Zwölf-Minuten-Plädoyer gegen Rassismus: Kompany attackiert Mourinho
Bayern-Trainer Vincent Kompany hat seinen prominenten Kollegen José Mourinho nach dem Rassismus-Skandal um Vinicius Júnior ungewöhnlich scharf kritisiert. Dafür nutzte der Ex-HSV-Profi ein zwölfminütiges Plyädoyer auf der Pressekonferenz des Rekordmeisters am Freitag. Der Coach von Benfica Lissabon habe nach dem Play-off-Spiel gegen Real Madrid „den Charakter von Vinicius Júnior attackiert. Er hat die Art, wie er jubelt, gegen ihn verwendet. Für mich ist das aus Führungsperspektive ein klarer Fehler“, sagte Kompany emotional in Richtung Mourinho.
Zudem habe der 63-Jährige erklärt, dass Benfica „nicht rassistisch“ sein könnte, „denn der wichtigste Spieler in ihrer Geschichte war Eusébio. Aber wissen sie“, betonte Kompany, „was Spieler in den 60er-Jahren durchgemacht haben? Mein Vater ist auch ein schwarzer Mann aus den 60ern – und damals hatten sie als einzige Option, ruhig zu bleiben, nichts zu sagen, darüber zu stehen, zehnmal besser zu sein, um dann vielleicht ein bisschen Anerkennung zu bekommen. Das war Eusébios Leben. Und heute seinen Namen dafür zu verwenden, um etwas gegen Vinicius Júnior zu sagen…“
Bayern-Trainer Kompany hat Erfahrungen mit Rassismus
Er habe „100 Menschen getroffen, die mit José Mourinho zusammengearbeitet haben. Und ich habe noch nie einen getroffen, der etwas Schlechtes über ihn gesagt hätte. Alle Spieler, die für ihn gespielt haben, lieben ihn“, führte Kompany weiter aus. „Aber da hat er einen Fehler begangen.“

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Kompany war in seiner Zeit als Profi nach eigener Aussage selbst mehrfach rassistisch beleidigt worden. „Mein Traum ist, dass es am Ende dieser Situation einen Raum gibt, wo jemand sagen kann: ‚Es tut mir leid, ich bitte um Entschuldigung‘.“ Er hoffe einfach, „dass dies nicht mehr so passieren wird, sodass wir nach vorne blicken können und wachsen können. Und schaut mal auf die Dinge, die wir zusammen schaffen können und nicht auf die, die uns trennen.“
Vini Jr. beklagte Rassismus – Kompany setzt ein Statement
Für ihn, sagte der 39 Jahre alte Belgier, sei es „eine ganz schwierige Thematik. Denn ganz ehrlich, ich passe nicht in diese Welt und was da alles passiert, ich sehe da meinen Platz oftmals nicht.“ Real-Star Vinicius Júnior hatte Benfica-Profi Gianluca Prestianni nach dem 1:0 im Play-off-Hinspiel der Königsklasse vorgeworfen, ihn als „Affe“ bezeichnet zu haben. Mourinho hatte dagegen die Art des Torjubels des Brasilianers moniert.
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Die UEFA hat inzwischen Ermittlungen eingeleitet – und am Freitag gab es eine neue Entwicklung: Benfica hat eine Untersuchung gegen zwei Fans des Klubs eingeleitet. Die Anhänger sind auf einem in den sozialen Medien geteilten Video zu sehen, wie sie während des Spiels gegen Real in roten Benfica-Trikots Affen-Gesten in Richtung Vinicius von sich geben. „Wenn sie Mitglieder des Vereins sind, kann das Verfahren zu ihrem Ausschluss führen“, sagte ein Klubsprecher der Nachrichtenagentur AFP und bestätigte damit einen Medienbericht aus Portugal. (sid/ea)
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