„Alles andere als optimal“: Warum der HSV Hamburg ein Problem mit der Liga hat

Casper Mortensen versucht, Marek Nissen aufzuhalten
Während die Hamburger um Casper Mortensen (r.) kaum Heimspiele am Wochenende austragen dürfen, empfängt der HC Erlangen um Marek Nissen seine Gäste regelmäßig zu bester Anwurfzeit – ein klarer Heimvorteil für die Mittelfranken.

Es geht in die richtige Richtung und voran. Sportlich bewegen sich Hamburgs Handballer im gesicherten Mittelfeld der Liga, den Lizenzantrag hat der Verein einige Tage vor der Frist von Zuversicht begleitet eingereicht und nun widmet sich der HSVH dem nächsten wichtigen Vorhaben: die Zuschauerzahlen bei Heimspielen steigern. Das ist auch nötig. Da gibt es nur ein Problem.

Sechs Liga-Duelle stehen für die Hamburger bis Saisonende noch in eigener Arena, der Sporthalle Hamburg, an. Die Vereins-Führung hatte unlängst bei einem Termin mit der MOPO erklärt, dass es eines der vorrangigen Ziele sei, die Halle bei diesem halben Dutzend auszuverkaufen. Ambitioniert, aber der richtige Fokus, denn es geht darum, die Einnahmen zu steigern.

Johannes Bitter beklagt „krasse Häufung“ von HSVH-Heimspielen unter der Woche

Der Haken: Die kürzlich erfolgte Ansetzung der verbleibenden Spieltage durch die Liga (HBL), die beim HSVH für erschwerte Bedingungen sorgt.

Nur noch ein einziges (!) der sechs Heimspiele findet an einem Wochenendtag statt, alle anderen Partien unter der Woche, wo es eine größere Herausforderung ist, die Sporthalle mit ihren 3750 Plätzen vollzumachen.

Ein außergewöhnliches Missverhältnis. Einzig die Partie gegen Göppingen findet an einem Sonntagnachmittag (27. April) statt. Die Heimspiele gegen Melsungen (20. März) und Potsdam (3. April) sowie gegen Stuttgart (15. Mai) steigen an einem Donnerstagabend, das vorletzte Heim-Duell gegen Eisenach (28. Mai) an einem Mittwoch, das Heim-Finale der Saison gegen Wetzlar (5. Juni) erneut am Donnerstag.

Damit nicht genug: Auch von den ersten drei Heimspielen 2025 wurde lediglich das erste gegen die Rhein-Neckar Löwen am Wochenende (Sonntag, 9. Februar) ausgetragen, die Partien gegen Bietigheim und Gummersbach aber jeweils – man ahnt es schon – Donnerstagabend. Der neue Hauptspieltag des HSVH, wider Willen.

„Das ist eine krasse Häufung und natürlich alles andere als optimal“, sagt Vize-Präsident und Sportchef Johannes Bitter zum Donnerstags-Dilemma. „Unglücklich, aber erklärbar.“

Wie kann das sein?

Die Gründe sind vielschichtig und nicht nur der Liga anzukreiden, denn der Spielplan wird immer auch in Abstimmung mit den Vereinen erstellt, hängt von Hallenverfügbarkeiten und den Terminen ab, die die Klubs anbieten.

Die letzten drei Heimspiele sind in der Liga grundsätzlich Wochenspieltage

So kam für die Februar-Heimspiele gegen Bietigheim und Gummersbach nur der Donnerstag infrage, weil die Sporthalle an dem Spieltagswochenende anderweitig belegt war, unter anderem als Wahl-Lokal.

Anders sieht es bei den nun anstehenden drei Heimspielen aus, die alle hätten am Wochenende stattfinden können. Doch nur die Partie gegen Göppingen wurde auf einen Sonntag angesetzt. Unverständlich. Die letzten drei Heimspiele des HSVH wiederum sind in der Liga grundsätzlich Wochenspieltage für alle Vereine.

Von den ersten acht Heimspielen dieser Saison fanden zwar vier an einem Sonntag und jeweils eins Samstag, Freitag, Donnerstag und Montag statt. Unterm Strich bleiben es aber von 17 Heimspielen nur sieben an einem Samstag oder Sonntag. Und in diesem Jahr von neun Heimspielen zwei (!) am Wochenende.

Der HC Erlangen hat im Vergleich zum HSVH einen Heimvorteil

Zum Vergleich: Der HC Erlangen spielt von neun Heimspielen in diesem Jahr sieben (!) an einem Wochenend- oder Feiertag. Und die beiden Wochenspieltage sind jene für alle Teams.

Die Liga hat offenbar das Augenmaß für Verteilung und Gewichtung verloren, andererseits hätte der HSVH vor der laufenden Saison möglicherweise mehr auf Wochenendterminen bestehen müssen und nicht so viele Donnerstage als Alternativen anbieten dürfen. Flexibilität nehmen Spielplangestalter dankend an.

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Ein weiteres Problem: Spiele in der Woche sind nicht sonderlich familientauglich und sorgen dafür, dass viele Kinder und schulpflichtige Jugendliche nicht dabei sein können. Dadurch wird es schwerer, die nächste Fan-Generation zu erreichen, zu begeistern und zu binden. Letzteres sollte übrigens auch im Interesse des deutschen Handballs sein, der mehr denn je um die junge Zielgruppe kämpfen muss.