Vincent Kompany im Spiel gegen den FC St. Pauli

Siebter Sieg im siebten Heimspiel: So schwer wie gegen St. Pauli hatten sich die Bayern von Trainer Vincent Kompany zuvor in der Allianz Arena aber noch nicht getan. Foto: imago/Sven Simon

„Zu arrogant …“: Bayern-Trainer Kompany mahnt nach dem Dusel-Sieg gegen St. Pauli

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Der FC Bayern zeigt gegen St. Pauli alte Tugenden – dank der neuen Qualitäten von Luis Díaz.

Matchwinner Luis Díaz zeigte zwinkernd das Victory-Zeichen, doch mehr als ein paar gemurmelte spanische Floskeln ließ sich der Kolumbianer nicht entlocken. Wie der Stürmerstar zum neuesten Gesicht des altbekannten Bayern-Dusels wurde, mussten andere erklären – allen voran Spielerversteher Vincent Kompany.

Kompany lobt die „Chaos-Kreativität“ von Luis Díaz

„Das ist Lucho“, sagte der Münchner Trainer in einer Mischung aus Staunen und schulterzuckender Bewunderung, „er hat diese Chaos-Kreativität“. Was bitte? „Im Chaos“, referierte der Belgier nach dem mühsamen und glücklichen 3:1 (1:1) gegen die tapferen Serienverlierer des FC St. Pauli, „kann bei ihm immer etwas passieren.“


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In der Tat: Vor dem Ausgleichstreffer durch Raphael Guerreiro (44.) schien Díaz schon vom Ball getrennt, als er diesen im Fallen per Hacke doch noch zum Torschützen zauberte. Und als es schien, als müssten sich die betreten dreinblickenden Bosse um Ehrenpräsident Uli Hoeneß auf der VIP-Tribüne schon mit einem enttäuschenden Unentschieden abfinden, bugsierte Diáz den Ball doch noch zum entscheidenden 2:1 über die Linie – per Schulter, eben so nicht strafbar, in der Nachspielzeit (90.+3). Mehr Bayern-Dusel geht kaum!

Kompany: „Eklig, gegen so einen Spieler zu spielen“

Moment, erhob der deutsche Rekordmeister Einspruch – bei allem Glück war das auch Können! „Ich hätte das als Verteidiger auch eklig gefunden, gegen so einen Spieler zu spielen“, sagte der ehemalige Weltklasse-Abwehrspieler Kompany über Díaz, „weil du nie weißt, ob du den Ball unter Kontrolle hast oder er. Das ist einfach seine Spielart und seine Qualität“.

Bayerns Luis Diaz erzielt das 2:1 gegen St. Pauli. WITTERS
Bayerns Luis Diaz erzielt das 2:1 gegen St. Pauli
Bayerns Luis Diaz erzielt das 2:1 gegen St. Pauli.

Sportdirektor Christoph Freund nannte den Sommerzugang vom FC Liverpool einen „absoluten Winnertypen“. Díaz zeichne aus, dass er sich „nicht rausbringen“ lasse, „auch wenn es ein bisschen schwieriger läuft oder er Chancen vergeben hat“. Widerstände scheinen den Straßenfußballer eher anzuspornen. „Wenn es schwierig ist“, sagte Freund, „legt er noch einmal eine Schippe drauf und macht entscheidende Sachen. Das kann man nicht lernen“ und mache Díaz zu einem „Top-Transfer“.

Luis Diáz war schon an 18 Toren des FC Bayern beteiligt

Das zeigte der 28-Jährige schon mehrfach in dieser Saison, in der er bei 19 Einsätzen auf zwölf Tore und sechs Vorlagen kommt. Wie wichtig Díaz in kürzester Zeit für die Bayern geworden ist, zeigte sich am deutlichsten in dem einen Spiel, das er (rotgesperrt) verpasst hat: Am vergangenen Mittwoch beim FC Arsenal, als die Münchner ihre erste Saisonniederlage (1:3) hinnehmen mussten.

„Ich finde, dass man da gesehen hat, dass er uns gefehlt hat“, sagte Herbert Hainer. „Er ist erst einmal ein exzellenter Fußballer, zum anderen aber ein unheimlicher Arbeiter, nach hinten, nach vorne, der die Abwehr des Gegners permanent beschäftigt.“ Dank Díaz‘ Zermürbungstaktik, meinte der Präsident, „reißen irgendwann dann die Löcher auf“. Irgendeiner nutzt das dann schon, und sei es spät.

Kompany warnt vor Arroganz-Anfällen der Bayern

„Ich liebe solche Siege“, sagte Freund, Hainer glaubte, darin eine neue Qualität nicht nur bei Díaz entdeckt zu haben. „In den vergangenen Saisons haben wir aufgehört zu spielen und solche Spiele nicht mehr gewonnen, das zeigt die Moral.“

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Das Ergebnis: Der Titelverteidiger steht mit der besten Bilanz der Liga-Geschichte nach zwölf Spieltagen und acht Punkten Vorsprung souverän an der Spitze, die Konkurrenz braucht bald das berühmte Hoeneß’sche Fernglas, um die Münchner noch zu erspähen. „Zu arrogant“, mahnte Kompany, dessen Mannschaft im vierten Spiel in Serie in Rückstand geraten war, „dürfen wir aber nicht werden.“

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Andererseits habe Leverkusen 2024 „die Meisterschaft auch durch viele späte Tore gewonnen…“ Also: Zwinkern, Victory-Zeichen – und den „Dusel“ genießen. (sid/mp)

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