch nicht verunsichern und stellten nach 18 Minuten wieder auf 8:8. Dabei profitierten sie besonders von fahrigen Ballverlusten der Gastgeber im Aufbauspiel.

Beide Mannschaften begegneten sich in der Folge weiter auf Augenhöhe. Die Hamburger waren oft in den richtigen Momenten zur Stelle und konnten auf die starken Paraden ihres Keepers zählen. Doch ihre Schwächen, insbesondere bei den zweiten Bällen, nutzte der VfL gnadenlos aus. Die Gäste bekamen den Gummersbacher Angriff und vor allem die langen Bälle an den Kreis einfach nicht in den Griff. „Wir haben ein paar Probleme in der Abwehr mit Vidarsson, der macht zu viele Tore“, bestätigte auch Hamburgs Jacob Lassen in der Halbzeitpause bei Dyn.

Jansen mit wütender Ansprache nach Wiederanpfiff

Die zweite Hälfte begann rasant. Zu schnell für den HSV Hamburg. Drei Minuten nach Wiederanpfiff lagen die Gastgeber bereits mit drei Toren in Führung. Jansen gefiel das Verhalten seiner Mannschaft überhaupt nicht, er nahm direkt eine Auszeit, in der er seinen Ärger mit deutlichen Worten kundtat. Doch auch die wütende Teamansprache des Coaches nützte nichts. Die Hamburger bekamen viele Würfe nicht am gegnerischen Torwart Dominik Kuzmanovic vorbei, der mit 15 Paraden ein bärenstarkes Spiel machte. Die Gummersbacher um Vidarsson und Schluroff blieben hingegen eiskalt vorm Hamburger Kasten und zogen Treffer für Treffer davon.

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Mitte der zweiten Hälfte tauschte der HSV Hamburg dann nochmal die Torhüter. Mohammed El-Tayar durfte für Haug zwischen die Pfosten und parierte gleich einen Siebenmeter. Nach diesem Erfolgserlebnis durfte er auch den Rest des Spiels das Hamburger Tor hüten, was er mit vier Paraden fast genauso erfolgreich tat wie sein Vorgänger Haug (sechs Paraden).

Gummersbach dominiert klar die Schlussminuten

Der HSVH wollte das Spiel nicht vorzeitig abschreiben und konnte einen Sechs-Tore-Rückstand zwischenzeitlich auf vier verkürzen. Doch auch das Aufbäumen half letztlich nicht, da sich die Gummersbacher zwischen der Hamburger Abwehrkette munter hin und her kombinierten.

„Für heute war das insgesamt okay“, stellte Jansen mit Blick auf die Verletztenliste wieder versöhnlich gestimmt fest und fügte hinzu: „Wir müssen aber noch weitere Punkte holen, denn sicher fühlen können wir uns mit dem jetzigen Stand nicht.“

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Schlussendlich muss der HSV Hamburg mit einem Endergebnis von 27:33 die nächste Auswärtsniederlage über den Jahreswechsel verkraften und überwintert inklusive Verletzungssorgen in der EM-Pause bis Februar mit 17:23 Punkten auf dem zehnten Tabellenplatz.

Tore HSVH: Norlyk (2), Lassen (3), Jørgensen (2), Weller (5), Andersen (5), Olafsson (4), Sauter (2), Mortensen (4)

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