Absturzgefahr für den HSV Hamburg? „Wir machen uns nicht in die Hose“

HSVH-Profi Niklas Weller zeigt nach vorne
Für Kapitän Niklas Weller und den HSVH soll es schnell wieder aufwärts gehen.

Das Schmuddelwetter passt zur sportlichen Situation der Hamburger Handballer. Vier Liga-Spiele ohne Sieg, bei denen sie teilweise unter Wert geschlagen wurden, dazu noch der bittere Pokal-K.o. bei Zweitligist Dresden. Das geht nicht spurlos an der Mannschaft vorbei. Die Hamburger brauchen schnell wieder Erfolgserlebnisse, am besten schon im nächsten Spiel. Für das Punktekonto, das Selbstvertrauen und die Stimmung im Team. Ansonsten drohen ungemütliche Wochen.

Platz 13 in der Tabelle, 5:9 Punkte. Seit Saisonbeginn geht es schrittweise abwärts. Das ist nicht gut, aber auch noch nicht dramatisch. Allerdings liegt der letzte Sieg schon mehr als einen Monat zurück. Und der einzige Punktgewinn in der Zwischenzeit war eine gefühlte Niederlage, weil der HSVH gegen Lemgo (35:35) in der Schlussviertelstunde eine Sechs-Tore-Führung verspielt hatte. Das alles nagt am Selbstbewusstsein, sorgt auch für Frust.

HSV Hamburg demonstriert Ruhe und Geschlossenheit

Die Verantwortlichen mahnen zur Ruhe und Geschlossenheit, versprühen Zuversicht und geben sich kämpferisch. „Das ist natürlich keine schöne Situation, aber auch nichts, was uns aus der Ruhe bringen sollte“, sagt Sportchef Johannes Bitter im Gespräch mit der MOPO. „Wir dürfen jetzt nicht alles schlechtreden oder zu negativ sehen.“

Ausgerechnet eine Niederlage soll für Aufbruchstimmung und Selbstvertrauen sorgen und Wegweiser für die kommenden Aufgaben sein. Beim höchst unglücklichen 29:30 gegen Champions-League-Sieger Magdeburg am vergangenen Sonntag hatte der HSVH lange die beste Saisonleistung auf die Platte gebracht, phasenweise überragend gespielt, war jedoch am Ende nicht belohnt worden.

HSVH-Trainer Torsten Jansen ist empört
Trainer Torsten Jansen gibt sich kämpferisch, fordert aber auch bedingungslosen Einsatz von seinen Spielern.

„Da haben wir gesehen, was in der Mannschaft steckt, was wir können und welches Potenzial vorhanden ist“, betont Bitter und Trainer Torsten Jansen fordert: „Das sollte uns Mut machen und zeigen, was möglich ist, wenn die Basics stimmen, Einsatz, Intensität und Leidenschaft auf dem höchsten Level sind. Das ist die Grundvoraussetzung. Das muss der Maßstab sein. Da darf es keine Kompromisse geben. Da müssen alle mitziehen.“

Die Tatsache, dass fünf der bislang neun Minuspunkte aus Spielen gegen drei der aktuell vier besten Teams der Liga (Magdeburg, Kiel, Lemgo) resultierten, relativiert den 13. Tabellenplatz, der den HSVH schlechter aussehen lässt, als er bislang gespielt hat. Aber: Bis Platz 16, dem ersten Nichtabstiegsplatz, sind es nur noch zwei Punkte Abstand. Der Keller ist gefährlich nah. „Es ist wichtig, wieder zu punkten“, weiß Bitter. „Wir wollen wieder einen Puffer nach unten aufbauen.“ Noch nötiger hat das Team aber ein bestätigendes Erfolgserlebnis und Glücksgefühl. Nichts geht über Siege.

HSVH steht vor einem schweren Bundesliga-Programm

Das nächste Spiel bietet von den kommenden Duellen die wohl besten Chancen – zumindest auf dem Papier. Am Sonntag (18 Uhr) tritt das Jansen-Team in Wetzlar an. Tabellennachbarschaft, wobei die HSG heimstark ist. Danach geht es in eigener Halle gegen den Tabellensechsten Gummersbach (19. Oktober) sowie auswärts gegen Meister Berlin (26. Oktober) und den formstarken Tabellenzweiten Flensburg (9. November).

Ein heftiges Programm, bei dem die Aufgaben zunehmend schwerer werden. „Sollen wir uns deshalb verrückt machen?“, fragt Jansen rhetorisch und gibt sich kämpferisch: „Wir machen uns nicht in die Hose. Mit Angst hat noch keiner was gewonnen.“ Der Coach bleibt bei seiner Marschroute: von Spiel zu Spiel schauen. Angst ist selten ein guter Ratgeber.

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Aber sollte der HSVH in den kommenden vier Wochen kein Erfolgserlebnis feiern und in der Tabelle in den Keller rutschen, dann dürfte sich dort auch die Stimmung innerhalb der Mannschaft einpendeln. Das wäre gefährlich – auch für das Vorhaben, mehr Publikum in die Halle zu locken. Umso wichtiger ist es, dass die Hamburger schnell ihre Sieglos-Serie durchbrechen. Die Qualität dazu haben sie.